Die freie Datenbank: OpenOffice Base

Martin Maciej

Wenn Sie sich schon immer eine eigene Datenbank anlegen wollten, um beispielsweise die Adressen Ihrer Freunde und Bekannten zu verwalten, bietet der OpenOffice Download mit dem Programmmodul Base nun Abhilfe. Die Datenbanksoftware ist nahezu für jeden Zweck ausgerichtet und kann vor allem im privaten Anwendungsbereich wahre Wunder wirken. Doch auch als grafische Benutzeroberfläche für professionelle Datenbanksysteme wie MySQL bietet OpenOffice Base eine echte Alternative.

Die kostenlose Bürosuite OpenOffice bietet für jedes Einzelmodul, das bei Microsoft Office findet, ein passendes Äquivalent. Writer für Word, Calc für Excel, Impress für Powerpoint, usw. Das Datenbankmodul Microsoft Access ist allerdings den teureren Versionen von Microsofts Bürosuite vorbehalten, das Programm ist lediglich Bestandteil von Office University, Professional oder Professional Plus. In den wesentlich häufiger verkauften Office-Paketen Home and Student, Home and Business sowie Standard gibt es kein Datenbankmodul.

Eine freie Datenbank mit OpenOffice Base aufbauen

Da sieht die Situation beim OpenOffice Download deutlich entspannter aus. Das Pendant OpenOffice Base ist immer mit dabei, auch in OpenOffice Portable und dem Ableger LibreOffice, und kostenlos ist es zudem auch. Damit hören die Unterschiede aber noch lange nicht auf. Während Microsoft Access vorrangig dazu dient eine eigene Datenbank aufzubauen und – auch im Mehrbenutzer-Modus – als Datenquelle zu nutzen, ist dies bei OpenOffice Base nicht zwingend notwendig.

Kontaktlisten aus Mailprogrammen importieren

Dennoch kann man die freie Datenbank Base problemlos dafür nutzen, um z.B. die eigene DVD-Sammlung oder die Adressen von Freunden und Bekannten in einer Datenbank zu speichern. Letzteres gelingt sogar Datenbank-Neulingen relativ unkompliziert, weil OpenOffice Base die Adressbücher zahlreicher bekannter Mailprogramme einlesen und gleich als Datenbank anlegen kann. Unterstützt werden die Adressbücher von Outlook, Thunderbird und SeaMonkey. Nutzer anderer Mailprogramme können ihre Kontaktliste meist als LDAP-Datei exportieren, einem Datenbank-Standard für Verzeichnisse, der ebenfalls von OpenOffice Base eingelesen werden kann.

OpenOffice Base als GUI für SQL

Die echte Stärke spielt OpenOffice Base aber als GUI für richtig gute Datenbank-Systeme aus. Diese kommen wie MySQL, HSQL, SQLite oder PostgreSQL trotz gigantischem Funktionsumfang nämlich allesamt ohne grafische Oberfläche und sind deshalb für die meisten normalen User kaum zu verwerten. Alle vier genannten Datenbanksysteme sind Open Source oder haben zumindest ähnliche Lizenzen und dürfen frei verwendet werden. HSQL ist zudem ohnehin in Base für lokale Datenbanken bereits integriert. In Kombination mit dem OpenOffice-Modul Base erhält man so eine kostenlose und freie Datenbank, die sogar im Unternehmens-Bereich eingesetzt werden darf. Die Anbindung an OpenOffice erfolgt über die Protokolle ODBC oder JDBC. Neben dem eigenen ODB-Dateiformat, das wie alle OpenDocument-Formate auf XML beruht, unterstützt OpenOffice Base auch das spezielle Datenbank-Format dBase und eine Fülle weiterer, unter anderen auch das von Microsoft Access. Um eine bestehende SQL-Datenbank mit OpenOffice Base als freie Datenbank zu nutzen, muss die entsprechende SQL-Datei einfach mit Base geöffnet werden. Profis, die sich mit Datenbanken gut auskennen, können sich alternativ auch die SQL-Befehle anzeigen lassen. Mit OpenOffice Base kann also sowohl eine lokale Datenbank angelegt, als auch eine auf externen Servern liegende Datenbank bearbeitet werden.

Assistenten für OpenOffice Base: Tabellen, Abfragen, Formulare und Berichte

Vier Werkzeuge helfen insbesondere Anfängern beim Anlegen einer Datenbank:

  1. Mit dem Tabellen-Assistenten können zunächst die benötigten Datenbank-Felder angelegt werden. Dabei sind für eine Reihe typischer geschäftlicher und privater Datenbanken die benötigten Felder schon als Entwurf vorhanden und müssen nur per Klick ausgewählt werden.
  2. Im zweiten Schritt können dann mit dem Abfrage-Assistenten für einzelne Felder die Abfrageart, Sortierreihenfolge der eingegebenen Daten, Suchbedingungen und weiteres festgelegt werden.
  3. Mit dem Formular-Editor können dann auf einfache Weise für die so angelegte oder bestehende Datenbanken Formulare mit Options-, Listen- und Markierfeldern, Schaltflächen und weiteren Steuerelementen angelegt werden. Die Steuerflächen werden über die Symbolleiste am linken Rand ausgewählt.
  4. Abschließend kann man mit dem Berichts-Assistenten konfigurieren, welche Informationen der Datenbank in Berichten zusammengefasst werden sollen und ob der Bericht statisch oder dynamisch sein soll.

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