Was bedeutet „Radio Eriwan“ in Chats & Kommentaren

Marco Kratzenberg

Manchmal liest man im Internet Erklärungen eines Senders namens „Radio Eriwan“, die aber oft nicht sinnvoll erscheinen. Was hat es damit auf sich? Woher Radio Eriwan beziehungsweise Jerewan kommt und warum es sich um Witze handelt, erfahrt ihr hier.

Was bedeutet „Radio Eriwan“ in Chats & Kommentaren

Die Radio-Eriwan-Sprüche leben davon, dass sie sich selbst widersprechen. Dadurch wird die Anfangsaussage unsinnig. Genutzt wird dieses Sprachspiel, um widersinnige Situationen zu betonen. Sie starten immer mit einer Frage, deren Antwort mit „Im Prinzip ja“ oder „Im Prinzip nein“ beginnt.

Manche Supportanfragen erinnern auch an Radio Eriwan:

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Was sollen diese „Radio-Eriwan-Witze?“

Ein Radio-Eriwan Dialog könnte so lauten: „Kann man alle Pilze essen?“ – „Im Prinzip ja, manche aber nur einmal.“ In diesem Fall würde so die Sinnlosigkeit der Frage betont.

Ihren Ursprung haben die Witze in einem 1967 in der Sowjetunion gestarteten Magazin namens „Sputnik“. Sie gaben den Herausgebern eine harmlose Möglichkeit humorvoller Kritik am kommunistischen System.

radio-eriwan-russland

Hier ein Beispiel:

Frage an Radio Eriwan: „Ist es möglich, auch in einem hochindustrialisierten Land den Sozialismus einzuführen?“

Antwort: „Im Prinzip ja, aber es wäre schade um die Industrie.“

Hinter der Antwort, um die es bei diesen Witzen eigentlich immer geht, steckt die Aussage, dass der Sozialismus erfolgreiche Industrien kaputtmacht.

In Chats oder Kommentaren findet man dann aber modernere und dem Thema angepasste Sprüche, die man sich nach diesem Modell auch selbst machen kann… wie etwa:

Frage an Radio Eriwan: „Ist es wahr, dass iPhones auch NFC bieten?“

Antwort: „Im Prinzip ja, aber keiner außer Apple darf es benutzen!“

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Gibt es Radio Eriwan?

Der Sender Radio Eriwan ist eine Erfindung. In der DDR gab es die Witze auch (bis sie zur Gorbatschow-Zeit zu kritisch wurden) und dort hieß der Sender Radio Jerewan.

Jerewan ist die Hauptstadt der früheren Sowjetrepublik Armenien. Dort gab es zwar einen Sender namens „R. Yerevan“, aber der hatte nie etwas mit den Witzen zu tun. Vermutlich hat man sich damals einfach einen Ort ausgedacht, der vom Klang her möglich, aber jedem unbekannt war – ähnlich wie bei uns „Kleinkleckersdorf“ oder „Hintertupfingen“.

Obwohl der Ursprung der Witze schon über 50 Jahre alt ist, tauchen sie heute immer noch auf – auch bei Facebook oder in Forenkommentaren. Das einfache Konstruktionsprinzip macht es jedem möglich, sich über bestehende Verhältnisse lustig zu machen und das Ganze dabei locker klingen zu lassen.

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