So also stellt sich Apple die Zukunft des iMac vor. Der neue iMac 2021 polarisiert: Meisterwerk der Technik oder eher ein quietschbunter Abgesang an den einstigen Kultrechner? Für mich steht fest: Der iMac ist tot, lang lebe der iMac! Ein perfektes Thema für die aktuelle Ausgabe der Wochenendkolumne von GIGA.

 

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Vorweg: Über Geschmack lässt sich herzlich streiten, ob der neue iMac 2021 nun optisch gelungen ist, ist wohl diskutabel. Mir persönlich stößt beispielsweise das noch immer vorhandene „fette Kinn“ unter dem neuen 24-Zoll-Display übel auf. Mag ja sein, dass da die neuen Lautsprecher integriert sind, doch wer hätte sich nicht ein echtes „Vollformat-Erlebnis“ gewünscht, so ganz ohne Ablenkungen. Immerhin diente das iPad Pro ja sonst auch als Vorbild.

Apples Rechnung: iMac 2021 = MacBook Air 2020

Egal, es gibt Wichtigeres. Beispielsweise Apples gnadenlose Strategie der „Verschlossenheit“. Immerhin konnte man beim iMac bisher ja wenigstens noch den Arbeitsspeicher erweitern. Alles nicht mehr möglich, alles fest verlötet. Da will der Kauf gut überlegt sein – MacBook-Nutzerinnen- und Nutzer kennen das Dilemma. Überhaupt: Wenn wir mal ganz ehrlich sind, verkauft uns Apple hier doch am Ende ein aktuelles MacBook Air (M1) mit größerem Display, ohne Akku und mit separater Tastatur und Maus als Neuerfindung des Desktop-Rechners.

Steckt was drin, aber leider auch fest – der neue iMac 2021:

Im Video: Apple präsentiert den iMac 2021

Ganz schön billig, oder? Zumindest spart sich Apple so jede Menge Kosten, optimale Voraussetzungen für höhere Margen – ganz schön clever. Es ist nicht zu leugnen: Den iMac, wie wir ihn kennen, der ist eindeutig tot. Und kommt auch nicht mehr wieder? Vorsicht, so weit würde ich noch nicht gehen, denn Apple hat da noch was in der Hinterhand.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Aufgepasst: iMac 2021 Nummer 2 kommt noch

Wer richtig aufgepasst hat, dem dürfte nicht entgangen sein, dass Apple es versäumte beim April-Event einen zweiten iMac mit größerem Bildschirm zu präsentieren. Der wurde von der Gerüchteküche aber vorhergesagt. Dieses „Gefährt“ soll angeblich über 27 Zoll hinauswachsen. Schon meine Vermutung damals: Apple steckt da eine preisgünstige Version des Pro Display XDR (32 Zoll, 6K) rein. Jetzt bin ich mir fast sicher: Dieser „Über-iMac“ wird uns in den nächsten Monaten als neuer iMac Pro vorgestellt, dann natürlich auch in Schwarz beziehungsweise Space Grau. Eben jene gedeckte Farben, die dem iMac aktuell noch fehlen. Diese Pro-Maschine dürfte dann nicht nur schneller sein, sondern eventuell teilweise auch wieder erweiterbar.

Darauf müssen wir noch länger warten:

Kurz gesagt: Apple wird in Zukunft noch stärker zwischen Geräten für sogenannte Consumer und professionellen Kunden unterscheiden. Zwischenlösungen sind nicht mehr erwünscht, „verwirren“ sie doch viel zu sehr. Man muss dies nicht mögen, aber es erklärt Apples aktuelle Produktvorstellungen. Der alte iMac mag tot sein, doch seine Wiedergeburt erfolgt gleich zweimal. Auf Baby Nummer 2 müssen wir nur noch ein wenig warten. Es könnte sich lohnen.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.