Telegram nimmt den Mund sehr voll, was die Sicherheit und den Datenschutz angeht. Tatsächlich steckt aber nicht viel dahinter. Wer glaubt, er könne den Umsturz planen und ungeschoren davonkommen, weil er Telegram benutzt, der sollte sich lieber gleich selbst anzeigen.

 
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Prinzipiell hat Telegram gute Sicherheits-Features und bietet auch eine Verschlüsselung an, aber die leider nicht überall und nicht durchgehend. Wie von uns bestätigte Analysen unserer Kollegen von Heise ergeben haben, liegen Kopien all eurer Chats auf Telegram-Servern – einfach für Strafverfolger oder Hacker erreichbar. Und auch sonst will man es euch bei der Verschlüsselung offenbar absichtlich schwer machen.

Eine bessere Alternative zur mangelnden Sicherheit von Telegram: Threema

Threema: Der sicherste Messenger

Die Telegram-Sicherheit ist eine Illusion

Telegram bietet verschlüsselte Chats und nennt sie „geheime Chats“. Aber nur diese Chats sind von Ende zu Ende verschlüsselt und ziemlich aufwendig zu erreichen. Anstatt einfach alles sauber zu verschlüsseln, wird davon geredet, dass die geheimen Chats „für Nutzer gedacht (sind), die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung benötigen“. Heutzutage sollte das aber unserer Meinung nach der Messenger-Standard sein.

Aus diesem Grund sind also die „geheimen Chats“ von Gerät zu Gerät verschlüsselt, während die Verschlüsselung in den anderen Chats nur von Gerät zum Server und dann wieder vom Server zum Empfänger genutzt wird. Dass die Chats auf den Servern verschlüsselt liegen, müsst ihr den Betreibern einfach unüberprüfbar glauben.

Völlig außer Acht wird dabei gelassen, dass ein Speichern der Chats in der Cloud unsicher ist. Denn mit Sicherheit können die Betreiber diese Daten auch entschlüsseln (wie sonst sollen sie zu euch oder den anderen kommen?) und so auch auf Anordnung, gegen Gewaltdrohungen oder Geld weitergeben.

Wer den augenblicklichen Trends folgt und sich an der Diskussion in Telegram-Gruppen beteiligt, kann seine Meinung genauso gut öffentlich mit Kreise an eine Wand kritzeln. Gruppen sind nie verschlüsselt und jedes Mitglied kann sehen, wer sich noch da herumtreibt. Um jemanden in die Falle zu locken, reicht es aus, dort einen Link zu posten. Die Server-Logfiles verraten uns dann die IP der Personen, die darauf geklickt haben.

Telegram-Alternativen in Punkto Datenschutz?

Wer Telegram wegen der dortigen Gruppen und Kanäle nutzt, wird sich vermutlich keine ernsthaften Gedanken über die Sicherheit machen und hat zudem keine Alternative. Wenn ihr jedoch einen Messenger sucht, der wirklich in allen Belangen sicher ist, solltet ihr ihr die knapp 4 Euro für Threema von eurem Taschengeld abzweigen.

Threema speichert eure Daten nicht auf irgendwelchen Servern, sondern nur lokal und mit eurem eigenen Passwort verschlüsselt auf eurem Gerät. Auch die Telefonate und Video-Anrufe werden bei Threema verschlüsselt. Zudem funktioniert die App ohne die Notwendigkeit einer Handynummer zu 100 Prozent anonym.

Die App hat immer wieder unabhängige Sicherheitsüberprüfungen bestanden, wofür auch der gesamte Quellcode zur Verfügung steht.

Wer keine 3,99 Euro übrig hat, fährt selbst mit dem kostenlosen Messenger Signal besser als mit Telegram. Er ist die Empfehlung von Edward Snowden und gilt ebenfalls als sehr sicher. Hier gibt es eine AES-Verschlüsselung, die sogar für jede einzelne Nachricht individuell ist. Wer mit viel Aufwand einen Key knacken konnte, wird dennoch die nächste Nachricht nicht leichter lesen können.

Im Grunde ist hinsichtlich der Sicherheit und des Datenschutzes alles besser als Telegram.

Große Umfrage zu WhatsApp, Messenger, Threema und Co.

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