Das erste Smartphone: Seit wann gibt es die schlauen Telefone?

Marco Kratzenberg

Das erste Smartphone war nicht das iPhone, auch wenn das viele glauben. Smartphone steht ja für „intelligente Mobiltelefone“ und da war Apple im Jahr 2007 eben nicht der Vorreiter. Seit wann gibt es Smartphones und wie haben sie sich entwickelt? Diesen Fragen gehen wir nach.

Als Smartphone bezeichnet man ein Handy, wenn es Funktionen eines Computers mit Netzwerk- und Internetverbindungsmöglichkeiten paart. Insofern war das erste Smartphone eher das uneheliche Kind eines Handys und eines PDAs.

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18 Geräte, die durch Smartphones ersetzt werden.

Was gilt als das erste Smartphone?

Mehr als 10 Jahre vor dem iPhone brachte Nokia den „Nokia 9000 Communicator“ heraus. Diese kleine Ding kostete im August 1996 rund 2.700 D-Mark und wurde schnell zu einem Statussymbol für Anzugträger.

Er verfügte über einen HTML-fähigen Internet-Browser und konnte E-Mails und Faxe versenden und empfangen. Zusammengeklappt war das Gerät so handlich wie andere Handys dieser Zeit, aufgeklappt bot es einen Bildschirm sowie eine Tastatur.

Das Display war ein monochromes LCD-Display und die Verbindung über das damalige Handynetz war gleichermaßen langsam wie teuer. Trotzdem eröffnete dieser „Internet-Computer zum Mitnehmen“ völlig neue Möglichkeiten der mobilen Arbeit.

Natürlich konnte man damals schon über Mobil-Modems mit Notebooks ins Internet gehen, aber alles zusammen tragbar in einer Hand zu halten und gleichzeitig damit telefonieren zu können, bot dieses erste Smartphone.

Der Begriff Smartphone wurde übrigens erstmals bei der Präsentation des „Ericsson GS88“ im Jahr 1997 verwendet. Insofern war es das erste Gerät mit der Typenbezeichnung Smartphone. Da es allerdings niemals erschien, ist das ein halber Sieg. Immerhin hatte dieses Gerät schon ein großes Touchdisplay.

Das erste Smartphone mit Farbdisplay

Es sollte noch 7 Jahre bis zum ersten iPhone dauern, als wiederum Nokia mit dem Modell „Nokia 9210 Communicator“ das erste Smartphone herausbrachte, das ein Farbdisplay hatte. Ein Bildschirm mit der Auflösung von 640 x 200 Bildpunkten und das Gerät konnte mit Speicherkarten erweitert werden.

Es hatte einen seriellen Port, um mit einem PC verbunden zu werden. Der 32-Bit-Prozessor lief mit 66 MHz. Es hatte einen Aufnahmefunktion und konnte mit einem MP3-Player aufwarten. Programmierer konnten neue Applikationen, damals noch nicht Apps genannt, entwickeln und sie auf dem Smartphone nutzen. Softwaremäßig war es immerhin mit einem Office-Paket ausgestattet und bot neben einer Textverarbeitung auch eine Tabellenkalkulation sowie einen Betrachter für Präsentationen. Immerhin gab es für dieses smarte Handy auch schon eine Freisprachanlage fürs Auto und eine anschließbare Kamera.

Das letzte Smartphone vor dem iPhone

Es gingen noch einige Jahre ins Land, bis Steve Jobs das iPhone vorstellte. Genügend Zeit für die anderen Hersteller, das Konzept weiter zu entwickeln. So erschien im Jahr 2005 das „Siemens SXG75“ als erstes Handy, das auch einen GPS-Empfänger hatte. Es war außerdem mit einer 2-MP-Kamera für Fotos und eine Frontkamera für Videotelefonie ausgestattet.

Von Siemens vorgestellt, wurde es letztlich von BenQ vertrieben. Es bot einem eine UMTS-Verbindung und der Anwender konnte mit einem XHTML-Browser durchs Netz surfen. Wer heute noch so ein Gerät hat, schaut bei der Ortsbestimmung allerdings in die Röhre, da alle Kartenupdates eingestellt wurden.

Man konnte das Handy mit eigenen Klingeltönen, Screensavern und Java-Spielen ausstatten. Auch die Menü-Icons ließen sich anpassen. Es war Tri-Band-fähig, hatte eine Standby-Zeit von bis zu 400 Stunden und unterstützte bei E-Mails auch das IMAP-Protokoll.

Die Verbindung mit einem PC war sogar kabellos möglich, Musik konnte über einen integrierten MP3-Player oder UKW-Radio gehört werden.

Lange bevor schließlich das iPhone erschien, haben uns die ersten Smartphones schon mit allem ausgestattet, was wir unterwegs wollten und brauchten.

In den nächsten fünf Jahren werden im Smartphone-Sektor weitere größere Änderungen erwartet – deswegen wollen wir von euch wissen, was ihr denn von einem Smartphone in fünf Jahren erwartet.

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