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The Crew Motorfest im Test: Kleine Schwächen drosseln großen Spielspaß

Bitte anschnallen! Im Test erfahrt ihr, wie gut The Crew Motorfest im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet. (© PS5-Screenshot GIGA)
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Im Genre der „Open World“-Rennspiele herrscht große Konkurrenz, trotzdem möchte sich The Crew Motorfest einen Platz auf dem Podium erkämpfen. Wie gut das funktioniert und warum Forza Horizon ungeschlagen bleibt, erfahrt ihr im Test.

The Crew Motorfest muss sich mit dem Genre-Konkurrenten Forza Horizon vergleichen lassen, das wird direkt bei der Einführung deutlich. Im Rahmen eines Festivals, dem sogenannten Motorfest, verschlägt es euch auf die Insel O'ahu in Hawaii. Die offene Spielwelt ist wie ein großer Spielplatz, vollgepackt mit Wettbewerben, Prüfungen und Sammelobjekten.

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Leider werdet ihr bei eurer Ankunft und darüber hinaus wieder von viel zu hippen und aufgedrehten Charakteren zugetextet, die nur Unsinn von sich geben und das Motorfest eher zu einem „Cringefest“ machen. Auch die deutsche Synchronisation ist unterirdisch, was in einem Rennspiel aber zu vernachlässigen ist.

Ein Abenteuerspielplatz mit Urlaubsfaktor

Was bei einem Blick auf die Karte direkt auffällt: Der dritte Ableger der Ubisoft-Rennspielserie verliert eines seiner – im wahrsten Sinne des Wortes – größten Verkaufsargumente. Während ihr früher durch eine Miniaturversion der gesamten USA gefahren seid, beschränkt sich das Spielgeschehen dieses Mal auf eine vergleichsweise kleine Insel.

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The Crew Motorfest – Größe der Karte
Hier könnt ihr einen Blick auf die gesamte Karte von The Crew Motorfest erhaschen. (Bildquelle: PS5-Screenshot GIGA)

Eure getrübte Stimmung dürfte aber schnell vergessen sein, denn die sehr farbenfrohe und detaillierte Spielwelt mit Urlaubsfaktor lädt förmlich zum entspannten Cruisen und Erkunden ein. Damit der Weg zum nächsten Event nicht gänzlich zur Spazierfahrt verkommt, rast ihr in sogenannten Prüfungen durch Radarfallen, fahrt Slalom durch digitale Tore oder zeigt euer Gefühl für Gas und (Hand-)Bremse in Drift-Zonen.

Im Vergleich zu Konkurrenten wie Forza Horizon oder Need for Speed: Unbound, wurden die Proportionen der Häuser und Objekte zu den Autos realistischer getroffen – die Fahrzeuge wirken nicht wie Spielzeugautos auf einem Verkehrsteppich für Kinder. Auch Hindernisse wie Laternen, Zäune oder Steinmauern bremsen euch deutlich stärker ab, trotzdem könnt ihr über Stock und Stein von Start bis Ziel fahren, was die Rennen viel dynamischer wirken lässt.

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Was das Motorfest alles zu bieten hat

Die Rennen in The Crew Motorfest werden in sogenannten Playlisten ausgetragen. Hier dürfte der Geschmack eines jeden Auto-Liebhabers getroffen werden. In „Made in Japan“ dürft ihr aufgemotzte Import-Tuner durch neonbeleuchtete Straßen jagen, laute Muscle-Cars mit dicken V8-Motoren schiebt ihr in „American Muscle“ durch die Kurven und in „Bike Lovers“ schwingt ihr euch sogar auf PS-Monster mit nur zwei Rädern.

Das sorgt nicht nur für ordentlich Abwechslung, sondern führt euch auch in die umfassende Welt der Automobilkultur ein, die im neuesten Ableger der Serie gebührend zelebriert wird.

Made in Japan in The Crew Motorfest
Optisch sehr beeindruckend und stimmig: Rennen in der Playlist „Made in Japan“. (Bildquelle: PS5-Screenshot GIGA)
Ärgerlich und unverständlich: Euch werden in Wettbewerben stets die Schlüssel für Leihautos in die Hand gedrückt. Eure eigenen Fahrzeuge könnt ihr erst dann nutzen, wenn ihr die Playlist einmal erfolgreich abgeschlossen habt. Ein Gefühl von Fortschritt in Form eines Wagens, den ihr immer weiter optimiert, geht damit komplett verloren.

Während ihr im Rahmen des Festivals mit Rennen, Aktivitäten und Schnitzeljagden schon fast erschlagen werdet und leicht den Überblick verliert, fallen die Online-Funktionen eher dünn aus. Zwar könnt ihr Freunde einladen und eine eigene Crew gründen, mit „Grand Race“ und „Demolition Royale“ gibt es aber nur zwei Modi, in denen ihr gegen andere Spieler aus aller Welt antreten könnt.

Zugegeben: „Demolition Royale“ ist ein wahrer Spaßgarant. Wer sich gerne an Destruction Derby auf der PlayStation zurückerinnert oder Fahrzeuge einfach gerne zu Schrott fährt, findet hier eine tolle Abwechslung zum Rennzirkus. In einem Bereich auf der Karte, der über die Zeit immer kleiner wird, sammelt ihr Punkte durch das Verschrotten anderer Autos. Seid ihr besonders effektiv, schaltet ihr einen Monster Truck frei, mit dem ihr noch mehr Chaos anrichtet.

The Crew Motorfest – Demolition Derby
Actionreiche Zerstörungsorgie: Destruction Derby trifft auf The Crew Motorfest. (Bildquelle: PS5-Screenshot GIGA)

Autokultur leben und erleben

Durch Events wie Checkpoint-Rennen, Drag Racing oder Drift-Herausforderungen verdient ihr euch etwas Geld dazu, von dem ihr neue Autos, Motorräder, Flugzeuge oder Boote kauft. Insgesamt gibt es davon über 600 an der Zahl – beachtlich! Eure Wagen könnt ihr durch Tuning optisch verschönern, auch genügend Teile für die Leistungssteigerung schaltet ihr frei.

Zwar gibt es bei Weitem nicht so viele Tuningteile wie in Need for Speed: Unbound, trotzdem verleiht ihr euren Fahrzeugen mit alternativen Front- und Heckschürzen, Felgen oder Spoilern sowie aufwendigen Folien eine ganz persönliche Note.

The Crew Motorfest: Offizieller Gameplay-Trailer

Ihr investiert gerne sehr viel Zeit in die Anpassung eurer Fahrzeuge und stellt diese in Online-Lobbys zur Schau? Dann werdet ihr die Main Stage der „Car Meets“ lieben.

In einem kleinen Bereich, wo ihr euch in der Haut eures selbsterstellten Charakters frei bewegen könnt, schaut ihr euch von anderen Spielern ausgestellte Wagen an und bewertet sie. Ihr selber könnt eure Fahrzeuge natürlich auch präsentieren, die Mottos der Shows wechseln regelmäßig. Eine tolle Beschäftigung für Zwischendurch.

The Crew Motorfest – Car Meets
Etwas für wahre Auto-Liebhaber: Bei den Autotreffen könnt ihr Kunstwerke anderer Spieler bestaunen oder eigene Autos ausstellen. (Bildquelle: PS5-Screenshot GIGA)

Arcade-lastiges Fahrgefühl mit einem Hauch von Realismus

Wie elegant lassen sich die Autos in The Crew Motorfest nun steuern? Das Gameplay lässt sich als gute Mischung aus Arcade und Rennsimulation beschreiben. Zwar müsst ihr in Kurven ordentlich herunterbremsen und stets das Heck des Wagens unter Kontrolle halten, so gezielt über die Ideallinie rasen wie in Forza Horizon oder gar Gran Turismo müsst ihr aber nicht. Eher schlägt das Gameplay-Pendel sogar in Richtung Arcade aus, was aber durchaus spaßig ist.

The Crew Motorfest – Drift-Events
Zahlreiche Fahrhilfen erleichtern euch den Einstieg, Profis driften ohne Assistenzsysteme durch Kurven. (Bildquelle: PS5-Screenshot GIGA)

Generell wirkt die Steuerung zu Beginn etwas schwammig, schnell habt ihr euch aber an die Begebenheiten gewöhnt. Alternativ könnt ihr die Controller-Einstellungen an euren Fahrstil anpassen, indem ihr die Totzone reduziert oder an der Linearität schraubt. In der offenen Spielwelt wechselt ihr außerdem jederzeit per Knopfdruck zwischen Autos, Flugzeugen und Booten. Das passiert innerhalb von Sekunden, lockert das Spielerlebnis immer wieder auf und ist einzigartig im Genre.

Es gibt kaum schönere Rennspiele

The Crew Motorfest sieht wirklich toll aus – und das in allen Bereichen. Detaillierte Autos, eine liebevoll gestaltete Spielwelt und besonders imposant sind die hübschen und sehr abwechslungsreichen Wettereffekte. Mal schielen Sonnenstrahlen durch Palmenblätter und bringen euren Metallic-Lack zum Strahlen, dann fliegen euch Blitze und Regenschauer um die Ohren, während der Scheibenwischer eure Sicht von Wassermassen befreit.

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The Crew Motorfest – Grafik
The Crew Motorfest ist ganz schön hübsch, ziemlich bunt und im Detail poliert. (Bildquelle: PS5-Screenshot GIGA)

Löblich zu erwähnen sind zudem die schönen Licht- und Schatteneffekte. Vor allem, wenn ihr durch dichtes Gestrüpp fahrt, werden Blätterschatten dynamisch auf euer Auto geworfen. Das wirkt noch realistischer, wenn ihr in Cockpit-Perspektive durch Hawaii rast. Die gibt es übrigens für alle Arten von Fahrzeugen.

Technisch läuft The Crew Motorfest leider auch nach dem ersten Update noch nicht ganz rund. Oft kann nach Spielstart keine Verbindung zu den Ubisoft-Servern hergestellt werden, was nicht selten in einem Absturz resultiert. Innerhalb von Menüs gibt es ab und zu Lags, die eure Auswahl einfrieren. Eine Navigation ist dann für einige Sekunden nicht möglich.

Nutzt ihr die Rückspulfunktion, um einen Fahrfehler zu korrigieren, läuft eure Zeit einfach weiter. Das sind viele kleine Ärgernisse, die den Spielspaß immer wieder trüben.

The Crew Motorfest - Schadensmodell
Kollisionen sind kaum spürbar, trotzdem sieht das Schadensmodell in Ordnung aus. (Bildquelle: PS5-Screenshot GIGA)

Übrigens: Habt ihr keine aktive Internetverbindung, könnt ihr das Spiel nicht starten. Das ist besonders lästig und wurde von Genre-Konkurrenten mit einem Offline-Modus schon besser gelöst. Zwar dürfte jeder von euch seinen PC oder die Konsole mit stabilem Internet füttern, doch auch bei Serverarbeiten seitens der Entwickler bleibt der Motor aus.

The Crew Motorfest Limited Edition - [PlayStation 5]
Das Produkt ist nicht mehr verfügbar. Zuletzt geprüft: 23.07.2024 07:12 Uhr

So noch nie gehört: Der brachiale Sound von The Crew Motorfest

The Crew Motorfest ist ein rundum gelungenes Spielerlebnis, das euch eine Menge Spaß machen wird. Trotzdem bleibt Forza Horizon der klare Sieger im Rennen um die Krone der „Open World“-Rennspiele. Das Gesamtpaket von Forza Horizon ist und bleibt unschlagbar – alles wirkt noch etwas besser optimiert und aufpoliert. Seid ihr Besitzer einer PlayStation und habt schon öfter neidisch auf die Rennspiel-Serie von Turn 10 geschielt, könnt ihr dennoch bedenkenlos zugreifen.

In einem Aspekt darf sich The Crew Motorfest aber die Krone aufsetzen und lässt andere Rennspiele ganz klein im Rückspiegel hinter sich: Der scheppernde Motorensound der Autos. Viele Entwickler von Rennspielen schmücken sich damit, realistische Aufnahmen von echten Motoren ins Spiel zu implementieren. Hier ist das nicht nur verwaschenes PR-Gerede.

The Crew Motorfest - Ferrari
Schnelle Autos machen mit ordentlich Krach unter der Haube noch mehr Spaß. (Bildquelle: PS5-Screenshot GIGA)

Beim Tritt auf das Gaspedal hört ihr das Pfeifen des Turbos und knallende Fehlzündungen schießen aus dem Endrohr. Das Aufheulen verschiedener Motoren hat sich noch nie so wuchtig angehört. Japanische Import-Tuner sind endlich klar von italienischen Hypercars zu unterscheiden. Alleine diese Geräuschkulisse sorgt für ein breites Grinsen in Gesichtern von Auto-Enthusiasten.

Wertung
8/10
“Wer Rennspiele mag, wird mit The Crew Motorfest definitiv Spaß haben. Innovationen sucht ihr vergebens, die bekannte Formel funktioniert aber einfach gut. Allgemein bekommt ihr ein gelungenes Gesamtpaket, das nur aufgrund mangelnder Online-Funktionen bei der Langzeitmotivation schwächeln könnte.”
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