Pantimos wäre beinahe aus Meisterdetektiv Pikachu rausgeschnitten worden

Kamila Zych

Zwar ist der Kinofilm zu Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu noch nicht draußen, trotzdem besitzen einige Trailer-Ausschnitte schon jetzt einen gewissen Kult-Status. Dazu gehört auch die Szene mit Pantimos. Doch diese hätte es samt dem Pokémon fast nicht in den Film geschafft.

Wie Regisseur Rob Letterman im Interview mit IGN verriet, hat es zwei Jahre gedauert bis Pantimos seinen Weg in den Film fand. Eine seiner ersten Ideen für den Film drehte sich nämlich um das Mimen-Pokémon, nachdem er den Film Seven mit Brad Pitt gesehen hat: „Ich dachte, es wäre wirklich witzig, wenn wir diese klassische Detective-Verhörszene spielen würden, aber mit Pantimos“, so Letterman.

Die Hintergrund-Geschichte hinter der Szene schildert er wie folgt: „Bei ihrer Suche nach Tims vermisstem Vater (erfahren sie, dass sein Vater) an den Docks einen Informanten hatte. Also gehen sie hinunter zu den Docks, die ein ziemlich gruseliger Teil der Stadt sind und sie stoßen mit Pantimos zusammen und dieser erkennt Pikachu. Dann wird ihnen klar, dass Pikachu der alte Partner seines Vaters ist. (Deshalb) hat er ihn erkannt. Sie zählen zwei und zwei zusammen und stellen fest, dass der Informant des Vaters in Wirklichkeit ein Pokémon war. Also fangen sie Pantimos ein und machen daraus eine klassische polizeiliche Vernehmungsszene (…) nur eben auf dem Kopf gestellt. Weil der unkooperative Informant, den sie interviewen, zufällig ein Pantomime ist.“

Falls du dir die bekannte Szene mit Pantimos ins Gedächtnis rufen möchtest, schau dir den offiziellen Trailer zu Miesterdetektiv Pikachu an.

POKÉMON MEISTERDETEKTIV PIKACHU - Offizieller 1. Trailer (neu).

Irgendwas zwischen verstörend und lustig

Doch schnell wurde deutlich, dass die realistische Darstellung des Psycho-Pokémons weitaus komplizierter sein würde, als es bei anderen Pokémon der Fall war. „Pantimos hat im Prinzip alle Regeln des Films gebrochen“, gesteht Letterman. Während Pikachu, Schiggy oder Gulmanda optisch an Tiere angelehnt sind, besitzt Panitimos ein eher cartoonhaftes Äußeres. Dem ein photorealistisches Aussehen zu verleihen, gestaltet sich weitaus komplizierter.

„Das hat zu vielen Diskussionen geführt, dass er ein Clown ist, er ist ein Pantomimen-Clown. Was würden Clowns tragen? Sie würden in diesen Clownanzügen gekleidet sein. Diese Kugeln an den Schultern. Was wäre, wenn es Gummibälle wären, mit denen man Kickball spielt? Die Hände bestehen aus diesen Ballons, die aus metallischem Plastik bestehen. Alles begann sich zu entwickeln. Das Gesicht war so eine seltsamen Sache. Es war so eine feine Linie zwischen verstörend und lustig. Also tanzten wir hin und her und fügten ein bisschen Haar hinzu, (…) so dass es sich nicht plastisch anfühlte, aber nicht zu viel Hautstruktur, sodass es nicht wie ein menschliches Wesen mit einem deformierten Gesicht wirkte. Es dauerte ewig, bis wir endlich das erreichten, was man als lustig und verstörend bezeichnen könnte, schildert der Regisseur den Entstehungsprozess.

Wie die fotorealistischen Versionen weiterer Pokémon in Meisterdetektiv Pikachu aussehen, siehst du in unserem Artikel.

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Meisterdetektiv Pikachu: Alle Pokémon, die im Film vorkommen, im Vergleich.

Pantimos musste vom Pokémon-Chef genehmigt werden

Das Verstörendste dabei ist wahrscheilich der Gedanke, dass alles an Pantimos Körper keine Verkleidung sondern Teil seines eigentlichen Körpers ist. Aus diesem Grund hatte Letterman anfangs Bedenken, ob der Auftritt von Pantimos überhaupt genehmigt wird.

„Die unangenehmste Frage war, um Erlaubnis für Pantimos in dem Film zu fragen, weil ich zu The Pokémon Company gegangen bin. Ich hatte diese Idee für diese Szene und sie setzte voraus, Pantimos fotorealistisch (…) zu gestalten. Sie (The Pokémon Company) haben darüber nachgedacht und (…) mich buchstäblich angesehen, als ob sie sagen wollten ‚Das willst du wirklich nicht machen. Das wird nicht funktionieren. Das wird zu komisch sein. Das wird gruselig. Aus all diesen Gründen kann es nicht funktionieren.‘ Es kam zu dem Punkt, an dem ich tatsächlich den Präsidenten der gesamten Pokémon Company, Mr. Ishihara, fragen musste. Ich gab ihm das Ganze gepitcht und er fing an zu lachen und er so: ‚Okay, probieren Sie es aus‚“, erzählt er.

Wie Letterman zugibt, hat er an den Erfolg der Szene anfangs nicht geglaubt: „Ganz ehrlich, ich dachte, dass die Szene nicht in nicht einer Million Jahren funktionieren würde. Ehrlich. Es war so komisch. An einem Punkt wollte (die Szene) rausschneiden, weil ich dachte, dass dies unmöglich funktionieren kann. Das ist verrückt.“ Doch während der Vorschauen haben sich zahlreiche Leute genau bei dieser Szene vor Lachen weggehauen und inzwischen gilt sie als eines der Highlights im Film. Zum Einspielen der Szene wurde übrigens sogar ein echter Pantomime zu Rate gezogen.

Meisterdetektiv Pikachu feiert am 8. Mai 2019 seine Premiere in den deutschen Kinos. Freust du dich schon auf die Szene mit Pantimos oder hättest du auch gut auf sie verzichten können? Auf welche Pokémon bist du am meisten gespannt? Verrate es uns in den Kommentaren.

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