Nach Enthüllungen der RTL-Sendung „Team Wallraff“ rund um Arbeitsbedingungen bei Amazon hat sich der Konzern nun selbst geäußert. Die Berichterstattung sei „stark verzerrt“, meint Amazon.

 
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Amazon reagiert auf RTL-Enthüllungen

Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, starke Kontrolle der Mitarbeiter und Lohndumping: Was die Undercover-Reporter der RTL-Sendung „Team Wallraff“ zuletzt aufdeckten, hat für großes Aufsehen gesorgt. Von einer „enormen physischen und psychischen Belastung“ bei Angestellten und Auslieferern in Deutschland ist die Rede. Auch eine „extreme“ Überwachung von Amazons Subunternehmern wird kritisiert.

In direktem Bezug auf die Sendung hat Amazon eine eigene Reaktion veröffentlicht. Man möchte dabei die Sichtweise des Konzerns deutlich machen. Amazon kritisiert, dass in der Berichterstattung ein „stark verzerrtes Bild“ der Realität gezeichnet würde. Man möchte kontinuierlich an Verbesserungen arbeiten und gibt als Ziel aus, der „beste Arbeitgeber der Welt“ zu werden.

Amazon weist darauf hin, dass etwa 90 Prozent der eigenen Logistikmitarbeiter ihre Arbeit mit Bestnoten bewerten. Der Einstiegslohn liegt bei 12 Euro brutto pro Stunde. Nach zweijähriger Mitarbeit würden Angestellte bei Amazon im Durchschnitt rund 2.750 Euro brutto im Monat verdienen, heißt es. Zum Lohn von Subunternehmern äußert sich der Konzern nicht. Laut „Team Wallraff“ erhalten Lkw-Fahrer aus dem Ausland teils weniger als den deutschen Mindestlohn.

Auch Roboter liefern schon Pakete für Amazon aus, wie das Video zeigt:

Amazon Scout: Autonomer Roboter liefert Pakete aus

Amazon: Viel Wert auf faire Bedingungen

Amazon zufolge werden regelmäßig Audits bei Lieferpartnern durchgeführt. Auch hier würde man „großen Wert auf faire Bedingungen“ legen. Falls Amazon auf Probleme aufmerksam gemacht wird, handelt man „umgehend“ (Quelle: Amazon).

In der Vergangenheit wurde Amazon mitunter vorgeworfen, Neuware in Retourenzentren zu zerstören. Der Konzern geht in der Stellungnahme nicht konkret auf den Vorwurf ein, gibt aber zu, dass Retouren teilweise ins Ausland geschickt werden. Das würde geschehen, um „das Leben dieser Produkte zu verlängern“.