Samsung kann es nicht lassen: Erneut hat der südkoreanische Hersteller Witze über das iPhone gemacht. In neuen Werbespots wird die vermeintliche Kameraschwäche des Kult-Handys aufs Korn genommen. Mag die Kritik in der Sache vielleicht gerechtfertigt sein, stellt sich trotzdem die Frage: Muss das sein, Samsung?

 

Samsung Electronics

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Vergleichende Werbung funktioniert oft nach dem gleichen Prinzip: Der „Underdog“ macht sich über den Platzhirsch lustig und zeigt in mal mehr und mal weniger lustigen Werbespots, wie viel besser (und oft auch günstiger) das eigene Produkt in Wahrheit doch sei. Bei Pepsis Attacken auf Coca Cola in den 1980er-Jahren war das so und auch Apple spielte in seiner mittlerweile legendären „Get a Mac“-Kampagne diese Karte. Bei Samsungs jüngsten Stichen gegen das iPhone gibt es aber gleich mehrere Probleme.

Samsung macht sich über die Kamerafähigkeiten des iPhone 12 Pro lustig

In zwei Werbespots stellen die Südkoreaner die Kamerafähigkeiten des Galaxy S21 Ultra und iPhone 12 Pro gegenüber. Wenig überraschend gewinnt natürlich das Galaxy:

Die beiden Clips sind zweifellos gut gemacht, vor allem der Zoom-Vergleich mit dem Käsesandwich ist sehr anschaulich. Und doch bleibt ein übler Nachgeschmack bei diesem Vergleich. Denn:

  • Samsung ist nicht der „Underdog“, sondern der unbestrittene Marktführer. Aus dieser Position der Stärke wirkt vergleichende Werbung ein bisschen peinlich – selbst wenn Apple das Ziel das Spotts ist und damit ebenfalls ein Industriegigant.
  • Samsungs Smartphones sind schon lange nicht mehr günstiger als ein vergleichbares iPhone. Sowohl das Galaxy S21 Ultra als auch das iPhone 12 Pro Max sind mit einem Preisschild (UVP) von mindestens 1.250 Euro alles andere als ein Schnäppchen.
  • Ob Kopfhöreranschluss, Bildschirmkerbe oder fehlendes Netzteil: Samsung hat sich in der Vergangenheit schon sehr oft über das iPhone lustig gemacht – nur um es später zu kopieren. Das sollte die PR-Abteilung des Unternehmens im Hinterkopf haben, bevor das iPhone in neuen Werbespots wieder veräppelt (kein Wortspiel) wird.

Smartphone-Nutzer sind mittlerweile fest gebunden

Und zu guter Letzt: Es ist nicht mal notwendig! Der Markt ist groß genug für Samsung und Apple, da muss man die Konkurrenz gar nicht unter Beschuss nehmen. Zumal die allermeisten Smartphone-Nutzer mittlerweile fest gebunden sind. Wer seit Jahren ein iPhone nutzt, wird kaum zu Android wechseln – und umgekehrt genauso wenig. Da kann man sich vergleichende Werbung wirklich sparen.

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