Eigentlich haben wir alle gedacht, dass durch die Verlängerung der Ausnahmegenehmigung für Huawei das kommende Top-Smartphone Mate 30 Pro sicher wäre – ist es nicht. Google hat eine echte Bombe platzen lassen – die von mehreren Medien bestätigt wird.

 

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Huawei Mate 30 Pro ohne Android-Lizenz und Google-Services

Update vom 02.09.2019: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat bei Google nachgefragt und heute die Bestätigung bekommen: Die Mate-30-Smartphones besitzen keine Google-Lizenz, wenn sie am 19. September 2019 vorgestellt werden. Als Betriebssystem soll, wie erwartet, die AOSP-Version von Android zum Einsatz kommen. Diese kann jeder benutzen. Auf die Google-Dienste, also die Google-Apps und den Play Store, muss man aber verzichten. Die Smartphones werden es in Europa unserer Ansicht nach deshalb sehr schwer haben. Auf unsere Anfrage zu den Gerüchten hat Huawei bis heute nicht reagiert.

Originalartikel:

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass das Mate 30 und Mate 30 Pro am 18. September im München vorgestellt werden sollen. Gegenüber Reuters soll ein Google-Mitarbeiter geäußert haben, dass das neue Smartphone keine Lizenz für Android, Google-Apps und -Services besitzt. Die Ausnahmegenehmigung, die letzte Woche verlängert wurde, deckt neue Geräte nicht ab, sondern nur Produkte, die schon im Umlauf sind. Was heißt das konkret?

Das Huawei Mate 30 Pro soll zwar mit Android als Betriebssystems ausgestattet sein, dieses soll aber auf dem Android Open Source Project (AOSP) basieren, das jeder ohne Einwilligung verwenden kann. Es fehlen aber alle Google-Apps und -Services, wie beispielsweise Gmail, Google Maps, YouTube und der Google Play Store. Zudem wird man sich nicht einfach so WhatsApp oder andere wichtige Apps aus dem Play Store installieren können. Besitzer müssten sich die APK besorgen und die App manuell installieren. Im alternativen App-Store von Huawei würden durch den US-Bann solche Apps nämlich fehlen. Android-Updates würden ohne die Unterstützung von Google zudem viel länger brauchen, um fertiggestellt und verteilt zu werden.

In Europa hätte Huawei mit einem Smartphone ohne Google-Apps, -Services und mit Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von essenziellen Apps einen extrem schweren Stand und wäre im Endeffekt zum Scheitern verurteilt.

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So soll das Huawei Mate 30 Pro aussehen:

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Huawei Mate 30 Pro: So schön soll das nächste Top-Smartphone aussehen

Huawei will weiterhin Android als Betriebssystem verwenden

Auch wenn Huawei kürzlich das HarmonyOS vorgestellt hat und laut eigenen Angaben „jeder Zeit“ wechseln könnte, will das Unternehmen bei Android bleiben, solange es die US-Regierung zulässt – so ein Huawei-Sprecher gegenüber Reuters. Sollte das nicht mehr gehen, wird man aber weiter am eigenen Betriebssystem arbeiten und dieses verwenden.

Das Betriebssystem allein entscheidet aber nicht über den Erfolg oder Misserfolg eines Smartphones. Viel wichtiger sind das Ökosystem und die Auswahl der Apps. Daran sind schon große Unternehmen wie Microsoft gescheitert. Sollten sich die Informationen von Reuters bestätigen, wäre das ein herber Rückschlag für Huawei. Was sagt ihr dazu?

Peter Hryciuk
Peter Hryciuk, GIGA-Experte für Smartphones, Tablets, Android, Windows und Deals.

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