Zum 10. Ehrentag des iPad gab es nicht nur freudige Geburtstagsgrüße, sondern auch Kritik an einer wichtigen und hilfreichen Funktion des Tablets. Doch es gibt einige Ideen, wie Apple diese Problematik in einer zukünftigen Version von iPadOS lösen könnte.

iPad: Der Problemfall Multitasking

Am 27. Januar 2020 feierte das iPad seinen 10. Geburtstag. Was für viele Tablet-Fans ein Grund zur Freude war, war für einige Beobachter auch ein guter Zeitpunkt, um Kritik am Status quo zu üben. Allen voran war es Apple-Blogger John Gruber, der am Ende seiner Rückschau das iPad als „schwere Enttäuschung“ beschrieb. Der Grund für die harschen Worte war allen voran die Software des Tablets, insbesondere der gleichzeitige Umgang mit mehreren Apps.

Das iPad bietet bereits seit einigen Jahren diverse unterschiedliche Möglichkeiten zum Multitasking. So gibt es neben dem zweigeteilten Bildschirm („Split View“) und dem Bild-im-Bild bei der Wiedergabe eines Videos auch noch das sogenannte „Slide Over“, bei dem eine App an der Seite über anderen Apps schweben kann.

Das Problem an dem System: Die Gesten, um diese verschiedenen Zustände zu erreichen, sind teilweise komplex, umständlich und nur schwer für einen Neueinsteiger zu entdecken. „Wie würde jemand jemals herausfinden, wie man Split-Screen-Multitasking auf dem iPad benutzt, wenn er nicht bereits weiß, wie es geht?“, so Gruber in seinem Artikel.

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iPadOS: So könnte das iPad-Multitasking leichter werden

Ryan Christoffel von MacStories hat eine mögliche Lösung für diese Multitasking-Problematik gefunden. So könnten die bereits existierenden Kontextmenüs – die kleinen Popups, die bei einem längeren Druck auf ein App-Symbol erscheinen – dabei helfen, mehrere Apps gleichzeitig auf dem Tablet zu nutzen. Statt der Hin und Her-Bewegungen einzelner Symbole, um den Bildschirm zu spalten, sollte Apple nur noch auf diese Kontextmenüs setzen.

Im oben gezeigten Bild sieht man ein Konzept, das Mac-Nutzern bereits bekannt sein könnte. So kann man auch in macOS Apps durch Auswahl des grünen Buttons in der Titelzeile in eine geteilte Ansicht schicken. Eine ähnliche Funktion sieht das Kontextmenü in dem MacStories-Konzept vor. Ein langer Druck auf die gewünschte App öffnet das bekannte Menü, wo nun die Möglichkeit hinzugekommen ist, die App an die gewünschte Position zu bringen.

Die gezeigten Optionen könnten darüber hinaus je nach dem aktuellen Multitasking-Zustand variieren. Ist nur eine App, zum Beispiel Safari wie im Bild oben, geöffnet, erlaubt das Kontextmenü das einfache Öffnen eines geteilten Bildschirms. Sind jedoch schon zwei Apps im Split View geöffnet, beispielsweise Mail und Erinnerungen, gibt das Kontextmenü die dazu passende Optionen. Will man etwa zusätzlich Notizen öffnen, steht die Paarung mit Mail oder Erinnerungen zur Wahl.

Eine weitere Option, die iPadOS bereits bietet, ist das Öffnen von In-App-Inhalten in neuen Multitasking-Fenstern. Auch hier könnte ein langer Druck auf den Eintrag, wie im Bild oben zu sehen, das Kontextmenü mit entsprechenden Optionen anzeigen.

Das Ziel all dieser Möglichkeiten ist das Entfernen von komplexen Gesten, die in einigen Fällen – etwa ohne eine externe Tastatur – nur schwer erreichbar sind. Um dies noch weiter zu vereinfachen und falsche Gesten zu verhindern, schlägt MacStories des Weiteren vor, dass ein langes Drücken eines Symbols auf dem Home-Bildschirm ausschließlich nur noch das Kontextmenü öffnet und nicht – nach einem etwas längeren Druck – auch das Entfernen von Apps ermöglicht. Dieser Modus, in dem Apps wackeln und gelöscht werden können, ist heute schon über das Kontextmenü erreichbar.

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