Naht das Ende von GTA Online? 5 Indizien, die dafür sprechen

Kamila Zych 10

Während nach fünf Jahren viele Spiele in Vergessenheit geraten, scheint sich GTA Online noch immer einer großen Spielerschaft zu erfreuen. Bei genauerem Hinsehen sieht es allerdings so aus, als würde die makellose Fassade des scheinbar perfekten Online-Spiels anfangen zu bröckeln. Droht das Ende von GTA Online?

Hinweis: Dieser Artikel ist ein Meinungsartikel, der den Standpunkt unserer Redakteurin widerspiegelt und nicht zwingend der Meinung der gesamten Redaktion entsprechen muss. Er erhebt keinen Anspruch auf eine universell gültige Wahrheit und deckt sich vielleicht nicht mit deinen eigenen Vorstellungen.

Mag sein, dass ich es schon oft erwähnt habe, aber ich bin einfach kein Fan von Online-Games. Für mich bedeuten Spiele Entspannung, Erkundung und Freude am Erfolg. Mulitplayer-Modi verbinde ich immer mit Chaos, Frustration und Wettkampf. Und ich hasse Wettkämpfe. Und GTA Online ist der Inbegriff von Wettkampf. Während der Singleplayer-Modus in GTA mir alles bot, was ich an einem Spiel schätzte, war der Online-Modus das genaue Gegenteil. Selbst als ich mich dieses Jahr erneut in die Höhle des Löwen begab und GTA Online noch eine Chance geben wollte, bestätigte sich meine Einschätzung erneut.

Trotzdem hatte ich immer das Gefühl, einer von wenigen GTA 5-Fans zu sein, der den Online-Modus des Erfolgspiels nicht spielt. Wenn wir uns mal die Spielerzahlen anschauen, bewahrheitet sich meine Vermutung: Dieses Jahr blieb die Anzahl der GTA Online-Spieler auf Steam stabil zwischen 80.000 und 100.000. Natürlich ist das nichts im Vergleich zu den Anfängen des Modus, aber wenn du bedenkst, dass das Spiel inzwischen über fünf Jahre alt ist, ist das schon eine Zahl, auf die Rockstar stolz sein kann.

Der Publisher hat also immer noch eine treue Stammspielerschaft vorzuweisen. Aber wie fast alles hat auch ein GTA 5 ein Verfallsdatum und es scheint so, als würde sich das Spiel allmählich darauf zubewegen. Nicht im nächsten Jahr, wahrscheinlich auch nicht in zwei oder drei. Es ist ein Tod, der schleichend und etappenweise erfolgen wird. Und dafür gibt es schon jetzt einige Indizien.

Grund #1: Die unerträgliche Community

Verglichen mit anderen Online-Spielen hat GTA Online eine sehr … spezielle Community – um es höflich auszudrücken. Hier gilt von Beginn an der Leitsatz „Killen oder gekillt werden.“ Wenn du keine geeigneten Waffen und Fahrzeuge zur Verteidigung oder eine Wohnung zum Untertauchen hast, bist du entsprechend aufgeschmissen. Hier kannst du nicht einfach seelenruhig durch die Stadt laufen – NEIN, hier musst du ständig die Augen offen halten. Die anderen Mitspieler warten förmlich wie wilde Tiere darauf, dass du für einen Moment unaufmerksam bist und dann BOOM! durchlöchern sie dich mit ihren Maschinengewehren wie einen Schweizer Käse.

Es gibt aber noch genügend andere dumme Wege, in GTA 5 zu sterben.

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Die dümmsten Wege in GTA 5 zu sterben.

Und überhaupt ist Teamwork in GTA Online ein Fremdwort. Denn selbst bei Missionen, in denen du mit deinen Mitspielern zusammenarbeiten musst, macht gefühlt jeder sein Ding. Noch größere Kameradenschweine sind diejenigen, die kurz nach Start einer neuen Mission einfach die Partie verlassen und der Job somit für die ganze Gruppe als nicht abgeschlossen gilt. Für jemanden, der einen solches Verhalten in Online-Spielen nicht gewohnt ist, kann GTA Online aus dem Grund durchaus demotivierend und dadurch auch abschreckend wirken.

Grund #2: Anfänger haben es schwer mitzuhalten

Wer heute bei Null mit GTA Online anfängt, hat es nicht leicht. Bei so vielen Spielmodi kannst du schnell den Überblick verlieren und für gute Fahrzeuge und Waffen musst du Summen zahlen, die du zu Beginn gar nicht hast. Das heißt also Grinden. Und das nicht zu wenig, wenn du mit den Veteranen im Spiel mithalten möchtest. Und diese haben nicht selten ein Level von 400 oder mehr. Dann kommt auch noch dazu, dass du bestimmte Missionen erst freischaltest, wenn du eine dazugehörigen Immobilien gekauft und einen entsprechenden Status hast. Das ist beispielsweise beim Doomsday Heist der Fall: Um ihn zu starten, musst du vorher eine Base kaufen und ein CEO werden. Die günstige Base fängt bei 1.250.000 GTA$ an und für den CEO-Status benötigst du nochmals mindestens eine Million.

Natürlich gibt es noch die Möglichkeit sich das Konto mithilfe von Shark Cards zu füllen, aber vermutlich sind die wenigsten bereit, Echtgeld für ein Spiel auszugeben. Selbst ich habe erst dieses Jahr, das erste Mal in meinem Leben reales Geld für GTA Online bezahlt, weil ich mich vorher immer dagegen gesträubt habe. Außerdem stellt sich dann auch die Frage, ob es sich wirklich lohnt, jetzt noch in ein fünf Jahre altes Spiel zu investieren.

Teure Fahrzeuge, Waffen und Häuser sind nur eine von vielen Sachen, die in GTA Online total nerven.

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10 Dinge, die in GTA Online einfach nur nerven.

Grund #3: Zu viele Modi

Während einige Entwickler sich mit neuen DLCs gerne mal Zeit lassen, veröffentlicht Rockstar bis heute regelmäßig Content-Updates mit frischen Missionen, Spielmodi, Fahrzeugen, Waffen und mehr. Inzwischen scheint der Publisher schon so gut wie alles ausprobiert zu haben:  Biker, Stuntrennen, Last Team Standing, Heists, Nachtclubs und und und. Früher oder später werden den Entwicklern die Ideen ausgehen und was kommt dann?

Hinzu kommt, dass du als Spieler ohnehin nicht mehr in den Genuss kommen wirst einen alten Spielmodus zu spielen. Denn wie dieses Jahr im Februar festgestellt wurde, müssen sich Spieler nach dem Strom der Masse richten, wenn sie ein schnelles Match mit ausreichend Teilnehmern haben wollen. Und das ist logischerweise bei aktuellen Modi eher der Fall.

Grund #4: Die meisten Mysterien scheinen gelöst zu sein

San Andreas mag zwar sehr groß sein, trotzdem ist die Spielwelt von GTA Online begrenzt. So auch die in ihr enthaltenden Easter Eggs und Geheimnisse. Nach über fünf Jahren gibt es offenbar nichts mehr zu entdecken, weil die meisten Dinge schon von anderen Spielern gefunden wurden. Wir wissen schon lange, dass es Aliens in GTA Online gibt, mittlerweile wurden schon fünf UFOs im Spiel ausfindig gemacht und sogar das bisher größte Mysterium um den Mount Chiliad wurde inzwischen gelöst.

Für viele Spieler ist die Erkundung der Welt bestimmt eine der beliebtesten Hauptbeschäftigungen in GTA Online. Doch wenn jetzt schon alle Mysterien gelöst zu sein scheinen, fehlt einigen Fans sicherlich die Motivation, weiterhin das Spiel zu zocken. Es sei denn, Rockstar baut in Zukunft neue Geheimnisse ein.

Kennst du übrigens schon diese versteckten Orte in GTA Online?

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Versteckte Orte in GTA 5, die du noch nicht entdeckt hast.

Grund #5: Red Dead Online und GTA 6

Japp, einer der Gründe, weshalb es mit GTA Online bald den Bach runtergehen könnte, ist ein Spiel aus dem Hause Rockstar Games selbst. Denn Red Dead Redemption 2 soll ebenfalls einen Online-Modus erhalten. Viel ist bisher darüber nicht bekannt, doch sollte dieser dem aus GTA 5 ähneln, kann es durchaus sein, dass viele GTA Online-Spieler zu Red Dead Online wechseln werden. Die Umsatzzahlen der ersten drei Tage sprechen zumindest schon für einen großen Erfolg des Rockstar-Westerns.

Aber auch unabhängig von Red Dead Redemption 2 werden in Zukunft weitere neue Spiele auf den Markt kommen, die wiederum mehr Konkurrenz für GTA Online bedeuten können. Allen voran GTA 6, das laut dem neusten Leak in 2023 oder 2024 für die nächste Konsolen-Generation erscheinen soll.

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Letzten Endes können wir zu diesem Zeitpunkt nur spekulieren, ob und wann die letzten Tage von GTA Online gezählt sind. Immerhin habe ich in unserer Facebook-Community Gleichgesinnte gefunden, die GTA Online nicht oder nicht mehr spielen.

Wahrscheinlich ist es auch nur eine Frage der Zeit bis alle anderen Spieler GTA Online endgültig den Rücken kehren. Spielst du eigentlich noch GTA Online und wie sieht deiner Meinung nach die Zukunft des Online-Modus aus? Ist sein Ende nah oder bleibst du dem Spiel noch lange treu? Wir sind gespannt auf deine Meinung und Einschätzung in den Kommentaren.

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