Handy hacken: Was geht? Wie kann man sich schützen?

Martin Maciej 1

Kaum jemand verzichtet im Alltag noch auf sein geliebtes Smartphone. Neben witzigen Spielen oder Telefonaten werden inzwischen auch Online-Bankgeschäfte, Zahlungen über PayPal und weitere sensible Tätigkeiten über das Gerät abgewickelt. Kein Wunder also, dass es immer mehr Gründe gibt, ein Handy hacken zu wollen.

Auch das Mitlesen von WhatsApp-Nachrichten oder der Einblick in die private Fotosammlung auf dem Smartphone kann ein Anreiz dazu sein, sich in ein fremdes Smartphone einzuhacken. Doch geht das wirklich? Und wie kann man sich schützen?

Fake-Gutscheine auf WhatsApp.

Handy hacken: Was ist möglich?

Tatsächlich ist es unter bestimmten Umständen ein Leichtes, sich in ein fremdes Handy einzuhacken. Mit speziellen Tools und Tricks ist es Betrügern möglich, Daten vom Handy auszulesen, Gespräche mitzuhören oder Passwörter abzufangen. Wie kommen Viren und Hacks auf ein Smartphone? Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Hacker manipulieren beliebte Apps und speisen Viren in die Installationsdateien ein. Solche Apps sind jedoch meist nicht in den zuverlässigen Playstores verfügbar, sondern müssen bei Android manuell als APK-Datei installiert werden. Schmackhaft werden solche manipulierten Dateien durch angebliche Extras gemacht. Als „Super Mario Run“ etwa offiziell nur für iPhone verfügbar war, verteilten Betrüger bereits virenverseuchte Android-Dateien mit dem Namen des beliebten Spiels.
  • Auch Webseiten können mit betrügerischen Inhalten präpariert werden. Surft man solch eine Seite an, könnten im schlimmsten Fall betrügerische Programme im Hintergrund auf das Handy geladen werden.
  • Vor zwei Jahren sorgte die angestaubte MMS für Aufsehen. Hacker konnten eine Nachricht an eine beliebige Handynummer verschicken. In diesem Fall benötigten Betrüger also lediglich eine Handynummer, um Schaden anzurichten. Auch wenn Opfer diese Nachricht nicht öffneten, bestand die Gefahr, dass Schädlinge aus der MMS den Weg auf das Android-Gerät gefunden haben. Um die Virengefahr einzudämmen, haben die meisten Mobilfunkanbieter den automatischen MMS-Empfang deaktiviert.
  • Genauso wie am PC kann man natürlich auch am Smartphone Opfer eines Phishing-Angriffs werden. Hierbei müssen Angreifer nicht mal das Handy hacken, sondern greifen private Login-Daten einfach über gefälschte Webseiten ab, um dann z.B. mit eurem PayPal-Account auf Einkaufstour zu gehen.
  • Weiterhin sollte man sich nicht bedenkenlos mit allen möglichen Geräten vernetzen. Hackern ist es etwa bereits gelungen, einen Drucker so zu präparieren, dass dieser plötzlich Telefonnummern der eingeloggten Geräte anruft oder SMS schreibt. Schon mit einem Raspberry Pi und einer Software, die es im Netz zu finden gibt, können Mobilfunkmasten imitiert werden, um so z. B. Telefongespräche abzufangen und mitzuhören.
  • Theoretisch ist es auch möglich, dass Handys durch Sprachbefehle gekapert werden.

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Android-Geräte sind für Hacks besonders anfällig. Aber auch iPhones sind nicht unverwundbar (Quelle: Statista).

Solltet ihr selber mit Gedanken zu spielen, ein Handy hacken zu wollen, haltet Abstand davon. Natürlich ist es gesetzlich verboten, Anwendungen auf fremden Geräten zu installieren, um private Daten abzugreifen. Darüber hinaus tarnen Betrüger angebliche Hacker-Apps oder -Tools selber mit Viren, um unerfahrenen, neugierigen Usern Schadprogramme unterzujubeln. Lest bei uns auch, was man tun sollte, wenn man ein Handy gefunden hat.

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Android-Versionen: Das Google-Betriebssystem.

So kann man sich vor einem Handy-Hack schützen

Inzwischen ist es Betrügern sogar gelungen, SmartTVs zu hacken. Natürlich ist nicht jedes Smartphone per se gefährdet. Mit einigen Handgriffen sowie einem überdachten Nutzerverhalten seid ihr mehr oder weniger sicher mit dem Smartphone unterwegs:

  • Es gibt zwar einige Antiviren-Apps auf dem Markt. Vollständige Sicherheit bieten diese jedoch nicht, können unter Umständen sogar für neue Gefahren sorgen. Mehr dazu hier: Android-Antivirus-Apps – braucht man das wirklich?
  • Richtet eine Bildschirmsperre ein. Wurde das Handy verloren, kann ein „Finder“ nicht einfach Zugriff auf das Gerät und die darin enthaltenen Daten erhalten. Um einen unberechtigten Zugang zu euren Daten auf dem Handy nach dem Verlust zu verhindern, solltet ihr zudem den Fernzugriff über den Android-Gerätemanager rechtzeitig aktivieren. Hier könnt ihr ein Handy aus der Entfernung vom PC aus sperren oder Daten gezielt löschen.
  • Sensible Daten auf der SD-Karten können verschlüsselt werden, so dass diese nicht einfach ausgelesen werden können.

skull of death on smartphone screen. Hacked mobile phone on tablet computer

  • Installiert nicht wahllos jede beliebige App. Viren kommen vor allem über APK-Dateien aus unbekannten Quellen auf das Gerät. Achtet jedoch auch bei der Installation von Android-Apps aus dem „Google Play Store“, welche Berechtigungen eine Anwendung erfordert, ob eine Taschenlampen-App etwa Zugang auf eure Fotosammlung oder den Standort benötigt. Achtet dabei auch auf Bewertungen im „Play Store“. Ist etwas mit der Anwendung faul, berichten meist bereits andere User davon.

Bild: Ali Kerem Yücel

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