Der Totally Accurate Battle Simulator – Total akkurater Blödsinn

Daniel Hartmann

Große historische Ereignisse auf der Realität nachempfundenen Schlachtfeldern, meisterhaft nachgebildete Waffen und Rüstungen und realistische Kämpfe, wenn die aus Geschichte bekannten Soldaten aufeinander treffen – all das gibt es im Totally Accurate Batlle Simulator … nicht. Aber! Das ist genau richtig so.

Wie du dir sicher schon denken kannst, ist der Totally Accurate Battle Simulator, oder wie wir Veteranen ihn nennen: TABS (Niedlich, oder?), alles andere als eine ernst zu nehmende Kriegssimulation. Entwickler Landfall, die auch für ähnlich abgedrehte Titel, wie Clustertruck oder Stick Fight: The Game, zu verantworten sind, hat mit TABS mal wieder ziemlichen Schwachsinn abgeliefert, aber eben Schwachsinn der guten Sorte.

Die Themen „historisch“ und „akkurat“ wären mit dem Trailer dann auch vom Tisch. Bei TABS geht es um den Spaß am Chaos und dem Werfen von Langbooten auf den Feind. Doch bevor wir uns mit dem beschäftigen, was das Spiel so witzig macht, kurz ein paar Worte zum Spiel-Prinzip. Wirklich komplex ist es ehrlich gesagt nicht.

Auf einer zweigeteilten Arena platziert der Spieler seine Einheiten, dann drückt er auf Start, die beiden Armeen laufen aufeinander zu und prügeln sich bis nur noch einer steht. Ein bisschen also wie Battle Royale mit zwei Teams, nur das alle unkoordiniert umherlaufen, keiner so richtig zu wissen scheint, was er tut und ein Kill mehr Zufall als Absicht ist. Also doch ein bisschen sehr wie Battle Royale. Egal. In den Kampagnen durchläuft der Spieler eine Vielzahl an Szenarien, bei der mit limitierten finanziellen Mitteln, die richtige Einheiten-Kombination und Position finden muss, um den Computer zu schlagen. Im Sandbox-Modus bestimmt der Spieler beide Armeen und hat keine Limitierungen. Ob jetzt hunderte Bauern, Ninjas oder Mammuts aufeinander zu rennen: Alles muss, nix kann, oder so …

Die Einführungskampagne bringt dem Spieler zunächst die verschiedenen Einheiten näher, welche grob in Epochen unterteilt sind. Es gibt beispielsweise Einheiten aus der Steinzeit, dem Mittelalter oder dem feudalen Japan. Auch wenn die erste Kampagne nicht sonderlich schwer ist, in den späteren Kampagnen gibt es durchaus einige Szenarien, die eine Herausforderung sind und ein taktisches Vorgehen erfordern. Dennoch funktioniert das Kampfsystem „nur“ über ein etwas komplexeres Schere-Stein-Papier-Prinzip.

Während der Kämpfe kann der Spieler nichts tun, außer die Kamera frei zu bewegen. Ob aus der Vogelperspektive oder direkt über die Schulter der Soldaten, das Geschehen lässt sich aus jedem Blickwinkel betrachten. Die wirre Rag Doll-Physik der Soldaten im Low-Poly-Look tut dann sein Übriges zu den unfassbar witzigen Szenen. Die Einheiten springen, fliegen und schlagen wild durcheinander, bleiben aneinander hängen und schleifen sich gegenseitig über das Schlachtfeld. Mithilfe einer auf Tastendruck aktivierbaren Slow-Motion Modus lassen sich die witzigen Szenen noch besser einfangen. Das Ganze wird dann auch noch vom unverständlichen Gebrabbel der Einheiten kommentiert.

Da der Spieler während der Kämpfe sowieso nichts zu tun hat, ist es fast ein Spiel im Spiel währenddessen möglichst absurde Szenen einzufangen und mit dem Slow-Motion-Modus herumzuspielen. Wer auf Slapstick-Humor steht, wird hier sicher auf seine Kosten kommen. Ab und zu verheddern sich die Einheiten jedoch unglücklich in der Arena und so kann es dazu kommen, dass der Spieler den Kampf neu starten muss. Da die Kämpfe aber in der Regel weniger als eine Minute dauern, fällt das nicht wirklich ins Gewicht.

In den Kampagnen passieren lustige Dinge eher zufällig, aber zum Glück nicht gerade selten. Mehr Einfluss auf das Geschehen hat der Spieler im Sandbox-Modus. Da hier gewisse Konfrontationen auch „provoziert“ und in eigene Szenarien umgesetzt werden können.

TABS ist ein Spiel für Zwischendurch. Wer pingelig ist, würde sagen, es gäbe nur ein einziges Spielelement und so vollkommen Unrecht hätte die Person nicht. Es gibt keine große Geschichte, kein höheres Ziel, als die Szenarien zu schaffen und auch keine tief greifende Botschaft. Das alles braucht TABS aber auch nicht. Es ist albern, absurd und ab und zu etwas taktisch fordernd, denn mehr braucht es für ein gutes Spiel manchmal auch nicht. Es macht einfach für ein paar Stunden Spaß den Figuren beim wilden Durcheinander zuzusehen. Das ist vielleicht eine sehr einfache Freude aber eine ehrliche.

Totally Accurate Battle Simulator ist aktuell im Early Access auf Steam für 12,49 Euro zu erhalten. Das Spiel ist alberne Anarchie und versucht auch nicht mehr zu sein. Ich für meinen Teil hatte Spaß mit TABS. Einen kurzweiligen und einfachen Spaß, aber – wie erwähnt – einen ehrlichen.

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Für manche bietet das Spiel vielleicht ein bisschen wenig Inhalt für das Geld, doch dieser wird zu Zeit ja noch erweitert. Ist der absurde Blödsinn von Totally Accurate Battle Simulator auch was für dich? Schreib deine Meinung in die Kommentare.

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