Final Cut Pro X

Den weltbesten Cuttern sei die Kinnlade heruntergefallen: Die Videoschnitt-Software Final Cut Pro ist komplett überarbeitet worden, Apple hat sie soeben veröffentlicht. Sie will mit einem “revolutionären Videoschnitt, fantastischen Effekten, integrierter Audiobearbeitung und Leistungsstärke” überzeugen. Die Anwendung kann über den Mac App Store* geladen werden.

Da ist sie, Final Cut Pro X, die Version 10.0 der Apple-Videobearbeitung. Sie wurde von Grund auf überarbeitet, hebt Apple hervor, und biete jetzt eine beeindruckende Geschwindigkeit, noch bessere Qualität und mehr Fexibilität bei der Postproduktion. Ja, auch Postproduktion, denn es sei eine Anwendung für den gesamten Prozess, sagt Apple. “Final Cut Pro X ist der größte Fortschritt im professionellen Videoschnitt seit der ersten Version von Final Cut Pro,” sagt Philip Schiller, Senior Vice President Worldwide Product Marketing von Apple. “Wir haben es den weltbesten professionellen Cuttern gezeigt und ihnen ist die Kinnlade heruntergefallen.”

Video-Bearbeitung mit Magnetic Timeline

“Eine komplett neue Produktion” sei es, nicht nur eine andere Art des Schnitts. Das Herz von Final Cut Pro X ist die Magnetic Timeline, ein Ansatz, Footage-Material ohne Spuren zu schneiden. Er ermöglicht es laut Hersteller, Clips hinzuzufügen und zu arrangieren, wo immer man sie haben möchte, während die anderen Clips augenblicklich zur Seite rücken. Mit verknüpften Clips kann man vorhergehende Story-Clips mit anderen Elementen koppeln, wie etwa Untertitel und Soundeffekte, sodass sie perfekt verknüpft bleiben wenn man sie bewegt. Man kann sogar zusammengehörige

Elemente der Story zu zusammengesetzten Clips kombinieren, der wie ein einzelner Clip bearbeitet werden kann.

Eine neue, “bahnbrechende” Funktion namens Auditions soll es ermöglichen, zwischen verschiedenen Clip-Sammlungen zu wechseln, um sofort alternative Versionen vergleichen zu können. Welche Aufnahme, welche Einstellung, welcher Effekt ist besser? Neben dem schnellen Vergleich ermöglicht Auditions, verschiedene Versionen eines Projektes anzulegen.

Medienorganisation mit Inhaltsanalyse

Schon allein für die Medienorganisation hat sich Apple Neues einfallen lassen. Zunächst einmal lassen sich mehr Formate, wie natives AVCHD und H.264 importieren – ein Vorteil, den die Einsteiger-Konkurrenz wie Roxio Toast (eigentlich ja nur ein Brennprogramm, und kein Videoschnitt) in der Vergangenheit gerne für sich verbuchte. Wie diese Clips gehandhabt werden, ist ebenfalls überarbeitet worden. Intelligente Sammlungen (vergleiche iTunes) sind keine Besonderheit. Aber:

Eine automatische Inhaltsanalyse durchsucht die Medien während des Imports und fügt den Inhalten nützliche Informationen hinzu. Final Cut Pro X nutzt diese Daten, um die Clips in den intelligenten Sammlungen zu organisieren. So können Clips, die man sucht, anhand von Close-up-Aufnahmen, Medium oder Weitwinkelaufnahmen sowie nach Medienart und der Anzahl von Personen in der Aufnahme gefunden werden. Außerdem kann man Teile von Clips mit sequenzbezogenen Schlagwörtern versehen um den Daten benutzerdefinierte Suchkriterien hinzuzufügen.

Audio und Nachbearbeitung

Über den Videoschnitt hinaus bietet Final Cut Pro eine Audiobearbeitung, die sogar 5.1-Surround-Sound ermöglicht. Die Tonspuren von Video- und Spiegelreflex-Kameras werden dabei sofort als separater Audiokanal in Wellenform angezeigt. Fehler wie Brummen und störende Geräusche sollen korrigiert werden können.

Um die Produktion zu perfektionieren, steht eine Farbkorrektur zur Verfügung. Clips, die unter unterschiedlichen Lichtverhältnissen aufgenommen wurden, können damit angepasst werden. Über das Color Board können Farbqualität, Sättigung und Aufnahmeeigenschaften bearbeitet werden, Keying- und Maskenfunktionen ermöglichen eine Feineinstellung für einzelne Farb- oder Bildbereiche. Viele Effekte und Möglichkeiten (übersichtlich im Mac App Store aufgelistet) stehen zur Auswahl, und wem das nicht ausreicht, der kann auf den “idealen Begleiter” Motion 5 zurückgreifen.

Die Filme können für die Apple-Geräte und Videowebseiten exportiert werden.

Auch DVDs und Blu-ray-Discs können inklusive Menü gebrannt werden. Final Cut Pro X nutzt Multithreading-Verarbeitung und die GPU der Grafikkarte für rasend schnelles Hintergrund-Rendering und hervorragendes Echtzeit-Playback. Zusätzlich sorgt die von ColorSync verwaltete Farb-Pipeline für Konsistenz vom Import bis zur Ausgabe.

Systemanforderungen und Preis

Die 1,33 Gigabyte für Final Cut Pro X werden über den Mac App Store geladen – an die Software kommen damit nur Mac-Nutzer, die Snow Leopard 10.6.7 installiert haben. Das gibt Apple auch als Systemvoraussetzung an. An Hardware verlangt die Anwendung einen 64-Bit-Prozessor. Damit wird die neueste Mac Hardware voll ausgenutzt, “sodass man nie wieder auf den nächsten Bearbeitungsschritt warten muss, selbst wenn man mit einem 4K-Video arbeitet”, verspricht der Hersteller.

Die Grafikkarte muss OpenCL-fähig sein, oder eine Intel HD Graphics 3000 beziehungsweise neuer. Desweiteren sind 256 Megabyte VRam notwendig und ein Bildschirm mit mindestens 1280×768 Pixeln.

Der Preis beträgt für Final Cut Pro X im Mac App Store* 239,99 Euro.

Fazit Final Cut Pro X

Ob sich die Profi-Anwender mit allen Funktionen anfreunden können, wird sich noch zeigen. Apple gestaltet seine Oberliga-Software jedoch so, dass viele engagierte Hobby-Filmer damit etwas anfangen können. Ein großer Markt als Zielgruppe ermöglicht dann wiederum einen guten Preis. Mit der Version 10 von Final Cut Pro hat Apple eine Software präsentiert, die attraktiv für alle ist, denen iMovie nicht ausreicht.

Überblick Final Cut Pro X
Hersteller: Apple
Preis: 239,99 im Mac App Store*
Systemvoraussetzungen:

  • Mac OS X 10.6.7
  • 2 Gigabyte Arbeitsspeicher
  • OpenCL-fähige Grafikkarte oder mindestens Intel HD Graphics 3000 mit 256 MB VRAM
  • Bildschirm mit mindestens 1280×768 Pixeln.

Alternativen:

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