Huawei und die Android-Lizenz: Chef spricht Klartext

Simon Stich

Der Streit zwischen den USA und Huawei ist noch nicht ausgestanden: Jetzt hat sich der Chef von Huawei zu Wort gemeldet und seine Sicht der Dinge erläutert. Einen Hoffnungsschimmer gibt es aber dennoch, wie sich zeigt.

Huawei: Google hat noch keine Lizenz erhalten

Amerikanischen Unternehmen ist es untersagt, mit Huawei Geschäfte zu machen. Das betrifft auch Google – und damit einen der wichtigsten Bausteine von Android-Smartphones. Manche Unternehmen haben vor wenigen Tagen überraschend eine Lizenz vom Handelsministerium der USA bekommen, um ihre Arbeit mit Huawei wieder aufnehmen zu können. Als prominenter Vertreter sei Microsoft zu nennen, die nun wieder MateBooks mit Windows ausstatten dürfen.

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In einem Gespräch mit CNN hat Huawei-Chef Ren Zhengfei nun klargestellt, dass Google keine Lizenz vom US-Handelsministerium erhalten hat. Ein Antrag auf eben diese sei aber bereits gestellt und bislang auch nicht explizit abgelehnt worden, sagt er weiter. Wie das Ministerium entscheiden wird, bleibt weiter offen.

Nun steht immerhin fest, dass Google sich aktiv bemüht, um die Geschäftsbeziehungen zum wichtigen Smartphone-Partner Huawei wieder aufnehmen zu können. Google selbst hat sich zu dem Thema aber noch nicht öffentlich geäußert.

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Huawei: USA zwingen uns zu Alternativen

Zhengfei zufolge würde Huawei liebend gerne wieder mit Google zusammenarbeiten, was sicher keine allzu große Überraschung darstellt. Auf der anderen Seite arbeite Huawei weiter an einem eigenen Betriebssystem. Auch der hauseigene App-Store AppGallery soll zu einer Alternative zum Play Store von Google werden.

Im Gespräch mit CNN wies der Huawei-Chef zielsicher darauf hin, dass das Handelsembargo auch die USA schädigen würde. Statt auf amerikanische Technologien und Produkte zu setzen, wäre Huawei gezwungen, sich nach Alternativen außerhalb der USA umzusehen. Indirekt würden die USA also die Konkurrenz stärken, was sicher nicht im Interesse des Landes sein könne.

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Selbst dann, wenn sich die Beziehungen zwischen den USA und Huawei wieder vollständig normalisieren würden, wäre es laut Zhengfei „unwahrscheinlich“, dass Huawei nicht doch auf eigene Lösungen oder neue Partner setzt. Mit dieser Anmerkung macht Huawei deutlich, wie verärgert man in China über die Taktiken der USA ist.

Für Huawei-Kunden in Deutschland bleibt der Streit weiter verunsichernd. Das aktuelle Top-Handy, Huawei Mate 30 Pro, ist hierzulande nach wie vor nicht erhältlich. Auch das kürzlich vorgestellte Tablet Huawei MediaPad Pro wird vorerst nur in China veröffentlicht. Bei einem weltweiten Release müsste Huawei nach aktuellem Stand auf Google-Dienste und -Apps wie zum Beispiel den Play Store verzichten. Für Smartphone, die schon im Umlauf sind, ändert sich aber nichts. Es gibt weiteren Support, Garantie, Zugang zum Play Store und Android-Updates.

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