PC selbst zusammenbauen: Schnell und günstig zum Traum-PC

Selim Baykara
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Ihr wollt euch euren eigenen PC zusammenstellen, wisst aber nicht genau, wo ihr anfangen sollt? Hier seid ihr an der richtigen Stelle! Wir geben grundlegende Tipps und zeigen euch Schritt für Schritt, wie ihr einen Computer selbst zusammenbaut. Außerdem erklären wir, worauf ihr beim Kauf der Komponenten achten müsst und geben zusätzliche Alternativen für jedes Budget.

Im Video stellen euch Marco und Frank zunächst die Komponenten unseres PCs vor – anschließend sehr ihr, wie der Zusammenbau genau funktioniert.

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PC selbst zusammenbauen

Bevor wir mit dem Zusammenbauen loslegen, hier die drei wichtigsten grundlegenden Tipps, die ihr beim Zusammenstellen eines PCs immer beachten solltet. Wenn ihr euch an diese Tipps haltet, seid ihr eigentlich immer auf der sicheren Seite – egal, was ihr mit dem PC vorhabt und für welche Komponenten ihr euch entscheidet.

  • Überlegt euch schon vor dem Kauf, wofür ihr den PC zusammmenbaut. Eine High-End-Intel-CPU hat in einem gewöhnlichen Office-Computer nichts zu suchen. Auf der anderen Seite benötigt ihr für einem schnellen Gaming-PC mehr als eine Onboard-Grafikkarte.
  • Achtet in jedem Fall darauf, dass alle Komponenten untereinander kompatibel sind. Die CPU muss zum Mainboard-Sockel passen, außerdem benötigt ihr die richtigen DDR3 bzw- DDR4-Speichermodule sowie ein ausreichend starkes Netzteil. Hier müsst ihr zwangsläufig ein wenig selbst recherchieren und auf den Hersteller-Webseiten prüfen, ob die Komponenten zusammenpassen.
  • Legt im Vorfeld ein Preislimit fest, beispielsweise 1000 Euro (dafür bekommt ihr schon einen sehr guten Gaming-Rechner). Beim Zusammenbau eines eigenen PCs kann man schnell vom Hundertsten ins Tausende gelangen – und ihr werdet immer ein Bauteil finden, das noch ein wenig mehr kann, dafür aber auch teurer ist. Andererseits solltet ihr aber auch nicht an der falschen Stelle sparen – investiert auf jeden Fall in ein gutes Marken-Netzteil und eine ausreichende Kühlung.

Inhaltsverzeichnis: PC selbst zusammenbauen

PC selbst zusammenbauen: Viele Vorteile, wenig Nachteile

Einen PC selbst zusammenzubauen hat wesentlich mehr Vorteile als Nachteile – und zwar nicht nur, wenn ihr damit zocken wollt. Einerseits ist es deutlich preiswerter, sich die einzelnen Komponenten online zu bestellen und diese in einem Gehäuse zu verschrauben, als einen bereits vormontierten Rechner von der Stange zu erwerben. Außerdem ist es effizienter, weil ihr nur die Komponenten bestellt und verbaut, die ihr auch tatsächlich braucht. Dazu kommt, das ihr keine Bloatware habt, wenn ihr das Betriebssystem selber installiert.

Der letzte Punkt ist auch nicht zu unterschätzen: Der Zusammenbau eines PCs macht durchaus Spaß! Der Moment, wenn ihr den Rechner nach stundenlanger Schrauberei das erste Mal hochfahrt und vom Piepen des BIOS begrüßt werdet, ist nicht zu ersetzen.  Wenn ihr euch also auch nur ein bisschen für derlei Bastelarbeit begeistern könnt, solltet ihr keine Sekunde länger zögern.

Einziger Nachteil eines PCs Marke Eigenbau ist im Prinzip nur, dass der Zusammenbau einiges an Zeit verschlingt. Für die Auswahl der Komponenten wälzt ihr Testberichte, checkt Performance-Tabellen und vergleicht die Preise im Netz. Dazu kommt dann noch der eigentliche Einbau. Mit ein wenig Erfahrung geht das Zusammenbauen schnell vonstatten, für einen Anfänger ist es aber nicht ganz einfach – vor allem, wenn irgendetwas nicht funktioniert und man sich auf die Fehlersuche machen muss.

Genau deswegen haben wir diesen Guide zusammengestellt! Mit der folgenden Anleitung baut ihr euch im Handumdrehen euren eigenen Rechner und müsst euch keine Sorge machen, dass irgendetwas kaputt geht oder die teuren Komponenten für die Katz sind.

Tipp für absolute Anfänger: Wenn ihr wirklich gar keine Erfahrung im Zusammenbau eines PCs habt (oder nicht einmal wisst, was die einzelnen Komponenten machen), ist es vielleicht keine schlechte Idee, einen Freund oder Bekannten um Hilfe zu bitten.
Plant einige Stunden ein, lasst euch genau erklären, wozu Mainboard, Grafikkarte und CPU da sind und versucht dann, die Bauteile unter Anleitung zu verbauen.  PC zusammenbauen lernt man am besten, indem man es selbst macht – dabei ist es aber extrem hilfreich, wenn einem jemand mit mehr Erfahrung über die Schulter schaut.

PC zusammenstellen: Diese Komponenten benötigt ihr

Grundausstattung

Bevor ihr loslegen könnt, benötigt ihr zunächst die verschiedenen PC-Komponenten, also die Einzelteile, aus denen der Computer besteht. Zwingend erforderlich sind:

  • Mainboard
  • Arbeitsspeicher (RAM)
  • Gehäuse
  • CPU
  • Lüfter
  • Netzteil

Eine Grafikkarte ist optional aber ratsam: Viele Mainboards oder CPUs verfügen über einen Onboard-Grafikchip – wenn ihr vorhabt, mit dem selbst zusammengebauten PC zu spielen oder Videos zu bearbeiten, kommt ihr um eine separate Grafikkarte aber nicht herum.

In der Tabelle listen wir für euch auf, was wir in unseren aktuellen Eigenbau-PC verbaut haben und geben euch jeweils eine Alternative für den kleineren Geldbeutel. Klickt auf die Links zu den einzelnen Komponenten, beispielsweise Mainboard oder CPU, um mehr darüber zu erfahren, was dieses Bauteil macht und wie es arbeitet.

Komponente Foto GIGA-PC Ausstattung und günstigere Alternative
Gehäuse: Das Gehäuse beherbergt all eure Komponenten. Vom Mini-ITX-Barebone über Mini-, Midi- und Big-Tower sind unterschiedliche Größen verfügbar. Achtet vor allem darauf, dass ihr ausreichend Platz für den Lüfter und Laufwerke habt. Wenn ihr eine Grafikkarte verbaut, muss diese ebenfalls ins Gehäuse passen. Dazu kommen die Kabel, die ihr im Idealfall hinter der Rückwand versteckt.
Gehäuse
 Unser PC:Günstigere Alternative:
Mainboard: Das Motherboard ist die Hauptplatine, mit der alle Komponenten verbunden werden. Wichtig: Der Sockel/Socket entscheidet darüber, welche CPU ihr dort verbauen könnt. Die größten Unterschiede gibt es ansonsten in der Ausstattung des Boards.
Mainboard
Unser PC:
Günstigere Alternative:
Netzteil: Achtet beim Kauf auf Modularität (nicht benötigte Kabel lassen sich abnehmen), Wirkungsgrad (mindestes 80-Plus-Siegel) und Leistung (Watt). Mehr dazu hier Das richtige Netzteil wählen. Wir empfehlen vor allem beim Netzteil nicht zu sparen und immer zum Markenprodukt greifen.  
Netzteil
 Unser PC:Günstigere Alternative:
Prozessor (CPU): Das Herzstück des PCs. Bei den meisten stellt sich hier die Frage: Intel oder AMD? Wir empfehlen eine Intel-CPU – wichtig ist aber vor allem, dass die Kontaktstellen zum Sockel des Mainboards passen. Außerdem solltet ihr vorher wissen, ob ihr übertakten wollt, um ggf. eine CPU mit freiem Multiplikator zu wählen.
CPU
  Unser PC:Günstigere Alternative:
Grafikkarte (GPU): Tatsächlich haben einige CPUs bereits eine Grafikeinheit integriert, die für normale Office-Arbeit ausreicht. Gamer sollten zu einer dedizierten Grafikkarte greifen. Hier muss die Grundsatzentscheidung zwischen Nvidia oder AMD getroffen werden. Von jedem Modell gibt es verschiedene Versionen von Drittherstellern, die sich in Kühllösung und oft auch Taktraten unterscheiden.  
Grafikkarte
Unser PC:Günstigere Alternative:
Arbeitsspeicher (RAM): Beachtet, welche RAM-Riegel auf euer Mainboards passen – die aktuellste Generation ist DDR4. Heute sollten mindestens 8 GB verbaut werden. Kauft euch immer ein Kit (bestehend aus zwei Riegeln), damit ihr Dual Channel und somit eine schnellere Datenübertragung nutzen könnt.  
RAM
 Unser PC:Günstigere Alternative:
Festplatten: Unser System- und Datenspeicher. Betriebssystem und Programme sollten wegen des enormen Geschwindigkeitsvorteils auf eine Solid State Drive (SSD). Wer große Mengen an Bildern, Foto- und Videodateien besitzt, sollte sich hierfür noch eine große mechanische Platte holen.  
SSD
Unser PC:Günstigere Alternative:

Optionale Komponenten

Neben den Basis-Komponenten, die bei jedem PC zwingend erforderlich sind, gibt es weitere Elemente, die ihr je nach Bedarf/Geldbeutel ebenfalls in Betracht ziehen solltet:

  • Kühler
    Optisches Laufwerk: Schaut ihr häufig Filme auf DVD oder Blu-ray? Dann solltet ihr auf ein optisches Laufwerk nicht verzichten.

  • Soundkarte: Darf es ein bisschen mehr als der Onboard-Sound sein? Wem die Audio-Qualität wichtig ist, etwa für Musik-Produktion, der sollte auf eine dedizierte Soundkarte nicht verzichten.

  • Prozessor-Lüfter: Bei manchen CPUs wird der passende Lüfter

    Kühler

    bereits mitgeliefert, bei anderen wiederum nicht. Selbst wenn ein Lüfter im Lieferumfang dabei ist, zahlt es sich aus, ein leiseres und performanteres Modell anzuschaffen. Wir haben in unserem selbstgebauten PC den Cooler Master Hyper TX3i (ca. 20 Euro) verbaut.

  • Wasserkühlung: Eine Wasserkühlung zu installieren, ist heutzutage kein Hexenwerk mehr – allerdings sind sie nur bei absoluten Highend-Rechnern (1500 Euro und mehr) erforderlich. Im besten Fall ist das System dann leiser und lässt sich gut übertakten. Wasserkühlungen gibt es im Komplettset oder sie lassen sich, fast wie ein PC selbst, Komponente für Komponente selbst zusammenstellen.

  • (Bessere) Gehäuselüfter: Sorgen für den nötigen Luftstrom um die Abwärme der Komponenten aus dem Gehäuse zu transportieren.

Peripherie

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