Far Cry 5 als Frau zu spielen ist ... gewöhnungsbedürftig [Kolumne]

Kamila Zych 2

Far Cry 5 bietet zum ersten Mal in der Geschichte der Serie die Möglichkeit, sich einen individuellen Charakter zu erstellen. So kannst du selbstverständlich auch das Geschlecht deiner Spielfigur wählen. Dabei geht die Wahl eines weiblichen Protagonisten mit einer ganzen Menge Verwirrung einher.

Hinweis: Dieser Artikel ist ein Meinungsartikel, der den Standpunkt unserer Redakteurin widerspiegelt und nicht zwingend der Meinung der gesamten Redaktion entsprechen muss. Er erhebt keinen Anspruch auf eine universell gültige Wahrheit und deckt sich vielleicht nicht mit deinen eigenen Vorstellungen. Außerdem beinhaltet der Text einige kleine Spoiler zum Spiel, die jedoch nichts von der Hauptsstory vorwegnehmen.

Das ist vor Kurzem IGN-Redakteurin Alanah Pearce aufgefallen, die in einem Video beschreibt, wie seltsam es sich anfühlt, eine Frau in Far Cry 5 zu spielen. Darin hebt sie bereits zu Beginn den Fakt hervor, dass du in der englischen Version des Spiels regelmäßig mit „man“ oder „bro“ angesprochen wirst. Immerhin wird dieser Umstand im Spiel selbst damit begründet, dass der verantwortliche NPC betont, er würde jeden mit „man“ oder „bro“ ansprechen, ungeachtet seines Geschlechts. Während einige diese Erläuterung einfach hinnehmen, werden andere dem Entwickler dahingehen sicherlich eine gewissen Faulheit vorwerfen. Schließlich ist das weitaus einfacher, als die gesamte Synchronisation für einen weiblichen Protagonisten anzupassen, stimmt’s?

Hier kannst du dir Alanah Pearce’s Meinung im Video anschauen:

Ich wollte mir aber natürlich mein eigenes Bild davon machen und überprüfen, ob mich NPCs in der deutschen Version von Far Cry 5 ebenfalls stellenweise mit männlich konnotierten Rufnamen ansprechen. Mir war nämlich vor diesem Selbstversuch tatsächlich so, als wäre in Dialogen oftmals von „er“ statt „sie“ die Rede. Belegen kann ich das leider nicht – da ich es damals nicht aufgenommen habe. Als ich nun darauf achtete, habe ich  im Verlauf des Spiels festgestellt, dass die Spielcharaktere mich durchaus als Frau ansprechen. Wenn ich beispielsweise eine Knarre auf einen NPC richte, folgen Sätze wie „Lass das, Mädchen!“ oder „Hör sofort damit auf, Schwester!“ Wäre ich jetzt kleinlich, könnte ich behaupten, dass die Entwickler den weiblichen Zusatz einfach nur an einen Standard-Satz rangehangen haben.

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Auch Pearce schließt nicht aus, dass die NPCs in der englischen Version eigentlich „them“ sagen, es aber aufgrund des Akzentes wie „him“ verstanden werden kann. Was aber offensichtlich dafür spricht, dass sich die Entwickler wenig Mühe gemacht haben, das Spiel auch für einen weiblichen Protagonisten anzupassen, ist z. B. die Benennung der Outfits. So besitzen die meisten Kleidungsstücke Namen wie „Unruhestifter“, „Pilot“ oder „Draufgänger“, denen es einer weiblichen Konnotation fehlt. Und hier noch ein Bespiel:

Das wird ebenfalls in einigen Missionen deutlich, die da heißen „Die Reise des Helden“ oder „Wingman“, wobei es beim Letzteren zugegeben schwierig ist, ein passendes weibliches Pendant dazu zu finden. Nichtsdestotrotz wäre es sicherlich kein großer Aufwand gewesen, die Jobbezeichnung meiner Begleiterinnen in „Soldatin“ anstelle „Soldat“ umzubenennen. Was meinen Charakter angeht, haben es sich die Entwickler ohnehin sehr einfach gemacht: Im Zweifel werde ich einfach nur „Deputy“ genannt – und das passt sowohl für Frauen, als auch für Männer.

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