Twitch-Streamerin führt ihre Hater öffentlich vor

Michael Sonntag 6

Als die Twitch-Streamerin AnneMunition eine Runde Rainbow Six Siege zockte, wurde sie prompt von den anderen Mitspielern beleidigt. Um auf die anhaltende Diskriminierung gegenüber weiblichen Spielerinnen aufmerksam zu machen, postete sie die gesamte Session auf Twitter.

Auf ihrem Twitter-Account veröffentlichte AnneMunition einen Ausschnitt aus der Rainbow Six Siege-Session, in der sie aufs Übelste beleidigt wurde. Auf die Fragen „Warum benutzt du keinen Voice-Chat?“ oder „Warum ist es so schwer, eine Freundin zu finden, die Videospiele zockt?“ kann sie nur antworten, dass Gaming immer noch ein feindliches Terrain für Frauen darstellt.

Das beweist unter anderem ihr Mitschnitt, in dem sie von ihren Mitspielern immer wieder gefragt wird, ob sie ein Mann oder eine Frau sei. Später hagelte es bereits Beleidigungen wie „Gamer Girl“ und „Schlampe“. Um sein Verhalten auf irgendeine Weise zu rechtfertigen, sagte jemand: „Wir sind nicht so, weil wir keine Frauen mögen. Wir sind so, weil du scheiße bist.

Als AnneMunition das Match mit ihrem Team für sich entscheiden konnte, verlor ein Spieler komplett die Beherrschung: „Spielst du das richtige Spiel, Miss? Das ist nicht wie League of Legends, wo du nur deine Brüste auf Twitch zeigen musst. Das hier benötigt Skill.“ „Ich hoffe, du stirbst“, ergänzte ein anderer. Auf Twitter erhielt die Streamerin viel Unterstützung für ihre Aktion von den Usern, die auch über ähnliche Erlebnisse berichteten.

Zum Glück ist Videospiel-Entwicklung keine reine Männer-Branche:

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Zu aller Überraschung entschuldigte sich einer der Männer aus der betreffenden Session sogar bei ihr. „Es tut mir sehr leid, wie du dich fühlst. Wisse, dass die Worte, die ich benutzt habe, bedeutungslos waren und keine Substanz hatten“, schrieb er auf Twitter, mit einem Account, den er kurze Zeit später löschte.

Wenn solche Dinge passieren, denke ich an all die jungen Leute (Jungen und Mädchen), die diese Art von Beschimpfungen online erleben und keine Werkzeuge haben, um für sich selbst einzustehen, außer die Leute stumm zu schalten und so zu tun, als sei alles in Ordnung“, sagte AnneMunition gegenüber Kotaku. Sie hoffe, dass es irgendwann möglich sei, sich in Videospielen mit mehr Respekt zu begegnen.

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