Apple-Mitgründer Wozniak spricht über eine Apple-Zerschlagung – und kritisiert Angela Merkel

Florian Matthey 3

Auch wenn der Apple-Mitgründer Steve Wozniak schon lange nicht mehr aktiv im Geschäft ist, beobachtet er „sein“ Unternehmen und die Branche sehr aufmerksam. In einem Interview spricht „Woz“ über künstliche Intelligenz, die Marktmacht einiger Unternehmen – und über Angela Merkel.

Apple-Mitgründer Wozniak spricht über eine Apple-Zerschlagung – und kritisiert Angela Merkel
Bildquelle: Flickr/inUse Experience.

Steve Wozniak: „Angela Merkel hat künstliche Intelligenz nicht verstanden“

Steve Wozniak macht sich Sorgen um Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz – er kann sich aber nicht vorstellen, dass Roboter und Computer demnächst die Weltherrschaft an sich reißen werden. Seine Sorge gilt eher der Datensammel-Wut einiger großer Unternehmen; allen voran Facebook: Heutzutage könne man sich nicht mehr sicher sein, dass etwas, was man im Privaten sagt, nicht mitgehört und ausgewertet wird. „Wir haben unsere Privatsphäre verloren, und sie wurde missbraucht“, so der Apple-Mitgründer im Interview mit Business Insider Deutschland.

Gleichzeitig müsse man zwischen künstlicher Intelligenz und menschlicher Intelligenz unterscheiden. Am Dienstag hatte Angela Merkel gefordert, dass Deutschland im Bereich künstlicher Intelligenz schneller voranschreiten müsse. Man dürfte sich dabei aber nicht zu viel Angst vor dem Sammeln von Daten machen: „Künstliche Intelligenz ohne Daten ist so wie Kühe ohne Futter“, so die Kanzlerin. Wozniak sieht diese Aussage als Beweis dafür, dass Merkel nicht verstehe, dass künstliche Intelligenz eben nicht dasselbe sei wie das menschliche Gehirn. „Wenn sie glaubt, dass wir ‚Big Data‘ brauchen, um Entscheidungen zu treffen, dann macht uns das weniger menschlich, als die Evolution uns eigentlich gemacht hat“, so Wozniak.

Steve Wozniak kritisiert Facebook und Co.: „Wir machen uns zu Untertanen“

Letztendlich müsse es Fortschritte ohne einen zu großen Datenaustausch – also ‚Big Data‘ – geben. Das Teilen von Daten machte uns zu Untertanen anderer und deren Kontrolle. „Ich mag das nicht. Ich finde, dass Menschen unabhängig und frei sein sollten.“ Damit setzt Wozniak eher auf die Linie, die auch Apple verfolgt – und die bei Apple auch für Kritik sorgt, da sich das Unternehmen mutmaßlich mit zu hohen Datenschutzstandards bei intelligenter Software wie Siri selbst im Weg steht.

Wozniak findet aber ganz andere Kritikpunkte, wenn es um „sein“ Unternehmen geht – wenn er auch jeweils Verständnis für dessen Handlungen hat. Dass das iPhone X so teuer ist und dass Apple global agiert, um Steuern zu „sparen“, gefällt „Woz“ nicht wirklich – allerdings seien die Entscheidungsträger bei Apple eben davon abhängig, was ihre Aktionäre wollen, und die wollten eben nur Geld verdienen. Eigentlich sollte Apple aber ebenso Steuern zahlen, wie er es als Privatmann tue – zum Wohle der Allgemeinheit.

Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, warum Wozniak meint, dass man über eine Zerschlagung von Google, Amazon, Facebook oder Apple nachdenken könnte …

* gesponsorter Link