Windows 10 ist ein gutes Betriebssystem, aber auch ziemlich freigiebig, was Daten angeht. Ein unscheinbares Tool macht Schluss damit: O&O ShutUp10. Wer Windows 10 laufen lässt, sollte dieses Tool nutzen.

 

O&O ShutUp10

Facts 

Ich mag Windows 10. Doof finde ich an Microsofts Betriebssystem eigentlich nur eines: Die vielen, vielen Phone-Home-Funktionen, die im Betriebssystem integriert sind. Was die alles von mir wissen wollen ... Klar, alles nur zu meinem Besten. Windows 10 ist gegenüber den Vorgängern jedenfalls noch datenhungriger geworden. Es gibt aber ein Tool, dass den steten Strom an Daten, die in Richtung Redmond fließen, versiegen lässt: O&O ShutUp10.

O&O ShutUp10: Das XP-Antispy für die Generation Windows 10

Das kleine Utility steht in der Tradition des legendären XP-Antispy. Es verschafft mir die Möglichkeit, einzelne Datenverschickungen von Windows selbst, zu lasche Sicherheitseinstellungen, die Drittanbieter-Apps ausnutzen könnten oder andere Nervereien per Klick zu deaktivieren. Dabei handelt es sich um Einstellungen, die zwar auch anderweitig verfügbar sind, sonst aber tief in Systemmenüs oder Registry-Schlüsseln verborgen liegen.

Beispiele gefällig? Mit O&O ShutUp 10 kann man

  • Werbe-IDs zur eindeutigen Erkennung des Nutzenden deaktivieren,
  • Verfolgung der App-Starts durch Microsoft verhindern,
  • App-Zugriffe und zahlreiche Synchronisierungseinstellungen unterbinden,
  • Cortana ausschalten und
  • die Ortung des Computers unterbinden.

In der Oberfläche kann ich direkt sehen, welche Einstellungen aktuell festgelegt sind und welche mir empfohlen werden – es gibt drei Stufen:

  • empfohlene Einstellungen, markiert durch ein grünes Häkchen,
  • eingeschränkt empfohlene Einstellungen, markiert durch ein gelbes Dreieck und
  • nicht empfohlene Einstellungen, markiert durch ein rotes Ausrufezeichen.

Mit einem Klick auf einen Schieberegler kann ich die bewusste Option aktivieren oder deaktivieren, per Klick auf den Text nähere Informationen zu einer Einstellung einholen. Außerdem kann man Einstellungsprofile laden, Systemwiederherstellungspunkte setzen und eine Suchfunktion nutzen.

Ich persönlich fahre übrigens am besten mit den „empfohlenen“ Einstellungen, also denen mit dem grünen Haken. Zusätzlich deaktiviere und deinstalliere ich noch OneDrive, weil ich Microsofts Cloud-Dienst nicht brauche und mich dessen Popups zum Aktivieren von OneNote nerven. Beim Beenden des Tools werden alle Einstellungen übernommen.

Für einige Optionen ist ein Windows-Neustart nötig. Insgesamt kann man dank des Tools Windows in 2-5 Minuten deutlich dichter machen. Einziger Wermutstropfen: Microsoft höchstselbst ändert bei größeren Windows-Updates die getroffenen Einstellungen gelegentlich zurück. Alle paar Wochen sollte man das Prozedere also wiederholen.

Download direkt vom Entwickler

Erwähnt sei, dass Windows-Adminrechte zur Nutzung von O&O ShutUp10 genauso notwendig sind wie grundsätzliches Vertrauen in den Entwickler. Da O&O ein Berliner Unternehmen mit sauberer Webseite nebst Impressum ist, das legendäre System-Utility O&O Defrag verantwortet und laut Eigenaussage sogar die NATO mit Software beliefert, vertraue ich denen einfach mal, dass sie keinen Quatsch mit meinem System anstellen.

Das rund 1,3 MB schwere Tool ist werbefrei und kann von der offiziellen Website mit einem Klick heruntergeladen und direkt gestartet werden – eine Installation ist nicht notwendig.