Facebook-Skandal: Was Apple-Chef Tim Cook an Mark Zuckerbergs Stelle machen würde

Florian Matthey 4

Der Facebook-Datenskandal bestimmt aktuell die Schlagzeilen. In einem Interview wurde jetzt Tim Cook gefragt, was er an Stelle von Facebook-CEO Mark Zuckerberg machen würde. Der Apple-Chef findet darauf eine klare Antwort.

Facebook-Skandal: Was Apple-Chef Tim Cook an Mark Zuckerbergs Stelle machen würde
Bildquelle: Copyright: Getty Images / Justin Sullivan.

Tim Cook: „Ich wäre gar nicht erst in dieser Situation“

Der Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg hat es in diesen Tagen nicht leicht: Überall muss er sich gegen Vorwürfe verteidigen, dass sein Unternehmen mitverantwortlich sei für das massive Datensammeln des Unternehmens Cambridge Analytica. Unter Facebook-Benutzern macht die Forderung, Facebook zu verlassen – Hashtag „#deletefacebook“ – die Runde; mit Tesla-Boss Elon Musk geht eine prominente Persönlichkeit mit (gutem?) Beispiel voran.

In einem Interview mit Recode bekam jetzt Apple-Chef Tim Cook die Frage gestellt, was er denn in der Position seines jungen Kollegen Zuckerberg machen würde. Cook erklärte direkt, dass er gar nicht erst in die Lage gekommen wäre, in der sich Zuckerberg jetzt befindet.

Cook vertritt die Auffassung, dass die Gesellschaft sich ernsthaft Gedanken darüber machen sollte, wie mit Daten umgegangen werden darf. Allgemein sei er kein großer Freund von Regulierungen, da diese auch unerwartete Konsequenzen mit sich bringen könnten. Die aktuelle Situation in Sachen Datenschutz sei aber so prekär und weitreichend, dass Regulierungen wahrscheinlich nötig sind.

Tim Cook: „Wir könnten tonnenweise Geld mit Kundendaten verdienen

Cook betont, dass Apple aus Prinzip kein Geschäft mit Kundendaten mache: Das Unternehmen könnte so „tonnenweise Geld“ verdienen, wenn es diesen Schritt gehen wollte. Für Apple sei aber nicht der Kunde das Produkt, und „wir werden nicht mit eurem Privatleben Geschäfte machen“.

Der Vorwurf an Facebook ist bekanntlich, dass das Unternehmen – teilweise bewusst? – nicht streng genug kontrolliert habe, welche Daten Dritte über Facebook sammeln können. Cook betont wiederum, dass Apple durch Mitarbeiter jede App im App Store überprüfen lasse – und so beispielsweise Pornografie und „Hate Speech“, also Hassnachrichten, aus dem Store fernhalte.

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Apple-Chef ruft zu mehr Vorsicht im Web auf

Internet-Benutzern rät Cook, gegebenenfalls privates Browsing zu aktivieren, darüber nachzudenken, Cookies im Browser zu deaktivieren und – wenn möglich – auf Verschlüsselung zu setzen, um die eigenen Daten zu schützen.

Cook selbst findet es „gruselig“, wenn er Inhalte wie Produktseiten im Netz aufruft und diese ihn an anderer Stelle in der Werbung wieder einholen. Die Möglichkeiten hierfür hat Apple im eigenen Browser Safari bekanntlich zuletzt eingeschränkt – und sich so mit der Werbebranche angelegt. Es zeigt sich, dass Apples Einsatz für Datenschutz nicht nur Lippenbekenntnisse sind.

Quelle: Recode via MacRumors

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