Mal eben was aus China bestellen und dabei viel Geld sparen: das könnte bald schon der Vergangenheit angehören. Importe in die EU werden ab dem kommenden Jahr deutlich teurer, weil eine wichtige Freigrenze entfällt. Jetzt sollen immer Steuern anfallen – und das ab dem ersten Cent.

Pakete aus China: Bald fallen immer Steuern an

Günstige Produkte aus China haben sicher nicht den besten Ruf, doch sie sind eben nicht teuer – und das reicht den meisten Kunden auch schon. Wer billige Produkte aus Fernost bestellt, der konnte sich bislang über besonders günstige Preise freuen, denn bei einem Import in ein EU-Land fallen nur ab einem Warenwert von 22 Euro Einfuhrsteuern an. Das wird sich ab Juli 2021 aber ändern, wie jetzt beschlossen wurde. Pakete aus China werden damit teurer werden.

Der EU zufolge handelt es sich um Wettbewerbsverzerrung, wenn der Kontinent mit billigen Produkten aus China quasi überschwemmt wird. Zudem wurde ein massiver Missbrauch der bisherigen Regelungen festgestellt. Da Steuern erst ab einem Warenwert von 22 Euro anfallen, waren auffallend viele Lieferungen aus China mit 21,99 Euro markiert. Wie viel das Produkt wirklich gekostet hat, bleibt im Dunkeln. Zollbeamte können nicht jedes Paket öffnen und feststellen, ob auf dem Etikett falsche Angaben gemacht wurden.

„Wir gehen gemeinsam gegen Wettbewerbsverzerrung vor und sorgen für faire Handelsbedingungen für alle Unternehmen. Durch den Wegfall der Steuer-Freigrenze wird auch ein langjähriger Nachteil für heimische Händler beseitigt. Gerade bei Paketen aus Asien werden auffällig oft Pakete mit einem Wert unter 22 Euro versendet“, heißt es vonseiten der EU, wie bei SmartDroid berichtet wird.

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Produkte aus China mit 19 Prozent besteuert

Ab Juli 2021 fällt die bisherige Freigrenze weg. Dann fallen ab dem ersten Cent bereits 19 Prozent Einfuhrsteuern an, was die Produkte entsprechend teurer machen wird. Unklar bleibt allerdings, wer die Steuern letztlich wirklich bezahlen wird. Da es natürlich auch innerhalb Chinas unter den Händlern eine massive Konkurrenz gibt, ist davon auszugehen, dass die zusätzlichen Kosten zumindest nicht in voller Höhe an die Kunden weitergereicht werden.