Gaming-PC im Eigenbau: Wie ich damit begann und Gründe, warum du es auch tun solltest

Daniel Nawrat 10

Wenn es darum geht, einen Gaming-PC komplett in Eigenregie zusammen zu bauen, so schrecken viele davor zurück und greifen entweder zum Fertigbau oder weichen direkt auf eine andere Plattform wie die PlayStation 4 aus. Viele dieser Ängste sind aber völlig unbegründet wie ich finde. Außerdem bieten sich dir obendrein noch jede Menge Vorteile.

Auch in der GIGA Redaktion wurde bereits der eine oder andere Gaming-PC zusammengebaut. Wie das damals genau aussah, erfährst du im folgenden Video.

PC selbst zusammenbauen.

In Sachen Zocken hast du inzwischen ja die Qual der Wahl. Du kannst zum Beispiel entweder unterwegs mit deiner Nintendo Switch oder deinem Smartphone spielen. Wer es sich lieber zu Hause auf seinem Sofa gemütlich macht, der wählt dann vermutlich die PlayStation 4 oder die Xbox One. Es gibt jedoch eine Plattform, die zahlenmäßig nach wie vor der absolute Spitzenreiter ist – der PC. Selbstverständlich geht es hier aber nicht um irgendwelche PCs, sondern um Gaming-Rechner. Für viele fängt aber bereits hier das erste große Problem an: Fertig-PC kaufen oder doch Marke Eigenbau?

Wie alles begann

Angefangen hat bei mir alles mit dem Familien-PC, der damals natürlich alles andere als geeignet fürs Zocken war. Gut, wirklich anspruchsvoll waren die Spiele vor knapp 15 Jahren ohnehin nicht, trotzdem musste irgendwann etwas Neues her. Den ersten Computer, den ich dann mein Eigen nennen durfte, habe ich damals tatsächlich bei Aldi gekauft.

Darum sind Aldi-Gaming-PCs inzwischen deutlich besser als ihr Ruf.
Dabei handelte es sich aber nach wie vor um keinen wirklich leistungsstarken Gaming-PC, weshalb er bereits nach wenigen Jahren an seine Grenzen stieß. Diesmal informierte ich mich im Vorfeld also deutlich besser und kam schnell zu dem Schluss: Ich würde meine nächsten Gaming-PCs von nun an selbst zusammenbauen. Im Zeitalter von Google und YouTube Tutorials gibt es außerdem mehr als genug Infomaterial, das alles Notwendige erklärt. Letzten Endes ist der Zusammenbau eines Spielerechners nichts weiter als LEGO für Große.

Bevor es richtig losgehen kann, könnte ein Blick auf die folgenden Tipps nicht schaden.

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Die 7 goldenen Regeln für das PC-Zusammenbauen (+1 Bonus-Tipp).

Wozu das Ganze?

Das ist zunächst eine begründete Frage, denn im Falle einer Konsole zahlst du theoretisch deutlich weniger. Ebenso könntest du dir den komplizierten Zusammenbau eines Rechners sparen und direkt zu einem Fertig-PC greifen, oder? Hier beginnen meiner Meinung nach bereits die ersten Denkfehler.

Die erste Aussage, die ich schon öfter gehört habe ist: „Ein Gaming-PC kostet doch mehrere Tausend Euro und nach zwei Jahren brauche ich wieder einen Neuen!“ Gaming-PCs sind in fast jedem Fall teurer als Konsolen, das ist nun mal Tatsache. Ebenso ist die Preisgrenze nach oben hin komplett offen. Die viel wichtigere Frage lautet jedoch: Was brauchst du tatsächlich und was möchtest du auf dem PC hauptsächlich spielen? Es ist nämlich durchaus möglich einen mehr als potenten Gaming-Rechner bereits für deutlich unter 1000 Euro zusammenzustellen. Das ist eben das Schöne an der Sache — du kannst bei jeder einzelnen Komponente selbst darüber bestimmen wie viel du am Ende ausgeben möchtest.

Wählst du deine Komponenten außerdem sorgfältig aus, so kannst du locker über mehrere Jahre hinweg ohne Probleme sämtliche aktuelle Games zocken. Selbst wenn du merken solltest, dass dein Rechner allmählich an seine Grenzen stößt, so reicht es oftmals einfach nur die schwächsten Komponenten mit leistungsstärkeren auszutauschen. Du musst also nicht sofort deinen ganzen PC aus dem Fenster werfen und alles komplett neu kaufen.

Shadow und GeForce Now ausprobiert: Sind Gaming-PCs schon bald überflüssig?
Ein weitere Sache, vor der sich etliche Menschen zu fürchten scheinen ist der eigentliche Zusammenbau des PCs. Viele gehen wohl davon aus, dass dafür ein abgeschlossenes Studium als Ingenieur oder dergleichen notwendig ist. Dem ist natürlich nicht so! Das A und O ist wie immer die Vorbereitung.

Außen pfui, innen hui? Das muss sich jedenfalls der Schöpfer dieses PCs der Extraklasse gedacht haben.

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Genialer Umbau: In diesem Retro-Gehäuse steckt ein aktueller Gaming-PC.

Der Weg zu deinem Traum-PC

Du hast dich bisher nicht abschrecken lassen und dich dazu entschlossen, deinen nächsten Gaming-Rechner selbst zusammen zu bauen? Der erste Schritt ist jetzt natürlich erstmal festzulegen, wie viel du ausgeben möchtest. Davon hängt dann die Wahl der entsprechenden Komponenten ab. Insbesondere was den Prozessor und die Grafikkarte anbelangt, da diese in der Regel den größten Teil des Budgets einnehmen.

Hierfür möchte ich an dieser Stelle auf einige Seiten aufmerksam machen, die sich wunderbar für diese Zwecke eignen:

  • PCPartPicker — Diese Seite bietet dir die Möglichkeit vorab deinen Wunsch-PC zu erstellen. Außerdem prüft sie deine Auswahl stets auf Kompatibilität. Ebenso gibt es eine aktive Community, die zahlreiche vorkonfigurierte PCs für jeden zugänglich macht. Vom Anfänger-PC bis hin zum High End-Rechner ist alles dabei.
  • geizhals.de — Primär dafür da, um Preise zu vergleichen. Du kannst dir außerdem Wunschzettel erstellen und so stets die Preise im Blick behalten. Ebenso kannst du dir automatisch die besten Preise für deinen Wunschzettel anzeigen lassen, um so möglichst viel zu sparen.
  • Mindfactory — Ein äußerst beliebter Online Shop für PC Hardware und dergleichen. Die Preise sind in den meisten Fällen auch mehr als fair. Ebenso bieten sie einen Service für den Zusammenbau deiner ausgewählten Komponenten an — natürlich kostet das dann noch mal extra.

Zusätzlich ist es natürlich äußerst ratsam, sich einen generellen Überblick über den aktuellen Markt zu verschaffen. Steht beispielsweise eine neue Generation an CPUs oder GPUs bevor, so kann sich etwas Geduld durchaus bezahlt machen. Die Preise der vorangegangenen Generation sinken dann gerne stark und auf diese Weise kannst du mächtig sparen, insofern du nicht zwingend die allerneuste Hardware benötigst. Außerdem ist es ratsam, auf passende Deals während des Cyber Monday oder Black Friday zu warten. Alle Infos zu den besten Angeboten, findest du übrigens direkt bei uns, wenn es wieder soweit ist.

Mit besserer Hardware gehen ebenso anspruchsvollere Spiele einher. Wir haben einige für euch rausgesucht, die selbst einem High End-PC das Leben schwer machen.

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15 Spiele, die deinen PC in 4K zum Schwitzen bringen.

Du hast dich also informiert und deinen eigenen PC zusammengestellt. Nun wartest du schon sehnsüchtig bis der Paketbote bei dir klingelt und deine Lieferung vorbeibringt. Gleichzeitig kriegst du aber Muffensausen, da es schon bald ans Eingemachte geht. Kein Grund zur Panik. Am besten nutzt du die Wartezeit sinnvoll und studierst währenddessen schon mal unsere Anleitung zum Thema PC selbst zusammenbauen.

Dort findest du detaillierte Informationen zu den einzelnen Komponenten sowie eine Schritt für Schritt Anleitung. Ansonsten kannst du dir auch noch mal das entsprechende Video am Anfang des Artikels ansehen. Schließlich schadet es natürlich nicht, sich weitere Videos anzuschauen. Im Idealfall kennst du natürlich jemanden, der sich auskennt und dir beim Zusammenbau zur Seite steht. Nach Hilfe fragen ist nämlich nie verkehrt!

Gaming-PC im Eigenbau: Alle Vorteile in der Übersicht

  • Investition für die Zukunft: Ein gut ausgestatteter Rechner wird dir über mehrere Jahre treu bleiben und bei Bedarf können einzelne Komponenten ohne Probleme ausgetauscht werden.
  • Für jeden Geldbeutel:  Dein PC muss kein Vermögen kosten, da du bei jedem Bauteil darüber entscheidest wie viel du tatsächlich ausgeben möchtest. Auf diese Weise kannst du ihn auch nach und nach aufrüsten.
  • LEGO für Große: Der Zusammenbau deines PCs ist deutlich simpler als du womöglich vermutest — Google und YouTube machen es möglich. Außerdem gibt es kaum ein besseres Gefühl, wenn der Rechner am Ende erfolgreich hochfährt. Geld sparst du obendrein auch noch.
  • Einfache Wartung: Da es sich um deinen eigens zusammengebauten PC handelt, kannst du ihn jederzeit problemlos reparieren, aufrüsten oder auf eine sonstige Art und Weise anpassen. Bei Fertig-PCs ist das meist kaum oder gar nicht erst möglich, da sie schlichtweg nicht dafür ausgelegt sind.

Du brauchst noch das passende Spiel für deinen neuen PC? Finde hier heraus, was am besten zu dir passt.

Würdest du dir nun zutrauen deinen eigenen PC zusammen zu bauen oder hast du nach wie vor Bedenken? Kann natürlich sein, dass du bereits seit längerer Zeit auf die Marke Eigenbau setzt. Welchen Tipp würdest du anderen geben und was sind deine bisherigen Erfahrungen? Lass es mich gerne in den Kommentare wissen.

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