Google Stadia hat seit dem Release mit reichlich Kritik zu kämpfen. Unter anderem beanstanden die potenziellen Nutzer, dass die Auswahl der Spiele bei Weitem nicht ausreicht, um konkurrenzfähig zu sein. Entwickler melden sich nun zu Wort und verraten, woran das liegt.

 

Google Stadia

Facts 

Update vom 2. März 2020 um 16:04 Uhr:

Googles Plattform Stadia hatte keinen einfachen Start und noch immer bleiben die Kunden aus. Ein Grund dafür ist die geringe Auswahl der Spiele. Derzeit gibt es 28 Stück, die aus ein paar Exklusiv-Titeln und wenigen anderen bestehen. Ein paar Entwickler haben mit Business Insider gesprochen und einmal ihren Standpunkt geschildert.

Einer der größten Gründe, warum Indie-Entwickler Stadia bisher ferngeblieben sind, ist der fehlende finanzielle Anreiz von Google. Der leitende Angestellte eines Publishers beschrieb den Geldbetrag, den Google ihnen anbot, als „so niedrig“, dass er nicht einmal Teil der Unterhaltung war.

Ein anderer Indie-Entwickler beschrieb, wie die meisten Plattform-Betreiber, wie Microsoft und Epic, im Voraus Anreize bieten, um Entwickler und Publisher dazu zu bewegen, Spiele zu machen oder in ihren Shops zu veröffentlichen. Aber bei Google Stadia war der Anreiz, in den Worten dieses Entwicklers, „... irgendwie nicht vorhanden“.

Sollte Google diese Ansätze nicht nutzen und ihre Planung ändern, könnten bei Stadia auch künftig die Kunden fernbleiben.

Originalmeldung vom 6. Januar 2020 um 16:38 Uhr:

Google Stadia: Lineup erweitert, aber die Enttäuschung bleibt

Ende letzten Jahres erschien Google Stadia bereits für Frühentschlossene, die über 100 Euro in das Hardware-Kit und in das Abonnement gesteckt haben. Dieses Jahr folgt die Version für jedermann, doch das Lineup des Cloud-Gaming-Services ist bisher ziemlich enttäuschend.

Im November 2019 startete Google Stadia mit 22 Spielen in die frühe Phase. Seither sind vier weitere erschienen, doch auch 26 Titel sind für den großen Trubel, der um den Service gemacht wurde, nicht viel. Gylt ist der bisher einzige Exklusivtitel, doch der von den Entwicklern erhoffte Erfolg blieb aus.

Laut Gamerant hat Stadia drei weitere Exklusivtitel für 2020 geplant, doch alle sind zeitlich begrenzt. Das heißt, dass diese im Laufe der Zeit für andere Plattformen erscheinen. Hier handelt es sich um Get Packed, ein Online-Koop-Spiel, sowie Spitlings, ein Arcade-Style-Indie-Spiel und Orcs Must Die! 3, der dritte Teil des beliebten Turmverteidigungs-Spiels.

Fünf ältere Spiele sollen im Laufe des Jahres zur Bibliothek hinzugefügt werden: Doom 2016, The Crew 2, Tom Clancy's The Division 2, SUPERHOT und The Elder Scrolls Online.

Mit Titeln wie Doom Eternal, Cyberpunk 2077, Marvel's Avengers, Destroy All Humans!, Gods and Monsters, Baldur's Gate 3, Watch Dogs Legion, Monster Energy Supercross 3 und Windjammers 2 könnte Google Stadia allerdings einen kleinen Aufschwung erleben.

Ob sie noch alles umsetzen können?

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Der Service lässt ebenfalls zu wünschen übrig

Neben den unerwartet wenigen Spielen, die Google Stadia zu bieten hat, sind die Nutzer mit dem Service unzufrieden. Zwar bietet der Cloud-Service den Spielern zwar 4K, 60fps-Straming mit HDR und 5.1 Surround – das aber längst nicht in allen Spielen. Destiny 2 läuft etwa in einer nativen Auflösung von Full-HD bei mittleren Einstellungen, um jederzeit die angepeilten 60 Bilder pro Sekunde erreichen zu können, während Red Dead Redemption 2 immerhin in WQHD gestreamt wird, aber nur 30 FPS erreicht.

Die Rettung sieht der Service in einem Katalog aus kostenlosen Spielen, der für ein monatliches Abonnement von 9,99 US-Dollar genutzt werden könnte, allerdings hat Google Stadia gegenüber anderen Services auch hier das Nachsehen.

Das Jahr wird bei Google Stadia noch einiges passieren, das muss es auch, denn mit dem bisherigen Lineup wird es der Service sehr schwer haben, sich einen festen und langjährigen Kundenstamm aufzubauen. Was denkt ihr über den Service? Habt ihr über die Anschaffung nachgedacht? Erzählt es uns gern in den Kommentaren.