Streaming-Dienste sind an sich schon Trend. Was aber tut sich aktuell in der Branche, in der Prime Video, Netflix und Disney+ zuhause sind? GIGA hat den Überblick über die Streaming-Trends 2021.

 

Amazon Prime

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Streaming-Dienste sind im Aufwind, der Siegeszug hat vor einigen Jahren mit Netflix so richtig begonnen, seitdem haben sich Amazon und Disney dazu gesellt und weitere kleinere, auch nationale Anbieter sind längst mit an Bord. Alle bieten ihre Inhalte dem Publikum gegen Geld an, auch wenn es unterschiedliche Modelle gibt. Wir, die Kunden, haben uns in gewisser Weise an das Angebot gewöhnt: Serien und Filme kommen direkt ins heimische Wohnzimmer, Bingen ist nichts Ungewöhnliches und viele haben gleich Abos bei mehreren Streaming-Diensten. Aber was sind die aktuellen Trends am Streaming-Markt?

Immer mehr immer schneller: Netflix und Co. brauchen Superlative

Zugegeben, es ist eher unwahrscheinlich, dass man es als Durchschnittsnutzer schafft, die Bibliotheken von Prime Video oder Netflix „leer“ zu schauen, die Auswahl ist immerhin riesig. Das muss auch so sein, denn wer würde weiter Geld bezahlen, wenn es keine neuen Serien, Filme oder Dokus mehr zu sehen gibt? Die Streaming-Dienste müssen also immer mehr produzieren.

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Amazon Prime Video: Die 20 besten Animes im Stream

Dabei setzt man inzwischen zusehends darauf, immer wieder neue Serien zu starten, auf der Suche nach dem nächsten Riesenerfolg. Schade für manche Nutzer, denn es bedeutet auch, dass liebgewonnene Serien oft nicht fortgesetzt werden. Die Zeiten, in den Serien auch mal deutlich über 10 Staffeln liefen, sind bereits Vergangenheit. Was auch dazu beiträgt: Erfolgreiche Seriendarsteller werden für die Studios von Staffel zu Staffel teurer. Beispielsweise erhielten manche Mitglieder des Casts von The Big Bang Theory vor Ende der Serie 1 Millionen US-Dollar pro Folge.

Der Nostalgie-Hype

Viel und günstig zu produzieren, heißt nicht immer, dass etwas ganz Neues dabei herauskommt. Eher im Gegenteil werden bekannte Serien und Filme oft neu aufgelegt oder Jahre später weitergeführt. Klassiker in neuem Gewand sind etwa Fuller House oder die Karate-Kid-Serie Cobra Kai auf Netflix. Auch Disney kennt sich da bestens aus, setzt mit König der Löwen, Mulan oder aktuell Cruella auf Realverfilmungen seiner Zeichentrick-Klassiker. Neues Medium, etwas anderer Blickwinkel und moderne Technik und schon lässt sich aus alten Geschichten noch mehr herausholen.

Bei Franchises aus dem Vollen schöpfen

Unangefochtener König in dieser Disziplin ist Disney: Das Marvel Cinematic Universe und Star Wars – das erste Franchise nach heutigem Verständnis – gehören zum Disney-Konzern. Und beide liefern jede Menge Inhalte für Disney+ in Form von Serien und Filmen, Kurzfilmen und Behind-the-Scenes-Dokumentationen. Wie damals George Lucas als er fast nebenbei das Merchandise erfand, holt jetzt Disney alles aus seinen großen Content-Universen heraus. Mit der Übernahme von MGM steuert auch Amazon diesen Kurs.

Was ihr sonst noch über die großen Streaming-Dienste wissen müsst, erfahrt ihr im Video:

Der große Streaming-Vergleich

Exklusive Filme und Serien entscheiden

Zwischen den großen Streaming-Diensten wird die Konkurrenz härter. Weltweit ist Netflix Marktführer mit Amazon Prime Video nah dran auf Platz 2, aber Disney+ ist extrem schnell gewachsen. Sie alle setzen immer mehr auf Eigenproduktionen und Exklusivverträge. Das soll die Marken im Wettbewerb stärken und mehr Kunden locken. Nationale Anbieter wie zum Beispiel TVNOW in Deutschland fahren die gleiche Strategie in kleinerem Maßstab.

Social-Media: Die große Konkurrenz

Streaming-Dienste stehen mit TikTok, Instagram und Co. in harter Konkurrenz. Beide Bereiche bieten zwar nicht das Gleiche an, konkurrieren aber um die Zeit der Kunden. So kann man etwa die Kurzfilme bei Disney+ als Versuch sehen, einen ähnlich kurzweiligen Zeitvertreib wie TikTok zu bieten. Auch die Pläne von Netflix mit dem neuen Feature N-Plus auf mehr Nutzer-Interaktion zu setzen, gehen in diese Richtung. Man will sich so außerdem direktes und schnelles Feedback abholen.