Huawei verunsichert Handy-Besitzer: War es das mit Android und Google?

Peter Hryciuk 4

Huawei sorgt mit einem Interview für viel Verunsicherung bei den Handy-Nutzern, die immer noch hoffen, dass das chinesische Unternehmen bald wieder Android-Handys mit Google-Diensten und -Apps anbieten wird. Huawei selbst hat wohl schon abgeschlossen und konzentriert sich auf eine andere Zukunft – auch wenn die Ansage dazu wieder abgeschwächt wurde.

Huawei: Keine Android-Handys mehr mit Google-Diensten

Update vom 31.01.2020: Huawei hat uns Folgendes mitgeteilt: „Ein offenes Android-System sowie Ökosystem ist nach wie vor die erste Wahl von HUAWEI. Wird uns die Nutzung davon allerdings verwehrt, sind wir in der Lage ein eigenes Betriebs- und Ökosystem zu entwickeln.“. Huawei würde also gerne weiter mit Google arbeiten, sollte das aber nicht klappt, muss man natürlich eine eigene Lösung finden.

Originalartikel:

Huawei wird nicht mehr zu den Google-Diensten zurückkehren, selbst wenn der US-Bann aufgehoben wird. Diese Aussage eines Huawei-Mitarbeiters hat Der Standard gestern veröffentlicht und damit eine Welle der Verunsicherung ausgelöst. Man wolle sich der Abhängigkeit der US-Politik entledigen, so die weitere Ausführung. Heißt im Klartext: Huawei-Smartphones mit Google-Diensten und -Apps wird es nicht mehr geben, selbst wenn die US-Regierung die Zusammenarbeit mit Google wieder erlauben würde. Eine eigentlich sehr klare Aussage, die laut Andreas Proschofsky auch nach mehrmaliger Nachfrage so bestätigt wurde.

Als der Artikel dann weltweit für Aufregung sorgte, hat Huawei damit begonnen die Aussage zu relativieren. Gegenüber The Verge hat Huawei per Pressemitteilung erklärt, dass das offene Android-Ökosystem die erste Wahl sei – inklusive Google Mobile Services. Wieso wurde es dann so kommuniziert? Huawei entwickelt unterdessen die Huawei Mobile Services, um die Version von Google zu ersetzen, und hat mit Harmony OS auch ein eigenes Betriebssystem entwickelt. Weiterhin hat man mit TomTom schon eine brauchbare Alternative für Google Maps in der Hinterhand. Sollte keine Einigung erzielt werden, wird Huawei also komplett auf eigene Lösungen setzen müssen. Das wird in Europa sehr schwer sein.

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Holt sich Huawei die Android-Apps über Umwege?

Eine ganz interessante Lösung für das Problem mit den Android-Apps von US-Unternehmen gibt es hingegen bei WinFuture zu lesen. Das Unternehmen könnte eine europäische „Proxy-Firma“ schaffen, mit der US-Unternehmen Verträge schließen könnten. So könnte Huawei über Umwege die Android-Apps und eventuell sogar Google wieder auf seine Handys bringen. Fraglich ist, ob sich US-Unternehmen auf so ein Spiel einlassen und ob das überhaupt erlaubt wäre. Immerhin gilt der US-Bann auch für Schwesterunternehmen von Huawei. So einfach könnte es also nicht sein.

Der US-Bann bleibt für Huawei eine verzwickte Angelegenheit – zumindest in Europa. In China verkaufen sich die Smartphones immer besser, sodass das Unternehmen eventuell sogar das Engagement in Europa zurückfahren könnte, wenn sich die Lage nicht besser und Huawei-Handys ohne Google-Dienste sich einfach nicht verkaufen. Was sagt ihr zu der Situation?

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