Warum ausgerechnet ein PewDiePie-Spiel mein Highlight im Februar ist

Kamila Zych

Jump Force, Far Cry: New Dawn, Metro Exodus und viele mehr – im Februar kommen zahlreiche Spiele auf den Markt. Doch ausgerechnet ein Indie-Spiel über PewDiePie hat es mir angetan. Und ich erzähle dir auch warum.

Ein Mann, zwei Wochen und tausende Fans – das braucht es also, um ein Spiel zum größten YouTuber der Welt zu entwicklen. Dieser Meinung ist zumindest Thomas Brush, der Entwickler von Pinstripe, welches am 25. April 2017 veröffentlicht wurde. Der heute 28-Jährige hat das Puzzle- und Abenteuerspiel vier Jahre lang im Alleingang entwickelt und sich mithilfe von Spenden auf Kickstarter finanziert. PewDiePie hat damals, neben anderen Influencern, das Voiceover für das Spiel übernommen. Um ihm für seine Hilfe zu danken, hat sich Thomas eine spezielle Herausforderung ausgedacht: Innerhalb von 14 Tagen ein Spiel auf die Beine stellen und damit PewDiePie im Kampf gegen T-Series zu unterstützen. 

Noch nie was von Pinstripe gehört? Der Trailer gibt er einen kleinen Vorgeschmack.

Pinstripe.

In 14 Tagen zu einem Spiel

Das Spiel soll in Zusammenarbeit mit PewDiePie und seiner Community entstehen. Eigens dafür wurde beispielsweise ein Subreddit eröffnet, in dem Fans ihre Ideen posten können und mit etwas Glück Einzug ins Spiel bekommen. Brush will den Entwicklungsprozess täglich auf YouTube livestreamen. Gestern fand der erste Livestream statt und ich war dabei. Ich stieß ungefähr in der Mitte des rund sechseinhalbstündigen Streams dazu, da stand bereits das Setting und die Spielfigur. Im Millisekundentakt füllte sich der Livechat mit den wildesten Ideen: Lasagne als Fernwaffe, ein Kleiderschrank als Spawnpunkt, ein Einkaufswagen anstelle von Beinen – PewDiePie-Fans wissen Bescheid.

Damit du zum Thema PewDiePie auch mitreden kannst, haben wir hier ein paar Fakten für dich zusammengestellt.

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15 Fakten zu PewDiePie, die dich überraschen werden.

Normalerweise schaue ich selten Livestreams, geschweige denn kommentiere ich unter Videos. Aber dieses Mal war es anders. Thomas‘ Livestream zog mich mit seiner einzigartigen Atmosphäre sofort in seinen Bann: Im Hintergrund lief eine Playlist mit japanischen Songs aus den 80ern, den Bildschirm zierte eine wunderschöne Mischung aus Pink und Blau, der Chat war voller User, die gegenseitig ihre Ideen pushten. Thomas war gerade dabei, eine T-Series-Drohne zu designen und färbte das „T“ darauf schwarz. In dem Moment wurde eine Kommentarwelle ausgelöst, die hauptsächlich die Worte „weißes T“ beinhalteten. Ich ließ mich auch mitreißen und tippte aufgeregt diverse Male in meine Smartphone-Tasten. Der Entwickler checkte schnell, worum es geht und änderte – zunächst etwas skeptisch – die Farbe des Buchstaben. Das Endergebnis sah schließlich nach einer Mischung aus Boba Fett und einem fliegenden, pinken Seeigel aus – und jeder schien zufrieden zu sein.

Der Bob Ross der Spieleentwickler

Und so ging es ungefähr mit allen weiteren Schritten weiter. Thomas schaute gelegentlich in das Subreddit-Forum und betonte immer wieder, was für tolle Ideen die Fans haben. Immer wieder ging er auf Kommentare ein und bedankte sich für die Komplimente und Spenden der Zuschauer. Es war, als würdest du einem guten Freund bei der Arbeit zuschauen – oder wie Thomas es schön in Worte gefasst hat: „Ich kann euer Bob Ross für Spieleentwicklung sein.“ Irgendwie lustig, wenn du bedenkst, dass sein Nachname „Brush“ (auf Deutsch: Pinsel) lautet.

Manchmal aber, musste der Entwickler die Fans in ihren Ideen stoppen. Er hat nämlich schon einen festen Plan, wie das Grundgerüst des Spiels aussehen soll: Es wird ein minimalistischer 2D-Plattformer, der ausschließlich in Pink- und Blautönen gehalten ist. Aus diesem Grund wird es auch beispielsweise keine grünen Katzenohren auf Pewds Kopf geben. Das Spiel soll übrigens kostenlos erhältlich sein und das obwohl Brush das Geld gut gebrauchen könnte. Er baut momentan ein Haus für ihn, seine Frau und deren kleine Tochter. Da die drei daher gerade keinen festen Wohnsitz haben, gestand Thomas an einer Stelle, dass er in dem Keller seiner Eltern streamen würde. Solltest du den Livestream verpasst haben, kannst du ihn dir hier anschauen:

Doch Thomas streamt nicht erst seit gestern. Laut eigener Aussage hat er mit 18 Jahren mit der Spieleentwicklung begonnen und die meiste Zeit alleine gearbeitet. Irgendwann startete er seinen YouTube-Kanal, um während seiner Arbeit zu streamen und sich so weniger einsam zu fühlen. Bis vor Kurzem hatte sein Kanal ungefähr 1.000 Abonnenten – doch nachdem er seinen Aufruf an PewDiePie veröffentlichte und dieser ihn in seinem YouTube-Video erwähnt hat, explodierten förmlich die Abo-Zahlen. Inzwischen hat er rund 54.000 Subscriber (Stand: 14.02.2019). Und nicht nur das: Durch seinen Livestream ist es ihm gelungen, den Abo-Abstand zwischen PewDiePie und T-Series auf knapp 94.000 zu erhöhen.

Etwas, das dir kein AAA-Titel bieten kann

Mich hat es unglaublich beeindruckt, wie die Community während des Streams zusammengearbeitet hat und wie geduldig und herzlich Thomas auf die Ideen der Fans eingegangen ist. Jeder mag von PewDiePie halten, was er möchte, doch dieses Spiel, das da gerade entsteht, ist etwas ganz Besonderes. Es gibt dir etwas, das dir kein AAA-Titel bieten kann: Das Gefühl, gehört zu werden und hautnah bei der Entwicklung dabei zu sein. Und genau aus diesem Grund wird dieses Game mein persönliches Highlight im Februar.

Ich bin sehr gespannt, wie die nächsten 13 Tage mit Thomas Brush aussehen werden. Noch stehen ganz viele unrealisierte Ideen im Raum, wie zum Beispiel der (Kein-)Raktenwerfer von Elon Musk. Brush ist es wichtig, dass auch der Tesla-Chef das Spiel zu Gesicht bekommt, damit er schließlich in einer seiner Raketen ins All fliegen darf. Das hat er sich nach der harten Arbeit auch redlich verdient.

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