Apple AirPods Pro im Test: Pflichtkauf für iPhone-Nutzer

Stefan Bubeck 3

Die besten True-Wireless-Earbuds mit Noise Cancelling sind von Apple und sie heißen Airpods Pro – zumindest, wenn man ein iPhone oder iPad nutzt. Warum das so ist, erklärt GIGA-Audioexperte Stefan.

Mit 279 Euro (UVP) gehören die AirPods Pro zur Premiumklasse kabelloser Kopfhörer. Sie sind das erste Modell von Apple, bei dem eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC) integriert ist – ein ausgesprochen nützliches Feature, das Umgebungslärm herausfiltert und Flugreisen erträglicher macht. Weiterhin im Programm bleiben die normalen AirPods ohne „Pro“ im Namen (ab 179 Euro UVP).

Testfazit zu den AirPods Pro

Was ist eigentlich ein Kopfhörer? Nun, so ganz spontan könnte man darauf antworten: Ein tragbares Gerät, das man am Kopf trägt, um damit Musik zu hören. Im Kern trifft diese Beschreibung auch auf die AirPods Pro zu. Diese weißen Ohrstöpsel aus Cupertino zeigen aber bereits in die Ferne, in eine glorreiche Zukunft: Eine Welt, in der „Kopfhörer“ das Smartphone als wichtigstes persönliches Tech-Gadget abgelöst haben. Eine Welt, in welcher der High-Tech-Knopf im Ohr stets auf Befehle und Fragen wartet. Eine Welt, in der wir als Nutzer mit einem Handgriff entscheiden, ob wir uns zuschalten – oder uns doch lieber dem Capital-Bra-Album der Beethoven-Symphonie widmen. Einige Teile dieser Zukunft sind in den AirPods Pro schon heute verbaut.

Die Erwartungen an Apple waren enorm hoch, schließlich haben die Kalifornier mit den ersten AirPods (2016) nicht nur die Messlatte für alle anderen Hersteller gesetzt, sondern auch einen unumkehrbaren Trend ins Rollen gebracht: Kopfhörer haben jetzt keine Kabel mehr, Kopfhörer sind jetzt zwei kompakte Ohrstücke mit Bluetooth. An den Namen des neuen Modells dann noch ein „Pro“ (für „Professional“) zu hängen, das will wohlüberlegt sein. Kann schnell schiefgehen, sowas.

Apple hat vorher tief in die Zauberkiste gegriffen und dann Bausteine wie den effizienten H1-Chip, fabelhaftes Produktdesign, höchsten Tragekomfort, überlegene Mikrofontechnik, deutsche Akkus und ordentliche Klangeigenschaften zu einer perfekten Kombination vereint. Den Nagel auf den Kopf getroffen, das Magnum Opus unter den Kopfhörern geschaffen, stabil die Hater zum Schweigen gebracht – nenn‘ es wie du willst. Die AirPods Pro sind das beste Apple-Produkt des Jahres. Für mich persönlich sogar das beste Tech-Gadget 2019.

Ist das Design gelungen oder nicht? Entscheide selbst:

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AirPods Pro in Bildern: So sehen die Apple-In-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling aus

Einen Moment! Die Sennheiser Momentum True Wireless klingen besser, die Libratone Track Air Plus sind günstiger, die Powerbeats Pro eignen sich eher für Sport! Ja, ein paar Dinge hätten noch besser gelöst sein können oder fehlen schlichtweg (siehe unten) – aber das ändert letzten Endes nichts an meinem Fazit: Die AirPods Pro sind ein Pflichtkauf für jeden iPhone-Nutzer. Sie stellen das beste Alltags-Kopfhörer-Gesamtpaket dar, hier sind alle wichtigen Eigenschaften wundervoll ausbalanciert. Ich trage sie in der U-Bahn, beim Schreiben im Büro, zuhause während ich den Haushalt mache. Verdammt Verflixt nochmal, ich schlafe mit den Dingern in den Ohren abends ein. Wenn das nicht die Definition von „jeden Cent wert“ () ist, dann lasse ich mir gerne ein anderes True-Wireless-Modell vorführen, das den Begriff besser ausfüllt. Die meisten der Kandidaten hatte ich allerdings schon in Benutzung, es müsste demnach wohl einer aus der Zukunft sein.

Apple AirPods Pro: Testwertung

  • Klang: 80 Prozent
  • Tragekomfort: 95 Prozent
  • Hardware, Design & Funktionen: 100 Prozent
  • Akku: 85 Prozent

Gesamt: 90 Prozent

AirPods Pro im Test: Das hat uns gut gefallen

  • Luftiger Tragkomfort: Trotz Silikonpassstücken fühlen sich die beiden Earbuds nicht an wie zwei Korken. Das ist einer der häufigsten Schwachpunkte bei anderen True-Wireless-Kopfhörern (bzw. In-Ears allgemein), den Apple mit einem Entlüftungskanal wirksam ausgemerzt hat. Ähnlich gut sind in dieser Disziplin die Libratone Track Air Plus, deutlich besser eigentlich nur die normalen AirPods ohne Gummis.
  • Alltagstaugliche Geräuschunterdrückung: Umgebungslärm wird dank ANC abgeschirmt. Zwar nicht ganz so effektiv wie bei ANC-Over-Ear-Modellen (z.B. Bose Headphones 700), aber dennoch ausreichend, um bei einer U-Bahn-Fahrt ungestört Musik zu hören oder einen Flug wesentlich angenehmer zu gestalten.
  • Lass mal hören: Nicht nur das ANC ist gut, auch der Transparenzmodus („Hear Through“ / „Ambient Sound“) kann sich von den meisten Konkurrenten klar absetzen. Sehr natürlich und praktisch verzögerungsfrei.
  • Kaum Windgeräusche: Im direkten Vergleich mit den Sony WF-1000XM3 ist mir aufgefallen, dass diese Windböen „einfangen“ und als unangenehmes Rauschen wiedergeben (wenn ANC aktiviert ist). Bei den AirPods Pro ist dieses Problem fast gar nicht vorhanden, offenbar hat Apple die Mikrofone besonders clever positioniert.
  • Gute Gesprächsqualität: Die AirPods Pro eignen sich überdurchschnittlich gut zum Telefonieren, beide Seiten verstehen sich klar und deutlich.
  • Traumhafte Integration: iPhone, iPad, Apple TV, Mac – die AirPods Pro lassen sich spielend leicht mit anderen Apple-Geräten verbinden. Über das Kontrollzentrum auswählen, fertig. Im Grunde genommen ist das Multipoint Bluetooth, aber eben beschränkt auf die Apple Welt.

AirPods Pro im Test: Das fanden wir nicht so gut

  • Der Klang könnte besser sein: Bitte nicht falsch verstehen, die AirPods Pro haben durchaus einen ordentlichen Sound. Dieser ist zwar frei von Schwächen, aber es fehlen ihm charaktergebende Stärken. Beim Namenszusatz „Pro“ und in dieser Preisklasse darf man etwas mehr als diese nüchtern-neutrale Darbietung erwarten: Etwas mehr Tiefgang und Druck, etwas mehr Aussagekraft in den Mitten, etwas mehr Glanz in den Höhen. Musik mit den AirPods Pro macht meist Spaß, aber nur selten echte Gänsehaut. Mein Maßstab in der Hinsicht bleiben die Sennheiser Momentum True Wireless.
  • Kein Volume-Regler am Kopfhörer: Die Lautstärke lässt sich nur am Abspielgerät (z.B. iPhone) oder per Siri-Sprachbefehl einstellen („Hey Siri, Lautstärke auf 30 Prozent.“) – es gibt aber Situationen, da sind diese beiden Methoden nicht optimal.
  • Alles super – aber nur, wenn du im Team Apple bist: Die AirPods Pro sind die perfekten Buddys fürs iPhone und für den Mac. Alles ist tief in iOS und Mac OS integriert. Sie haben nicht mal eine eigene App, sondern ein Untermenü in den Bluetooth-Einstellungen. Wer ganz oder teilweise auf Android setzt, sollte sich Alternativen von Sony, Jabra, Soundcore, Huwaei und so weiter anschauen, da hat man im Zweifel mehr davon. Na, wer hätte das denn gedacht?

AirPods Pro im Test: Gut zu wissen

Die AirPods Pro sind wasserdicht – allerdings nur die Ohrstöpsel, nicht das Transportcase. Sie lassen sich problemlos mit Android-Handys nutzen, mit ein paar kleinen Einschränkungen. Diese und andere Fakten über die AirPods Pro haben wir hier zusammengetragen:

AirPods Pro: 12 Dinge, die jeder vor dem Kauf wissen sollte!

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AirPods Pro: 12 Dinge, die jeder vor dem Kauf der Kopfhörer wissen sollte

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