„LightInTheBox“ gehört zu den bekannteren China-Shops – leider auch auf der negativen Seite, wie auch die Kommentare hier und auf anderen Seiten immer wieder zeigen. Welche Erfahrungen und Bewertungen die Kunden von „LightInTheBox“ gemacht haben, hat GIGA für euch recherchiert.

 

Online-Shops

Facts 

China-Shops sind generell mit Vorsicht zu genießen. Denn zum einen hat „Made in China“ kein besonders hohes Ansehen (obwohl ein Großteil unserer täglich genutzten Dinge dort produziert wird) und zum anderen ist es nahezu unmöglich, gegen Betrug und schlechten Service vorzugehen. Eine Bestellung ist immer wie ein Wurf mit einer Münze: Kann klappen, kann aber auch schiefgehen. Die Käuferbewertungen zu LightInTheBox zeigen das deutlich.

Generell sollte man bei der Bestellung in China-Shops einiges beachten:

China-Shops: Das solltet ihr vor eurer Bestellung wissen

„LightInTheBox“: Ist der Shop seriös? Erfahrungen

Viele China-Shops, wie etwa Wish oder AliExpress, sind eine Art „Internet-Kaufhaus“, in dem man die Produkte aller möglichen Hersteller kaufen kann. Dort gibt es alles, was ihr theoretisch auch bei einem deutschen Versandhandel bestellen könntet – nur meist viel günstiger. LightInTheBox macht das auch, bietet aber zusätzlich auch selbst Waren an, die im Firmenauftrag hergestellt wurden.

Außerdem können kleinere Händler ihre Waren dort verkaufen, ähnlich wie bei Amazon. Wer im Einzelfall Anbieter der Ware ist, können die Kunden der Webseite nicht entnehmen und dementsprechend schwierig kann eine Reklamation sein.

Die Bewertungen von „LightInTheBox“ und dem Schwester-Shop für Elektronik, MiniInTheBox, belegen die These, dass der Einkauf in China-Shops eine 50:50-Chance ist: Etwa die Hälfte der Kunden ist zufrieden, die andere Hälfte empört. Kritikpunkte sind häufig, wie auch unten beschrieben, die lange Lieferzeit, Größenprobleme und die Rücksendung beziehungsweise die ganze Supportabwicklung.

Bild: de.trustpilot.com

Auch deshalb sollte man sich jedes Angebot in dem Shop genau ansehen und notfalls auch überlegen, ob man bereits ist, die Ware im Reklamationsfall wegzuwerfen, statt sie auf eigene Kosten nach China zurückzusenden. Vor allem bei größeren Bestellungen muss man auch die Zoll- und Steuergrenzen im Hinterkopf behalten.

Empfehlung: Das sollte man vor einem Kauf bei LightInTheBox beachten

Auch bei „LightInTheBox“ können Kunden viele Probleme vermeiden, wenn sie sich die Angebote und Richtlinien genau ansehen. Das bedeutet nicht nur, dass man beispielsweise Größenangaben und Maße einer Prüfung unterzieht. Um möglichen Ärger zu vermeiden, sollte jeder Kunde die Rückgabebestimmungen von „LightInTheBox“ lesen, denn die sind eigentlich eher abschreckend und entsprechen nicht im Geringsten der EU-Gesetzeslage.

Darauf sollte man achten, wenn man bei „LightInTheBox“ einkauft:

Rückgabebestimmungen

Die Richtlinien für die Rückgabe oder Reklamationen an „LightInTheBox“ sind ein Horror und sollten schon jeden vernünftigen Kaufinteressenten abschrecken. Aber vermutlich werden sie genauso wenig gelesen, wie die AGB von Facebook. Auch wenn Berichte zeigen, dass die Bestimmungen nicht ganz so hart angewendet werden, so hat das Unternehmen immer etwas in der Rückhand, sich aus der Affäre zu ziehen.

  1. Die aus Deutschland gewohnte Garantie und Gewährleistungspflicht gibt es nicht! Die Garantiezeit beträgt für die meisten Artikel nur 30 Tage und in der Zeit dürfen sie zum Beispiel nicht getragen oder gewaschen Geht ein T-Shirt nach 6 Wochen oder nach der Wäsche kaputt, könnt ihr es nicht zurückgeben.
  2. Für eine Rücksendung müssen die Artikel unbenutzt und originalverpackt sein.
  3. Die Rückgabe muss vorher mit dem Support besprochen und von diesem genehmigt werden.
  4. Die Rücksendung muss laut den Bestimmungen nach China erfolgen.
  5. Erstattungen werden dem LightInTheBox-Konto gutgeschrieben und nicht ausgezahlt. Versandkosten und Versicherung werden nicht erstattet.

Maße

Kleidungsmaße sind bei China-Shops häufig ein Problem. „LightInTheBox“ verlinkt bei Kleidungsstücken eine „Maß- und Größenanleitung“, der man entnehmen kann, wie groß die Ware ausfällt. Beschwerden bei Bewertungsportalen zeigen allerdings, dass die dort angegebenen Maße auch nicht immer den Tatsachen entsprechen.

Materialien

Man darf bei China-Ware nie davon ausgehen, dass dort die gleiche Qualität angeboten wird, die man bei uns erwartet. T-Shirts sind nicht automatisch aus Baumwolle, bloß weil das bei uns meist so ist. Stattdessen wird zum Beispiel auch Polyester verwendet und korrekt in den Artikeldetails genannt, aber wer liest die durch?

Versandzeit

Bei jedem Artikel nennt „LightInTheBox“ eine Versandzeit, manchmal auch eine Bearbeitungszeit. Die Kombination aus beidem ist wichtig! Denn ein Expressversand in 4-7 Tagen nützt euch nichts, wenn es erst 14 Tage nach der Bestellung abgeschickt wird. Ob die Artikel vorrätig sind, steht nämlich nicht dabei. Deswegen sind Versandzeiten, die den angegebenen Wert um ein Vielfaches übertreffen, Thema vieler Beschwerden.

Zoll

Wenn die Ware aus China versendet wird, fallen ab einem bestimmten Preis (inklusive Versand) Zollgebühren und Einfuhrsteuern an. Ab Juli 2021 fällt sogar dieser Zoll-Freibetrag weg und dann muss jedes Paket aus China verzollt werden. Das sind Kosten, die auf den Preis aufschlagen und die ihr nicht zurückbekommt, wenn ihr die Waren reklamiert. Einige China-Shops umgehen das Problem mit Warenlagern innerhalb der EU.

Habt ihr schon mal in einem China-Shop bestellt?

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