Auto-Klimaanlage kühlt nicht: Lösungen und Tipps

Christin Richter

Ist es draußen heiß, solltet ihr wenigstens beim Autofahren einen kühlen Kopf bewahren. Das Klimasystem regelt die Temperatur in eurem Wagen – wenn sie denn funktioniert. Aber was, wenn die Auto-Klimaanlage nicht kühlt? Die häufigsten Ursachen und Tipps haben wir für euch zusammengefasst.

Egal ob manuelle Anlage im alten Opel oder Klimaautomatik im neuen VW: Es handelt sich um komplexe Systeme, die die Temperatur regeln, Luft reinigen oder auch beschlagene Scheiben im Winter vermeiden sollen. Aber was tun, wenn die Klimaanlage nicht mehr richtig kühlt?

Auto-Klimaanlage kühlt nicht: Tipps

Zum Klima-Kreislauf im Auto gehören Kompressor, Kompensator, Filtertrockner, Verdampfer, Drossel- oder Expansionsventil und Gebläse. Vermindert sich die Leistung der Klimaanlage, kann jedes dieser Teile defekt sein. Wir zeigen euch hier die häufigsten Ursachen für Defekte an der Klimaanlage.

Kältemittel

Die wahrscheinlich häufigste Ursache ist zu wenig oder verschimmeltes Kältemittel. Ist der letzte Werkstattbesuch zu lange her, solltet ihr euer Auto zum Nachfüllen wieder zum Fachmann bringen.

Kompressor

Kühlt die Klimaanlage nicht mehr richtig, könnte die Ursache auch beim Kompressor liegen. Wird die Klimaanlage selten genutzt, könnten sich die einzelnen Teile verhaken. Ist der Kompressor defekt, weiß auch hier die Werkstatt Rat.

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Kondensator und Kondensatorlüfter

Werden die Lamellen des Kondensators beschädigt, beispielsweise durch Steinschlag, kann das Kältemittel die Wärme nicht mehr abgeben. Zudem können einzelne Schläuche oder das Ventil verstopft sein. Ob ein Austausch des Kondensators notwendig ist, entscheidet der Fachmann.

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Schalter

Mitunter ist auch nur die Verbindung vom Schalter zu den mechanischen Teilen der Klimaanlage gestört. Arbeitet das System erst gar nicht, solltet ihr die Elektronik überprüfen lassen.

Dreck

Sammelt sich Dreck wie Laub auf dem Kühler, kann dieser verstopfen und die Kühlleistung mindern. Befreit eure Kühlerhaube und die Lüftungsschlitze regelmäßig von Ästchen, Blättern, Staub und anderem Dreck, damit er sich nicht festsetzen kann.

Tipp: Schaltet die Klimaanlage auch an kühleren Tagen regelmäßig ein, damit die wichtigen Bestandteile geschmiert werden.

Weitere Tipps zum Thema Autofahren haben wir euch hier zusammengestellt:

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Kosten, wenn die Klimaanlage defekt ist

Laien sollten der Umwelt, ihrer Gesundheit und ihres Autos zuliebe die Finger von den empfindlichen Klima-Komponenten lassen. Nicht nur die Elektronik samt Steuergerät ist empfindlich, der Kühlmitteldruck könnte sogar gefährlich werden.

Kosten-Tipp:

Die verständliche Reflexhandlung der meisten Autofahrer und Werkstätten ist, einfach neues Kühlmittel nachzufüllen. Und tatsächlich geht die Klimaanlage dann wieder – eine gewisse Zeit lang. Doch wenn sie dann wieder aussetzt, könnt ihr euch sicher sein, dass die Anlage irgendwo ein Leck hat, durch das Kühlmittel austritt. Und meist erst dann machen die Werkstätten, was sie auch zuerst hätten tun können: Sie testen, ob der Klimaanlagen-Kreislauf des Autos dicht ist.

Wie das funktioniert, zeigt euch dieses Beispiel-Video:

Das geschieht, indem man ein anderes Gas in die Anlage pumpt, das mit einem speziellen Schnüffelfühler nachgewiesen werden kann. Das „Formiergas“ aus 95 % Stickstoff und 5 % Wasserstoff. Die Konzentration wird an den möglichen Stellen gemessen und findet zuverlässig alle Lecks. Dieser Test ist relativ günstig und kann euch in den Folgejahren jede Menge Geld für Kühlmittel und Werkstattkosten sparen. Gute Werkstätten führen diese Dichtigkeitsprüfung während der Klimaanlagen-Wartung durch.

Beispiel: Die Klimaanlagen-Wartung bei A.T.U. kostet 69,99 Euro und umfasst unter anderem eine Dichtheitsprüfung sowie gegebenenfalls das Nachfüllen des Kühlmittels.

Das könnte es kosten, Kältemittel nachfüllen zu lassen:

Eine Flasche des , welches für ältere Klimaanlagen genutzt wird, könnte teurer werden. Die EU möchte den Import des Mittels verringern und somit die Treibhauswirkung dank dem neuen Kältemittel R123yf reduzieren. In der Werkstatt wird aber nicht nur nachgefüllt, sondern gegebenenfalls das veraltete Kältemittel abgepumpt und mit der vorgeschriebenen Menge neu befüllt. Dazu können neben Personalkosten auch der Preis für einen neuen Frostschutzfühler und die Entsorgung des alten Gases kommen. Denn auch ein Leck oder Feuchtigkeit im Kältemitteilkreislauf können Probleme mit der Kühlung verursachen. Wir gehen davon aus, dass der Service nicht unter 100 Euro kosten wird.

Ist eine Reparatur des Kompressors, Kompensators oder einer anderen Komponente der Auto-Klimaanlage notwendig, richten sich die Kosten nach eurem Auto-Modell, der benötigten Zeit und natürlich dem Anschaffungspreis des kaputten Teils. Lohnt die Reparatur eurer Klimaanlage nicht, weil ihr zum Beispiel auf ein Zweitfahrzeug umsteigen könnt, geben wir euch Tipps, wie ihr das Auto abmelden könnt.

Bevor ihr den ersten Preis der nächsten Werkstatt bezahlt, lohnt es sich, online Angebote verschiedener Service-Anbieter zu vergleichen. Könnt ihr das Problem eingrenzen, wählt ihr beispielsweise auf fairgarage.de euer Fahrzeug-Modell und die notwendige Reparatur aus und könnt anschließend die Preise der einzelnen Werkstätten ansehen. Anschließend lässt sich auch schon ein Wunschtermin vereinbaren.

Habt ihr noch weitere Tipps für unsere Leser, was euch geholfen hat, die Kühlung zu reparieren? Oder war der Gang zur Werkstatt sein Geld wert? Schreibt es uns in die Kommentare.

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