5G-Auktion wird deutlich teurer: Vierter Mobilfunkbetreiber treibt Preise nach oben

Simon Stich 5

Eigentlich sollte die Versteigerung der deutschen 5G-Frequenzen in großen Teilen schon in trockenen Tüchern sein. 1&1 Drillisch hat allerdings andere Pläne. Jetzt wird es für alle Mobilfunkanbieter doch noch deutlich teurer als geplant. Was ist da passiert?

5G-Auktion wird deutlich teurer: Vierter Mobilfunkbetreiber treibt Preise nach oben
Bildquelle: GIGA.

5G-Auktion wird teurer als vermutet

Die Versteigerung der 5G-Frequenzen zieht sich weiter hin. Obwohl sich die Anbieter mittlerweile auf der Zielgeraden befinden und es nur noch um Details zu letzten Blöcken gehen sollte, ist jetzt erneut Bewegung in die Auktion gekommen. Schuld daran ist allem Anschein nach die Tochter von United Internet, 1&1 Drillisch. Der Neueinsteiger soll von Mittwochabend an wieder auf Frequenzen geboten haben, auf die sie eigentlich verzichten wollten. Das erneute Wettbieten lässt die Preise für alle Beteiligten drastisch ansteigen. Nach offiziellen Angaben der Bundesnetzagentur liegt der Betrag nach 140 Runden bei nun 3,679 Milliarden Euro.

Laut Professor Vitali Gretschko vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat sich „ein kleines Feuer“ zu „einem Flächenbrand“ entwickelt. „Am Donnerstagnachmittag schienen sie anzudeuten, dass sie die Preise nicht mehr eskalieren wollen. Als sich die anderen Bieter wieder langsam aufeinander zubewegten, eskalierte Drillisch trotzdem und machte eine Einigung wieder unwahrscheinlicher. Die Auktion kam wieder voll ins Rollen“, gab Gretschko gegenüber Golem.de zu Protokoll.

1&1 Drillisch ist zum ersten Mal bei einer Versteigerung von Mobilfunklizenzen dabei. Der Konzern besitzt bislang kein eigenes Mobilfunknetz und hatte sich stark für lokales Roaming eingesetzt, um das Netz der Mitbewerber nutzen zu dürfen. Lokales Roaming wird es Deutschland aber – wenn überhaupt – nur in sehr begrenztem Umfang geben. Immerhin sind die Unternehmen dazu verpflichtet, zumindest Gespräche über die lokale Mitnutzung von Netzen führen zu müssen. 1&1 Drillisch hatte sich zusätzlich erhofft, dass eine Öffnung der 5G-Netze allgemein verpflichtend wird, konnte sich mit dieser Forderung aber nicht durchsetzen.

Wie nutzen GIGA-Leser das mobile Internet? Findet es heraus in der Bilderstrecke:

Bilderstrecke starten
5 Bilder
GIGA-Leser sind mobile „Daten-Junkies“ und zugleich Sparfüchse.

5G-Versteigerung: Gebote teilweise zurückgezogen

Das Pokern um 5G-Frequenzen dürfte für die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch nun deutlich teurer werden als noch vor wenigen Tagen vermutet. Nach dem Sprung über die Marke von zwei Milliarden Euro sah es zunächst noch so aus, als wäre die Luft langsam raus. Dass es allerdings nicht überall rund lief, zeigt auch der Detailbericht der Bundesnetzagentur. Ihm zufolge wurden Gebote teilweise zurückgezogen, was eine Strafgebühr nach sich ziehen wird.

Nach Berechnungen des Finanzministeriums sollten die Einnahmen der 5G-Versteigerung dem deutschen Staat 3 bis 5 Milliarden Euro einbringen. Die Rechnung scheint nun tatsächlich aufzugehen. An die Preise der UMTS-Auktion im Jahr 2000 werden die 5G-Frequenzen aber nicht mehr herankommen. Vor 19 Jahren wurden mehr als 50 Milliarden Euro eingenommen. Eins steht jetzt schon fest: Je höher der Preis steigt, um so mehr werden die Mobilfunkunternehmen die Kosten auf die Kunden abwälzen. Nicht nur für die Auktion, sondern auch für den Aufbau der 5G-Netzes, der noch einmal mehrere Milliarden Euro kostenlos dürfte. Was haltet ihr davon?

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung