Heutzutage wird ein Kamerabuckel auf der Rückseite des iPhones oder anderer Handys von Samsung, Xiaomi und Co. als „state of the art“ empfunden. Doch müssen wir uns wirklich mit solchen unästhetischen Wucherungen der Technik anfreunden? Ich denke nicht, der Kamerabuckel von Smartphones muss endlich sterben. Meine Gründe verrate ich euch in der heutigen Ausgabe der Wochenendkolumne.

 
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Bei Apple fing es beispielsweise 2016 mit dem iPhone 7 Plus an, dessen Dual-Kamera packte Apple nicht etwa in zwei einzelnen Linsen, sondern in eine einzige Erhebung auf der Rückseite des Handys. Dieser „Hügel“ setzte sich optisch deutlich ab. Mit den Jahren wurde dieser Bereich und somit der Kamerabuckel immer größer, nicht nur weil noch mehr Objektive ihren Platz verlangten. Es genügt ein Blick aufs iPhone 13 Pro – nie war der Kamerabereich voluminöser.

Kamerabuckel bei Smartphones: Muss das sein?

Die „Kamera-Warze“ wurde so zum Designmerkmal und ziert mittlerweile nahezu alle Smartphones mit Rang und Namen. Weder Apple, Samsung noch Xiaomi und Co. machen da eine Ausnahme. Ich finde dies sehr bedauerlich, was nur ist aus der Idee eines zurückhaltenden Designs geworden? Diese Ausgeburten der Produktgestaltung schreien einem förmlich ins Gesicht: Schaut mal, wie groß der Meine ist. Früher pappten sich „Spezialisten“ hässliche Spoiler auf schöne Autos, heutzutage finden wir deren Entsprechung in Form eines Kamerabuckels bei den Smartphones – igitt.

Mit dem iPhone 7 Plus fing es bei Apple an, dabei besaß damals noch nicht jedes Handy einen richtigen Kamerabuckel:

Kameravergleich: iPhone 7 Plus, Samsung Galaxy S7, LG G6, Sony Xperia XZ Premium, Huawei P10 Abonniere uns
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Nun mag der eine oder andere Technik-Interessierte anmahnen, dass es ja gute Gründe für diese aktuelle Designsprache gibt. Immerhin wurde auch die Optik größer, dennoch möchte man nicht auf schlanke Smartphones verzichten. Der Kamerabuckel wird da zur Notlösung ... geht halt nicht anders. Doch ist dem wirklich so?

Muss man denn wirklich immer dem Schlankheitswahn frönen? Meinetwegen dürfen die Smartphones gerne etwas auf den Rippen haben. Übrigens nicht nur für eine schnörkellose Optik. Ein solches Design hat nämlich auch handfeste Vorteile, könnte man doch so mehr vom Akku integrieren, was sich natürlich positiv in der Laufzeit bemerkbar macht. Auch unsere Leser konnten sich im letzten Jahr für diese Idee begeistern. Nicht wenige wünschten sich explizit für die Zukunft ein iPhone ohne Kamerabuckel, dafür mit mehr Akkukapazität. Bisher ignoriert die Industrie jedoch weitestgehend diesen Wunsch, bisher.

Für die Leser von GIGA ist die Sachlage klar, auch sie könnten auf einen Kamerabuckel verzichten:

Samsung will das Gegenteil beweisen

Denn schon bald könnte sich diese Einstellung ein Stückchen ändern. Allem Anschein und den gut informierten Quellen der Gerüchteküche nach, wird Samsung schon am nächsten Mittwoch (9. Februar 2022) den Anfang machen. So soll das Samsung Galaxy S22 Ultra auf einen dezidierten Kamerabuckel verzichten. Dies sorgt für eine hübsche Rückseite und genügend Platz für den versenkbaren Stylus und einen größeren Akku. Dummerweise beharrt Samsung bei den beiden anderen Modellen des S22 auf dem Buckel, was dazu führt, dass diese am Ende mit deutlich weniger Kapazität leben müssen – irgendwie inkonsequent. Dennoch beweisen die Koreaner: Es geht auch ohne den hässlichen „Hügel“ auf der Rückseite des Smartphones.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Die Quintessenz: Weg mit dem Kamerabuckel, dafür dann mehr Akku und eine ästhetische Gestalt. Mehr wünsche ich mir gar nicht für die Smartphones 2022 wie iPhone 14 und Co.