Die E-Mobilität scheint schon jetzt in einer handfesten Glaubenskrise zu stecken: Neuzulassungen von Elektroautos bleiben unter denen des Vorjahres zurück. Das Problem: Wer sich über E-Autos informiert, will keines mehr.

Eigentlich schien der Siegeszug der Elektroautos schon längst beschlossene Sache. Massive Kaufprämien haben gerade im vergangenen Jahr für neue Höchststände bei den Zulassungszahlen geführt.

Bittere Bilanz fürs E-Auto: Wer sich informiert, bleibt beim Verbrenner

Inzwischen ist den E-Autos aber der Schwung ausgegangen. Das dürfte in Teilen durch die angespannte Nachschubsituation begründet sein, soll aber einen weiteren Grund haben: Verbraucherinnen und Verbraucher wollen keinen Stromer mehr (Quelle: FAZ). Das geht aus mehreren Umfragen zum Thema hervor.

Laut Deutsche Automobil Treuhand (DAT) sei es für 43 Prozent der Befragten denkbar, das aktuelle Haupt-Auto durch eines mit E-Antrieb zu ersetzen, ein Minus von vier Prozent im Vorjahresvergleich. Für 39 Prozent komme ein E-Auto hingegen nur als Zweitwagen in Frage. Das DAT-Barometer zeigt auch, dass sich aktuell nur 14 Prozent ein reines Elektroauto anschaffen würden.

Auffällig dabei ist, dass sich gleichzeitig mehr potenzielle Kundinnen und Kunden mit dem Thema Elektromobilität beschäftigen würden. Ihr Anteil ist um zehn Prozent auf aktuell 39 Prozent gestiegen (Quelle: DAT). Auslöser für das hohe Informationsinteresse seien die Kaufprämien. Doch dann scheint etwas schief zu gehen, denn obwohl – oder gerade weil – sich mehr Leute mit dem Thema Elektroautos auseinandersetzen, sinkt das Kaufinteresse.

Sorge mit Elektroautos: Reparatur und Versicherung teuer

Laut DAT können mehrere Unsicherheiten dabei eine Rolle spielen. So befürchten potenzielle Käufer etwa hohe Reparaturkosten (61 Prozent) und deutlich steigende Preise für die Versicherung (52 Prozent). Eine große Angst sei außerdem, dass Besitzer eines E-Autos für die Entsorgung etwa von in die Jahre gekommenen Komponenten aufkommen müssten.

Zu den Unsicherheiten rund um laufende Kosten nach dem Kauf kommt der geringe Wiederverkaufsswert von Elektroautos. Hier dürfte sich die Kaufprämie negativ bemerkbar machen, die nur selten auch für Gebrauchte abgerufen werden kann. Wer mit dem E-Auto Geld machen will, muss etwa auf die THG-Quote ausweichen.

Zwar sind manche Sorgen rund um das E-Auto begründet, mit fünf Irrtümern räumen wir aber im Video auf:

5 Irrtümer über Elektroautos Abonniere uns
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Auch die Ladesituation, speziell deren schleppender Ausbau, und die lange Ladedauer können laut FAZ die Lust aufs neue E-Auto nehmen. Es scheint, als würde das Interesse am Umstieg sinken, je mehr sich Käufer über E-Autos informieren. Für die Mobilitätswende eine äußerst schädliche Korrelation.