Microsoft hat mit Windows 8 die Touchscreen-Unterstützung und die Metro-Oberfläche eingeführt. Dies kam bei Nutzern nicht gut an und das Betriebssystem wurde regelrecht ignoriert. Alle Infos zu Windows 8 gibt es hier.

 
Windows 8
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Windows 8: Die unbeliebten Neuerungen

Ursprünglich wollte Microsoft mit Windows 8 eine Benutzeroberfläche einführen, die sowohl auf mobilen als auch auf Desktop-Geräten funktioniert. Die Umsetzung war allerdings an vielen Ecken unausgereift und uneinheitlich:

  • Das beliebte Startmenü war durch eine Kacheloberfläche ersetzt worden (Metro-Design/ModernUI).
  • Standardmäßig zeigte Windows 8 diese Kacheloberfläche und nicht den Desktop.
  • Der Desktop wurde über eine der Kacheln erreicht, was viele Nutzer weiter verwirrte.
  • Auf der Desktop-Ansicht fehlte der Startbutton.
  • Fenster und Programme starteten im Vollbild und ließen sich nicht in der Größe ändern, wie man es von früheren Windows-Versionen gewohnt war.
  • Manche Mausbewegungen lösten seltsame Funktionen aus, weil das Betriebssystem sie für Wischgesten hielt.

Kurzum: Nutzer wussten einfach nicht, wie man Dinge in Windows 8 erledigt. Methoden, die sich seit Windows 95 bewährt hatten, funktionierten in Windows 8 nicht mehr.

Das war das Startmenü von Windows 8. (Bild: GIGA)
Das war das Startmenü von Windows 8. (Bildquelle: GIGA)

Die Fenster und Optik von Windows 8 allgemein sehen flacher und kantiger aus, als in Windows 7 oder Windows Vista. Das gläsern wirkende Aero-Design war weitgehend verschwunden. Der Windows-Explorer bekam eine Ribbon-Menüleiste, die bereits aus Microsoft Office 2007 bekannt war.

Windows 8: Die Geschichte von Windows Vista wiederholt sich

Die Unzufriedenheit des fehlenden Startmenüs ging soweit, dass es mehrere Programme gab, die das Startmenü wieder wie in Windows 7 zurück brachten. Und mit einigen Anpassungen und Zusatz-Tools konnte man Windows 8 ähnlich wie Windows 7 nutzen – aber der Ersteindruck war wie damals mit Windows Vista bereits ruiniert, weshalb die meisten weiterhin bei Windows 7 blieben. Erst mit Windows 10 sollte Microsoft ein Betriebssystem entwickeln, das die Anforderung „Ein Betriebssystem für alle Geräte“ größtenteils erfüllt.

Dann kam Windows 8.1

Knapp ein Jahr später veröffentlichte Microsoft Windows 8.1. Nutzer mussten also irgendwann auf diese Version aktualisieren, um aktuelle Updates zu erhalten. Mit dem „Update 1“ für Windows 8.1 gab es folgende neue Funktionen:

  • Überarbeitete Metro-Oberfläche.
  • Startbutton ist wieder in der Taskleiste vorhanden, startet aber die Kacheloberfläche, nicht das Startmenü aus Windows 7.
  • Kacheln lassen sich im Startbildschirm in der Größe ändern.
  • Metro-Apps lassen sich individueller anordnen.
  • Windows 8.1 konnte direkt in den Desktop starten.
  • Bei der Installation von Windows 8.1 wird man gedrängt, ein Online-Microsoft-Konto anzulegen und sich damit anzumelden.

Windows 8: Die technischen Daten

An der internen Versionsnummer „Windows 6.2“ sieht man, dass Windows 8 von Microsoft als aktualisierte Version von Windows 7 (Windows 6.1) angesehen wurde, sonst hätte es die Version 7.0 gehabt. Später veröffentlichte Microsoft mit Windows 8.1 eine aktualisierte Fehler-bereinigte Windows-Version, welche die interne Versionsnummer „Windows 6.3“ erhielt.

Logo
Das Logo von Windows 8.
BezeichnungWindows 8 (Windows 6.2 Build 9200)
Windows 8.1 (Windows 6.3 Build 9600)
Codename Windows 8.1: Blue
ReleaseWindows 8: 26. Oktober 2012
Windows 8.1: 18. Oktober 2013
Support-EndeWindows 8:
12. Januar 2016 (Privatkunden)
Windows 8.1:
09. Januar 2018 (Privatkunden)
10. Januar 2023 (Unternehmen)
CPU-Architekturx86, x64, ARM
Max. direkt adressierbarer Speicher32 Bit und 64 Bit
InstallationsdatenträgerDVD, ISO-Download
NeuerungenNeue Metro-Benutzeroberfläche und neues „Startmenü“, kein klassischer Startbutton mehr, keine DVD-Wiedergabe ab Werk, Charmsbar am rechten Bildschirmrand einblendbar für weitere Funktionen, erweiterter Task-Manager, Windows Explorer mit der von Office 2007 bekannten Ribbon-Oberfläche
SystemanforderungenDaten der 64-Bit-Version in Klammern:
  • CPU: 1 GHz oder schnellerer
  • 1 GB Arbeitsspeicher (2 GB)
  • 16 GB freier Festplattenspeicher (20 GB)
  • DirectX9-Grafikkarte mit Treiber für WDDM 1.0 oder höher
  • Bildschirmauflösung von 1.366 × 768, um Apps anzudocken
Windows-Versionen
  1. Windows 8 (für Endkunden)
  2. Windows Pro (für Endkunden/Unternehmen)
  3. Windows 8 Enterprise (für Unternehmen)
Preis
120 Euro für Windows-8-Vollversion
280 Euro für Windows-8-Pro-Vollversion
Als Update von Windows 7 kostenlos

So wurde Windows 8 damals beworben:

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Fazit

Windows 8 sollte für Microsoft das Betriebssystem sein, das auf allen Geräten wie Tablet, Smartphone oder Desktop-PC laufen sollte. Allerdings gab es sehr viele Kompromisse und die Bedienung verwirrte zu viele Nutzer. Windows 7 sah im Vergleich für die meisten wie die deutlich bessere Alternative aus. Windows 8 bliebt in den Verkaufsregal weitgehend liegen. Später gab es Windows-8-Vollversionen aufgrund geringer Nachfrage für für 20-30 Euro zu kaufen. Die Nachfrage an einem neuen Windows stieg erst mit dem kostenlosen Windows 10.

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