USB-Stick bootfähig machen in wenigen Schritten

Marco Kratzenberg 1

Wenn ihr einen USB-Stick bootfähig machen wollt, könnt ihr auf verschiedene Freewaretools zurückgreifen. Wir stellen euch die einfachste Methode vor.

Bootfähige USB-Sticks kommen immer dann zum Einsatz, wenn ein Windows-Computer Probleme macht, die sich im laufenden System nicht beheben lassen. Dann könnt ihr Rettungsdisks oder Virenscanner von einem USB-Stick starten und Windows umgehen. Also etwa, wenn sich einige Dateien nicht löschen lassen oder wenn man sich einen erpresserischen BKA-Trojaner zugezogen hat, der den PC nicht mehr richtig booten lässt. Wenn ihr in dieser Situation einen bootfähigen Stick mit einer USB-Rettungsdisk habt, könnt ihr euch viel Geld und stundenlange Arbeit sparen.

Bilderstrecke starten
15 Bilder
Wichtige Windows-Sicherheitstools.

USB-Stick bootfähig machen – So geht’s!

So unkompliziert es ist, Linux auf einem USB-Stick zu nutzen, so unkompliziert ist es auch, einen bootfähigen USB-Stick mit Linux zu erstellen. Dazu gibt es nämlich ein wunderbar einfaches Tool namens Unetbootin. Das Programm besteht nur aus einer Datei und nach dem Start geht es sofort los.

So macht ihr euren USB-Stick bootfähig

  1. Startet das Programm Unetbootin.
  2. Oben befindet sich ein Pulldown-Menü, aus dem ihr euch eine Linux-Version aussucht. Unetbootin läuft auf Deutsch und gibt zu den verfügbaren Versionen kurze Erklärungen.
  3. Im nächsten Schritt sucht ihr euch aus, auf welchem Stick ihr das Ganze installieren wollt und dann legt das Programm auch schon los.
  4. Als erstes wird das Programm den entsprechenden FTP-Server kontaktieren und sich die benötigte ISO-Datei downloaden.
  5. Das Abbild wird entpackt und dann auf dem Stick installiert.

Nachdem Unetbootin einen bootfähigen USB-Stick erstellt hat, bietet es euch gleich einen Neustart an. Das könnt ihr aber auch abbrechen. Ab sofort habt ihr einen Rettungs-Stick, mit dem ihr auch dann auf einen PC zugreifen kann, wenn er von allein nicht mehr starten will.

Tipp: Gleich den Stick mal an einem PC mit Internetanbindung ausprobieren. Dann kann man nämlich weitere Tools nachladen und vor allem auch die deutsche Sprache installieren!

Ein anderes, ähnliches Tool heißt SARDU. Es ist sehr vielseitig, und schon in erster Linie darauf ausgelegt, Rettungssysteme zu erstellen. Auch damit könnt ihr einen USB-Stick bootfähig machen und dabei gleich eins von vielen Rettungs-Linuxsystemen aufspielen. Einige sind speziell auf die Beseitigung von Viren und Trojanern ausgelegt und sehr effektiv.

Klassisches Startmenü und Unity-Einstellungen – Tipps für Ubuntu.

USB-Stick bootfähig machen – Linux statt Windows!

Leider kann man nicht einfach einen USB-Stick bootfähig machen und Windows darauf kopieren. Aber das ist auch nicht nötig. Denn verschiedene Linux-Distributionen lassen sich im sogenannten Live-Modus betreiben. Das bedeutet, man muss sie nicht auf einer Festplatte installieren, sondern kann eine CD oder einen USB-Stick einschieben, booten und dann damit fast so arbeiten, als wäre es ein ganz normales Windows.

Bei sehr vielen dieser Linux-Versionen gibt es keine große Eingewöhnungsperiode. Sie erinnern in ihrer Bedienung stark an Windows, so dass man die nötigen Aufgaben schnell erledigen kann. Andere Systeme sind gleich darauf ausgelegt, spezifische Probleme zu lösen. Sie führen einen Virenscan durch bzw. sichern Daten oder stellen sie wieder her.

Einen bootfähigen USB-Stick nutzen

Startet Euren Rechner neu und steckt den USB-Stick bereits ein. Das BIOS des Rechners muss natürlich bereits so eingestellt sein, dass es auch vom USB-Stick startet und nicht automatisch wieder die Festplatte nimmt!

In der Regel müsst ihr also vor einem Neustart einen Zwischenschritt einlegen. Während des Bootens zeigt euch der PC im DOS-Modus an, welche Taste ihr nutzen müsst, wenn ihr die BIOS-Einstellungen ändern wollt. Häufig ist das die Escape-oder F8-Taste. Diese muss während der ersten Sekunden des Bootens gehalten werden. Dann lädt der Rechner das BIOS-Menü.

Dort könnt ihr dann die Reihenfolge der Bootlaufwerke umstellen und als erstes „Laufwerk“ ein USB-Gerät wählen. Dann noch die Veränderungen abspeichern und nochmals neu starten. Wenn nun alles richtig geklappt hat, startet der Computer gleich mit dem ausgewählten Linux vom bootfähigen USB-Stick.

Ein kleiner Tipp:

Wenn wir einen USB-Stick bootfähig machen, dann müsst Ihr euch nicht auf ein Linux-System beschränken. Es ist möglich, gleich mehrere verschiedene Systeme auf den Stick zu kopieren und dann beim Booten auszuwählen, welches Ihr jeweils verwenden wollt.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

  • Windows 10: Standard-Apps festlegen & ändern – so geht's

    Windows 10: Standard-Apps festlegen & ändern – so geht's

    In Windows 10 bestimmt ihr neben den Standardprogrammen auch Standard-Apps, mit denen Windows eure Dateien automatisch öffnet, wenn ihr auf diese doppelt klickt. Wir zeigen in unserem Tipp des Tages, wo ihr in Windows 10 die Einstellungen findet, um Standard-Apps für bestimmte Dateitypen auszuwählen.
    Robert Schanze 14
  • Total Commander (ehemals Windows Commander)

    Total Commander (ehemals Windows Commander)

    Der Total Commander ist mehr als ein Ersatz für den Windows-Explorer. Der Dateimanager mit Zwei-Fenster-Technik und Kommandozeile macht viele andere Windowsprogramme überflüssig und erleichtert euch die Arbeit. Windows-Profis lieben ihn und die anderen werden durch ihn zu Profis.
    Marco Kratzenberg
  • Samsung Galaxy J3 Bedienungsanleitung als PDF-Download

    Samsung Galaxy J3 Bedienungsanleitung als PDF-Download

    Für Besitzer des Samsung Galaxy J3 Smartphones ist es empfehlenswert, sich das zugehörige Handbuch zuzulegen, um den kompletten Funktionsumfang und sämtliche Anwendungsmöglichkeiten des Geräts kennenzulernen. Hier zum Download bekommt ihr die kostenlose Samsung Galaxy J3 Bedienungsanleitung auf Deutsch und im PDF-Format.
    Marvin Basse
* gesponsorter Link