Noch ein weiterer Testbericht zum iPhone 13 (Pro)? Nein, in den folgenden Zeilen möchte ich allein meine eigenen, subjektiven Erfahrungen mit euch teilen und am Ende die Frage beantworten: iPhone 13 oder iPhone 13 Pro? Welches aktuelle Apple-Handy ist für mich und vielleicht auch für den einen oder anderen Interessenten das bessere Upgrade?

 
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In den letzten Wochen begleiteten mich ein iPhone 13 Pro und iPhone 13 im Alltag. Mein Ziel war kein aufgezwungener Testbericht, sondern ein auf mich gemünzter Erfahrungsbericht. Wer also Themen vermisst, der sollte sich nicht wundern. Die spielten dann wahrscheinlich keine große Rolle für mich, ich steh eher weniger auf Spielereien – sorry.

iPhone 13 Pro vs. iPhone 13: Welches Modell erobert mein Herz?

Schon vorab stand für mich fest, nachdem mein iPhone 7 nach einem letzten, heftigen Sturz sich Tag für Tag immer mehr in seine Einzelteile zerlegt, ich werde mir am Ende meiner Testwochen wahrscheinlich ein neues Apple-Handy gönnen. Von vornherein scheiden aber zwei Modellvarianten des iPhone 13 aus. Die da wären:

  • iPhone 13 mini: Zu klein und zu schlecht für meine Augen. Eigentlich war ich immer ein Anhänger kleiner Handys, doch wie schon mal zuvor dokumentiert, bereitet mir der kleine Bildschirm (5,4 Zoll) im Zusammenhang mit der leicht einsetzenden Altersweitsichtigkeit und meiner Kurzsichtigkeit (Brille) Probleme.
  • iPhone 13 Pro Max: Eigentlich optimal von der Bildschirmgröße her, leider aber nicht bezüglich Gewicht und Abmessungen. Irgendwie soll es dann doch noch so halbwegs in die Hosentasche passen.

Kurz gesagt: Der 6,1-Zoll-Bildschirm von iPhone 13 und iPhone 13 Pro erscheint mir da noch der beste Kompromiss. In der Grundkonfiguration trennen die beiden 250 Euro und sonst? Welche Erfahrungswerte konnte ich sammeln?

Apples Nummer 13: Die Plus- und Minuspunkte der Pro-Variante

Den Anfang macht das iPhone 13 Pro bei mir. Na klar, wenn man von Apple schon mal beide Modelle für den Testzeitraum gestellt bekommt, greift man zunächst zum teuren Pro-Modell. Positiv fiel mir auf:

Mit leichten Abstrichen die Kamera: Zweifelsohne ist es die bisher beste Kamera von Apple in einem iPhone. Das Teleobjektiv, das es so nur im Pro gibt, ist ein echtes Plus, wie man nachfolgend an Beispielfotos noch sehen wird. Vor allem im Zusammenspiel mit der KI (Künstliche Intelligenz) holt das iPhone sehr viel raus, mehr als die Optik zulassen würde. Doch es gibt auch nennenswerte Hinweise meinerseits.

Der Blick hinüber vom Zirkelstein zur Böhmischen Schweiz – mit Ultraweitwinkel-Objektiv des iPhone 13 Pro (Bild: Sven Kaulfuss, GIGA).

 

Mit dem Weitwinkel-Objektiv kommen wir ein Stück näher heran und können vielleicht schon eines der phänomenalen Naturdenkmäler des Elbsandsteingebirges erahnen. (Bild: Sven Kaulfuss, GIGA).

 

Dank des Tele-Objektivs des iPhone 13 Pro erblicken wir jetzt das Prebischtor, auf tschechisch Pravčická brána – kleiner roter Pfeil. (Bild: Sven Kaulfuss, GIGA).

 

Nehmen wir noch den maximal zur Verfügung stehenden Digitalzoom hinzu, erblicken wir die größte natürliche Sandstein-Felsbrücke Europas deutlich. Ebenso zu erkennen: Apples KI-Tricks, denn nicht alle Pixel stammen von der Kamera, das iPhone selbst „malt“ noch etwas hinzu. Zur Information: Zwischen dem Felsentor und der Spitze des Zirkelsteins liegen über 4,3 Kilometer Luftlinie (Bild: Sven Kaulfuss, GIGA).

Die Makro-Funktion fokussiert tatsächlich ab 2 Zentimeter messerscharf, allerdings sollte die Szenerie dann halbwegs gut ausgeleuchtet sein. Im Zwielicht kommt nämlich eher Matsch heraus – Licht wird zur Pflicht! Apropos: Wird es dunkel, kann das iPhone im Normalbetrieb zwar erstaunlich viel rausholen, doch trotz optischer Bildstabilisierung der Kamera schadet eine weitere, externe Stabilisierung (Stativ, Gimbal) nicht. Denn auch wenn die Kamera beeindruckt, zaubern und die Naturgesetze aushebeln kann sie noch immer nicht.

So sieht das Prebischtor übrigens aus der Nähe aus – ein Anblick, denn Apples KI natürlich aus der Ferne nicht ersetzen kann. Dieses Foto wurde aber nicht mit dem iPhone 13 gemacht (Bild: Pixabay, Makalu).

Ich sage dies ganz bewusst. Denn nicht wenige unbedarfte Nutzerinnen und Nutzer erwarten von Apple sonst vielleicht zu viel. Am Ende macht noch immer der Fotograf die Bilder, auch wenn dem immer mehr unter die Arme gegriffen wird. Noch ein Wort zum Kinomodus, Apples Interpretation der Porträtfunktion für Videoaufnahmen. Schaut auf den ersten Blick schon gut aus, für mich persönlich aber nur ein nettes Spielzeug und kein Muss. Nachbearbeiten oder Filme schneiden mach ich aktuell eh nicht – nice to have, mehr nicht.

Ein ganz anderes Kaliber ist da schon die Akkulaufzeit. Ich habe jetzt nicht mit der Stoppuhr gemessen, aber zuvor musste ich täglich „nachtanken“. Das iPhone 13 Pro hingegen verzichtet auch schon mal zwei bis drei Tage – bei moderater Nutzung – auf eine Stromzufuhr. Dies ist Fortschritt, den man nicht direkt sieht, aber dafür umso mehr spürt – wunderbar.

Auch bei wenig Licht liefert das iPhone 13 Pro Ergebnisse, die sich sehen lassen können (Bild: Sven Kaulfuss, GIGA).

 

Aber nicht immer gelingen alle Aufnahmen. Bei langer Belichtungszeit schadet auch beim iPhone 13 Pro eine zusätzliche Stabilisierung nicht, andernfalls wird es auch mal etwas unscharf (Bild: Sven Kaufluss, GIGA).

Sehen kann man hingegen deutlich den OLED-Bildschirm. Wer wie ich die „LCD-Funzel“ des iPhone 7 gewohnt war, für den ist dies eine Offenbarung. Doch wie sehr nimmt man denn die maximale Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 Hz wahr? Da ich jetzt nicht unbedingt der große Spieler auf dem iPhone bin, nützt das Feature vorderhand bei „Scrolling-Orgien“ in Safari. Bemerken tut man es in dem Fall aber tatsächlich erst bei der Gegenüberstellung mit dem iPhone 13, welches sich mit 60 Hz begnügen muss.

Welten liegen nicht dazwischen, denn auch der Bildschirm des kleinen Schwestermodells ist hell und klar, die leichte Bewegungsunschärfe nur zu erkennen, wenn man sich wie ich damit beschäftigt und es sich bewusst macht. Android-Telefone profitieren wohl deutlicher vom 120-Hz-Display, beim iPhone ist es eher ein nettes Extra. Ein Gimmick, das aber auch Strom sparen kann, denn wenn nötig und möglich werden Bilder langsamer aktualisiert – so wird nicht unnötig Energie verschwendet.

Angetan war ich ferner von der puren Schnelligkeit des iPhone 13 Pro, was man im direkten Vergleich mit meinem alten iPhone 7 auch bei einfachen Dingen wie dem Webseitenaufbau spüren kann – da liegen tatsächlich mehrere Jahre dazwischen.

Und was hat mich am iPhone 13 Pro gestört? Eigentlich fast nichts ... zumindest nichts, was direkt mit dem Modell an sich zu tun hat, eher mit den Eigenarten der Apple-Handys, wie wir sie nun seit dem iPhone X kennen. So musste ich mich zunächst an die Notch gewöhnen, nicht wegen der Displaykerbe an sich, sondern aufgrund der fehlenden Informationen in der Menüleiste. So muss ich beispielsweise für den Akkustand in Prozent das Kontrollzentrum oder ein Widget bemühen und ob ein Alarm aktiv ist erkenne ich auch nicht mehr, es fehlt am Weckersymbol.

Und ja, ich vermisse Touch ID. In Zeiten, in denen Masken zum Alltag gehören und die Gesichtserkennung aushebeln, wäre eine Rückfall-Technologie wie der Fingerabdrucksensor eine feine Sache. Leider sieht dies Apple beim iPhone 13 etwas anders.

Alle Modelle des iPhone 13 bei uns in der Übersicht:

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iPhone 13: Wie schlägt sich das einfache Modell?

Soweit und so gut schlägt sich das iPhone 13 Pro im Alltag. Doch was mache ich jetzt mit dem normalen iPhone 13? Auch das günstigere Schwestermodell kam bei mir zum Einsatz, immerhin geht es mir ja um die direkte Gegenüberstellung der Geschwister.

Der Formfaktor ist nahezu identisch zum Pro, mal abgesehen von der Tatsache, dass beim 13er die Gehäuseflächen glänzen und die Seitenkanten matt ausfallen, beim Pro-Modell ist es genau anders herum. Doch etwas spüre ich sofort: Das iPhone 13 ist wesentlich leichter, das iPhone 13 Pro wirkt hingegen massiver. Der Blick ins Datenblatt bestätigt meine Vermutung: 173 Gramm vs. 203 Gramm. Die 30 Gramm Unterschied klingen nach wenig, fühlen sich aber deutlich nach mehr an.

Das iPhone 13 in roter Färbung begleitete mich ebenso wie das iPhone 13 Pro (Bild: GIGA).

Auf Makrofunktion und Telelinse muss ich verzichten. Doch wirklich vermissen tue ich es im normalen Alltag, wenn ich nicht gerade Smartphones teste, eher weniger. Tipp: Zumindest die Makrofunktion lässt sich mit Tricks nachahmen – siehe hierzu beispielsweise die App „Halide“. Davon ab ist die Kamera identisch und macht annähernd gleich gute Fotos, wie „2. Klasse“ fühlt sich dies nicht an.

Beim Akkuverbrauch hat das Pro einen kleinen Vorsprung, der in der Praxis aber nicht übermäßig deutlich ausfällt. Beide Smartphones sind in dem Punkt Klasse und können sich gegen die Konkurrenz behaupten.

Mein persönliches Schlusswort: Es gewinnt die Vernunft

Zurück zur Ausgangsfrage: iPhone 13 oder iPhone 13 Pro? Für mich persönlich steht die Entscheidung jetzt fest: Ich wähle die Standardversion. Warum? Der günstigere Preis und das leichtere Gehäuse sprechen für das Gerät. Auf die Telelinse und die Makrofunktion kann ich gerne im Gegenzug verzichten. Es ist die vernünftige Wahl. Konkret ist es doch so: Was mir am iPhone 13 Pro gefällt, finde ich auch beim iPhone 13. Der Rest ist Beiwerk und für mich nicht kaufentscheidend.

Nicht das wir uns falsch verstehen. Das iPhone 13 Pro hat seine Berechtigung. Aber letztlich „brauchen“ doch die wenigsten der Käuferinnen und Käufer es wirklich. Ich möchte mich da der Einschätzung meines lieben Kollegen Stefan Bubeck aus dem Jahr 2019 anschließen. Er resümierte schon damals beim Test des iPhone 11 Pro: „Du brauchst es nicht. Ich brauche es nicht. Keiner braucht es. Aber wir alle wissen ja: „Brauchen“ und „Wollen“ sind zwei Paar Schuhe – da muss man schon ein wenig differenzieren, nicht wahr?“ Nun, das „Wollen“ habe ich mittlerweile unter Kontrolle, bei mir obsiegt die Vernunft und damit das iPhone 13.

Meine persönlicher „Polarstern“: Das iPhone 13 mit 256 GB (Bild: Sven Kaulfuss, GIGA).

Ich habe mir nach den persönlichen Erfahrungen mittlerweile tatsächlich das iPhone 13 gekauft. In der Version mit 256 GB Speicher, Farbvariante „Polarstern“ – optisch sehr klassisch und doch mit einer gewissen Prise Extravaganz. So wirkt der Aluminiumrahmen nicht einfach nur silbern, mit einem Hauch Bronze wird es am Ende fast schon ein klein wenig „goldig“. Da werden Erinnerungen an mein iPhone 5 wach, welches mich noch vor dem iPhone 7 über viele Jahre begleitete. Dessen DNA ist im iPhone 13 unverkennbar verankert.

Hinweis: Für den Erfahrungsbericht wurden mir ein iPhone 13 Pro und iPhone 13 von Apple für den entsprechenden Zeitraum zur Verfügung gestellt.