Samsung und Google haben mit Smartwatches Großes vor. Deswegen stellt sich aktuell die Frage, ob man jetzt noch eine Galaxy Watch mit Tizen-Betriebssystem kaufen oder lieber zur neuen Generation greifen sollte. Meine Meinung ist klar. Eine Analyse von Peter Hryciuk.

 

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Ältere Samsung-Smartwatch würde ich nicht mehr kaufen

Google, Samsung und Fitbit haben beim neuen Smartwatch-Betriebssystem Wear OS 3.0 eng zusammengearbeitet. Samsung ist von dem neuen Betriebssystem so begeistert, dass man Tizen OS dafür sogar fallen lässt und auf Wear OS wechselt. Das ist auch einer der Gründe, wieso ich mir jetzt keine ältere Galaxy Watch mehr kaufen würde.

Samsung hat zwar bestätigt, dass es noch drei Jahre Updates für Tizen-Uhren geben wird, man darf aber jetzt weder mit neuen Features noch mit einer großen Unterstützung von Entwicklern rechnen. Der Zeitraum gilt zudem seit Markteinführung. Bei der Galaxy Watch Active 2 wäre noch ein Jahr übrig, bei der Galaxy Watch 3 sind es noch zwei Jahre.

Alles, was jetzt funktioniert, wird auch eine gewisse Zeit noch laufen, neue Funktionen oder Apps gibt es aber nicht mehr. Updates könnten sich zudem verzögern, weil die Plattform im Grunde todgeweiht ist. Samsung wird die neue Galaxy Watch 4 und Galaxy Watch 4 Classic bevorzugen.

Samsung-Smartwatches: Alte Hardware verhindert Upgrade auf Wear OS

Die technische Basis, die Samsung in den letzten Jahren für seine Smartwatches genutzt hat, wurde seit der ersten Galaxy Watch nicht weiterentwickelt. Es gab hier und da kleine Optimierungen, ein neues Design oder Glas, doch das Innere basierte auf alter Technik. Mit der Galaxy Watch 4 hat sich das geändert. Samsung hat einen neuen 5-nm-Chip entwickelt, der eine deutlich höhere Performance und Energieeffizienz besitzt. Technisch ist man den alten Uhren damit Jahre voraus. Der alte Prozessor ist auch der Grund, wieso es kein Upgrade auf Wear OS gibt.

Ein weiterer großer Vorteil ist das Zusammenspiel zwischen einem Samsung-Handy mit Android und einer Samsung-Smartwatch mit Wear OS 3.0. Die Betriebssysteme wurden perfekt aufeinander abgestimmt. Samsung hat das mit Tizen OS zwar ganz gut hinbekommen, die Uhr fühlte sich aber nie wirklich integriert an. Entwickler von Apps werden es nun aber viel einfacher haben, ihre Anwendungen auch auf die Uhr zu bringen. Man merkt es ja jetzt schon: Spotify bringt die Offline-Funktion und Google YouTube Music auf die Uhr. Andere Entwickler werden folgen.

Die neuen Samsung-Uhren im Video:

Samsung Galaxy Watch 4 im Hands-On

Ältere Samsung-Smartwatches werden verlockend günstig

Erst vor einigen Monaten habe ich mir eine Samsung Galaxy Watch Active 2 gekauft. Um die 130 Euro habe ich dafür nur bezahlt. Ich erachte das auch heute nicht als Fehlkauf, denn alles, was ich machen möchte, kann ich damit machen. Wer genauso denkt und sich in einigen Jahren sowieso eine neue Smartwatch kaufen möchte, der kann natürlich auch weiterhin zu älteren Modellen greifen. Meine Smartwatch, aber auch die Galaxy Watch 3 werden mittlerweile günstiger angeboten.

Wer mit dem Funktionsumfang der alten Uhren zufrieden ist, so wie er zum jetzigen Zeitpunkt ist, kann also auch weiterhin zur Samsung Galaxy Watch Active 2 und Galaxy Watch 3 greifen. Ich würde trotzdem dazu raten, zur neuen Generation zu greifen. Wenn euch die Preise zu hoch sind, solltet ihr warten, bis sie fallen. Ist ja jetzt schon langsam der Fall. Mit der Zeit wird die Software zudem immer besser.