Es gibt viele Arten, eine eigentlich beliebte Reihe bei den Fans in Ungnade fallen zu lassen. Seit Längerem besonders populär sind unpassende Monetarisierungsstrategien, die nun auch Back 4 Blood ereilen könnten.

 

Left 4 Dead 2

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Left 4 Dead 2

Wie bereits berichtet, hat auch dem vorherigen Projekt von Turtle Rock (Evolve) der Mix aus Season Pass und anderen kostenpflichtigen DLCs nicht so wirklich gutgetan. Ein Fehler, der bei Back 4 Blood vermieden werden sollte, ginge es nach der Community. Publisher Warner Bros. scheint da aber andere Ideen zu haben.

BACK 4 BLOOD - Trailer Deutsch HD

Aus einer Stellenausschreibung von Warner Bros. lässt sich entnehmen, dass der Publisher „vermehrten Fokus auf Live-Service-Elemente“ setzen will. Soll heißen, ihre Spiele werden regelmäßig auch nach Release mit Inhalten versorgt, in der Regel kosten diese dann aber auch Geld.

Die Aussage bezieht sich jedoch nicht nur auf Back 4 Blood, sondern auch auf die anderen Spiele, die aktuell bei Warner entstehen. Dazu gehören Gotham Knights, Hogwarts Legacy oder Lego Star Wars: The Skywalker Saga.

Für viele Spieler sind solche Monetarisierungsstrategien ein rotes Tuch und auch Warner sollte nach Mittelerde: Schatten des Krieges schon Erfahrung damit haben. Der Publisher entfernte nach heftiger Kritik die Lootboxen aus dem Spiel.

Originalmeldung vom 6. Januar 2021: 

Back 4 Blood: Entwickler wiederholen mit neuem Left 4 Dead alte Fehler

Fans von Left 4 Dead waren begeistert, als sich mit Back 4 Blood der geistige Nachfolger des beliebten Koop-Spiels ankündigte. Die Alpha machte deutlich Entwickler Turtle Rock bleibt seinen Wurzeln treu, will aber auch auf einige Altlasten nicht verzichten.

Vier-Spieler vereint im Überlebenskampf gegen Horden von Zombies und PVP-Kämpfe in denen Spieler selbst in die löchrige Haut der Untoten schlüpfen können – diese Dinge haben Fans an Left 4 Dead geliebt und spätestens seit der ersten Alpha ist klar, Back 4 Blood kann dieser Liebe den zweiten (oder eher dritten) Frühling bescheren.

Turtle Rock besteht in großen Teilen aus dem Team, das auch hinter Left 4 Dead steckte. Die Entwickler scheinen sich zu erinnern, was den Fans an den Spielen, die das Genre Koop-Zombie-Survival mit definierten, so gefiel. Dennoch hat Back 4 Blood auch gelungene eigene Ideen, unser ausführliches Fazit findet ihr in unseren Artikel zur Alpha des Spiels.

Back 4 Blood - Game Awards Gameplay Demo

Zwar nimmt Turtle Rock viel Gutes mit aus der eigenen Vergangenheit, scheint aber auch einen alten Fehler zu wiederholen. Die Begriffe „Live Service“ und „Jahres-Pass“ empfinden Spieler nicht unbedingt als positive Eigenschaft mit einem Spiel. Was vor ein paar Jahren noch eher bei großen Publishern wie EA und Activision zu finden war, ist jetzt bei vielen Spielen gang und gäbe. Neben kostenpflichtigen DLCs gibt es Ingame-Shops für Skins und ähnliche Cosmetics oder kostenpflichtige Pässe mit freischaltbaren Inhalten.

Auch Back 4 Blood wird einen Jahres-Pass mit Skins haben, sowie Cosmetics als Bonus für Vorbesteller und Käufer der Deluxe- oder Ultimate-Edition. Außerdem wird es drei kostenpflichtige DLCs mit neuer Story, neuen Charakteren und neuen Arten von Zombies geben. Mit einer ähnlichen DLC-Politik ist Turtle Rock schon einmal schlecht gefahren.

Zum Koop-Spiel Evolve, einem Vollpreis-Titel für 50 bis 60 Euro, erschienen ein Season Pass für 25 Euro, dann 44 weitere DLCs mit Einzelpreisen von bis zu 15 Euro und das alles zum Launch. Neben Skins konnten auch spielbare Charaktere gekauft werden. Unabhängig von der Qualität des Spiels war das den meisten Spielern zu viel. Evolve wechselte zunächst in ein Free2Play-Modell und wurde Mitte 2018 eingestellt.

Ein Fehler, den Turtle Rock vermeiden sollte. Gerade die Left 4 Dead-Community setzt stark auf Inhalte durch Mods aus den eigenen Reihen, ein Grund, warum das Spiel auch heute noch eine aktive Community hat. Das Spiel wurde zum langlebigen Klassiker durch die Fans und nicht durch einen steten Nachschub an Skins. Für die Fans bleibt zu hoffen, dass Turtle Rock das nicht vergessen hat. Ein „Worst Case“, den wir schon im Artikel zu Alpha thematisiert haben, bezieht sich auch das Deck-System. Ihr könnt Decks mit Karten zusammenstellen, die euch diverse Perks und Boni geben. Sollten diese Karten kaufbar sein, würde das Spiel Pay2Win-Züge annehmen.

Was Spieler für wie viel Geld an neuen Inhalten bekommen, ist noch nicht bekannt. DLCs haben ja auch das Potenzial, ihr Geld wert zu sein. Der Release von Back 4 Blood ist für den 22. Juni 2021 geplant.