High-Speed-Internet für alle: Das ist der Zeitplan der deutschen Regierung

Johann Philipp 1

Die zukünftige Regierung will langsame Kupferkabel nicht weiter fördern und auf ein schnelles Glasfaser-Netz setzen: Wahnsinnsgeschwindigkeit für alle! Der Plan ist gut, allerdings lässt die Umsetzung auf sich warten.

High-Speed-Internet für alle: Das ist der Zeitplan der deutschen Regierung
Bildquelle: Pixabay CC0/ Grafik GIGA.

Internet in Deutschland: Glasfaser statt Kupfer

Die künftige Bundesregierung will mit einer neuen Förderstrategie für flächendeckend schnelles Internet sorgen. Bis 2025 soll es überall in Deutschland schnelle Glasfaserkabel geben. Der designierte Kanzleramtschef Helfe Braun kündigt im ZDF an: „Wir fördern in Zukunft nur noch Glasfaser“. Damit will sich die neue Regierung von dem gescheiterten Versprecher der letzten Jahre abgrenzen und setzt eigene Ziele. Was sind die Vorteile?

Glasfaser bringt einen wahren Geschwindigkeitssprung beim Internetsurfen. Das sogenannte Gigabit-Internet schafft Werte von bis zu 1 GBit/s (ca. 1.000 MBit/s). Die künftige Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, meint allerdings, dass viele Kunden einen schnellen Anschluss gar nicht nutzen würden.

Kritik zum Vorschlag gibt es von den Grünen, die anmerken, dass ein Versprechen, dass über die Legislaturperiode hinausgeht, nichts wert sei. Schulen sollen allerdings bereits 2021 über schnelles Internet verfügen.

Sehr interessant ist auch der Plan, einen Rechtsanspruch auf schnelles Internet einzuführen. Verbraucher sollen künftig schnelles Internet einklagen können, etwa durch eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur. Anbieter seien dann verpflichtet, Glasfaserkabel zu verlegen.

Lahmes Internet durch alte Kupferkabel

Was ist bisher passiert im Netzausbau in Deutschland? Die letzte Regierung versprach bis 2018 flächendeckend schnelles Internet einzuführen. Union und SPD schrieben es in ihren Koalitionsvertrag. Alexander Dobrindt, Minister für digitale Infrastruktur, sollte es umsetzten. Heute wissen wir: Er ist kläglich gescheitert. Der Breitbandatlas zeigt gerade in ländlichen Gebieten riesige weiße Flecken.

Eines der Probleme war, dass auf langsame Kupferkabel gesetzt wurde. Mit der Vectoring-Technik sollten die Kabel fit für die Zukunft werden. Dass diese alte Technik längst überholt ist und lieber Glasfaserkabel verwendet werden sollten, schreibt sich jetzt die neue Regierung auf die Agenda.

Das alte Ziel: 50 MBit/s für alle bis 2018 ist gescheitert. Das neue Ziel: Glasfaser überall in Deutschland bis 2025. Ob es diesmal klappt?

Quelle: ZDF, Finanzen

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