Praktisch alle großen Automarken haben elektrisch angetriebene Modelle in ihrem Fuhrpark. Wie sonst sollen auch Klimaziele eingehalten werden? Doch eine Studie zeig, dass E-Autos längst nicht so grün sind wie manche meinen.

Feinstaub bei E-Autos: Verschleiß steigt mit dem Gewicht

Dass für Elektroautos in der Produktion mehr Emissionen anfallen als bei herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotoren, ist bekannt. Nach einer gewissen Laufzeit können die E-Autos diesen Nachteil wettmachen, denn beim Fahren wird nichts ausgestoßen. So lautet das gängige Narrativ und achtet man nur auf den Auspuff, stimmt es auch. Emissionsfrei fahren aber auch Elektroautos nicht – und das könnte zum Problem werden.

Denn Feinstaub kommt nich nur „hinten raus“: Bremsbeläge nutzen sich ebenso ab wie Reifen und der Straßenbelag. Wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einer Studie schreibt, wird die Belastung durch die sogenannten Nicht-Abgas-Feinstaubpartikel bis 2030 um über 50 Prozent zunehmen.

Treiber dieser Entwicklung sei die private Mobilität – vor allem mit Elektroautos. Denn die haben ein entscheidendes Problem: Von außen baugleiche Karosserien sind mit Elektroantrieb in der Regel schwerer, dank der Akkus. Das sorgt für stärkeren Verschleiß, der dann in Form von Kleinstpartikeln in der Luft landet. Der Trend – ob elektrisch oder herkömmlich angetrieben – geht zudem seit Jahren in Richtung immer größerer Wagen.

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5 Irrtümer über Elektroautos

OECD gibt Empfehlungen, Fahrverbote sind darunter

Entscheidern will die Studie Lösungsansätze an die Hand geben: Von Vorgaben zum Gewicht ist die Rede, auch Zonen für Autos mit geringen Emissionswerten werden angeraten. Für E-Autofahrer hieße das, es könnten im Extremfall Fahrverbotszonen eingerichtet werden, die auch sie betreffen. Andere Maßnahmen wie die Stärkung des ÖPNVs werden ebenfalls angeraten, die OECD sieht in diesem Zusammenhang die Förderung von E-Autos kritisch.

Noch ist all das Zukunftsmusik, wenn auch eine, die man sich genau anhören sollte. Denn die OECD bemängelt vor allem, dass bisher kaum auf die Nicht-Abgas-Feinstaubemissionen geachtet werde. Die würden jedoch den positiven Effekt des zunehmenden Umstiegs auf Elektroantriebe mindern.