Wer ein Elektroauto von VW fahren will, muss es nicht gleich kaufen – der Wolfsburger Hersteller bietet seine Modelle ID.3 und ID.4 ab sofort im Abo an. Doch Volkswagen ist spät dran, die Abo-Preise alles andere als ein Geschenk. Trotzdem will man schnell alle anderen Anbieter abhängen.

 

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E-Autos im Abo von VW: Im stolzen Preis sind fast alle Kosten enthalten

Volkswagen will einem neuen Mobilitätsbewusstsein der Kunden begegnen – durch Elektroautos im Abo. Das neue Geschäftsmodell ist gerade gestartet, mehr als 2.000 junge gebrauchte E-Autos der ID-Reihe sollen in den kommenden Monaten buchbar sein. In der günstigsten Option zahlen Interessierte 499 Euro pro Monat für den ID.3 bei einer Mindestlaufzeit von sechs Monaten (Quelle: Volkswagen).

Bei kürzerer Laufzeit oder der Wahl des E-SUV ID.4 wird entsprechend mehr verlangt, derzeit maximal 739 Euro – ein Schnäppchen ist das Angebot also nicht gerade. Wen aber will Deutschlands größter Automobilhersteller damit ansprechen?

Im Grunde drei Typen von E-Auto-Interessierten: die Unsicheren, die vor dem Umstieg aufs E-Auto ausgiebig testen wollen. Dazu kommen die „Generation Netflix“, die Abos gewohnt sind und hohe Flexibilität schätzen, und die „Abenteuerlustigen“, die gerne alles ausprobieren, erklärt VW-Vertriebschef Klaus Zellmer (Quelle: Autobild).

Im Abo inbegriffen sind dann alle Kosten wie für Hauptuntersuchung, Versicherung, Wartung, Inspektion, Zulassung und 800 Freikilometer pro Monat. Einziger zusätzlicher Kostenpunkt für die Kunden ist der geladene Strom.

VW hat mit E-Auto-Abonnements etwas zu beweisen

Doch VW steht mit seinem Abo-Modell vor Herausforderungen, denn die Wolfsburger starten spät ins Rennen. Beispielsweise haben Volvo, Porsche und Mercedes bereits eigene Abo-Modelle, unabhängige Anbieter gibt es noch dazu.

Auch das Preismodell muss sich erst beweisen. Ob die Entscheidung richtig ist, später Verbrenner ins Abo-Angebot aufzunehmen, ist fraglich. Eigentlich stellt VW sein „AutoAbo“ als Schritt auf dem Weg zur Emissionsreduktion vor.

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Die Wolfsburger könnten allerdings von der Verzögerung profitieren. So hat man bereits Vorbilder, im Guten wie im Schlechten. Außerdem versteht VW das Angebot als Pilotversuch, an den man hohe Erwartungen stellt: Noch in diesem Jahr könne man deutschlandweit Marktführer werden, meint Zellmer. 2030 könnten bereits 20 Prozent des Umsatzes „aus Abos und anderen kurzzeitigen Mobilitätsangeboten stammen“.