Ikea stehen Veränderungen ins Haus. Der Konzern will das Online-Geschäft ausbauen und stärker auf Automatisierung setzen. Das ungenannte und unrühmliche Vorbild dabei scheint Amazon zu sein. Einer Umfrage zufolge lösen die Pläne zur Digitalisierung bei einem Großteil der Belegschaft Schrecken aus.

 

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Bei Ikea: 86 Prozent der Angestellten fürchten um ihre Arbeit

Ikeas Abkehr vom Wunscharbeitgeber scheint Fahrt aufzunehmen: Einer Umfrage der Gewerkschaft Verdi zufolge fürchten 86 Prozent der Ikea-Angestellten in Deutschland, ihre Jobs zu verlieren. Schuld daran soll der Konzernumbau sein: Ikea will sich mehr dem stark wachsenden Online-Geschäft widmen und im Zuge dessen offenbar weg von den Möbelhäusern in Großstadtrandlage, wie man sie bisher kennt.

Es sei deutlich, dass Ikea Änderungen seines Geschäfts vorbereite, was wiederum Jobs koste. Große Teile der Ausstellungsfläche sollen für Logistik genutzt, manche Möbelhäuser könnten ganz zu Versandzentren umgewandelt werden, so Business Insider. In Showrooms wie in Berlin könnten Kunden in Zukunft Produkte ausprobieren, dann wird online bestellt und die Ware aus Logistikzentren geliefert. Für Angestellte bedeutet das: Jobs an der Kasse oder zur Beratung auf der Fläche dürften in Zukunft rar werden. Ikea bestreite Pläne zu Entlassungen offiziell, so das Wirtschaftsportal.

Ein weiterer Stein des Anstoßes: Die Konzernführung soll ihre Pläne nicht gegenüber der Belegschaft kommunizieren. Die Angestellten werden mit ihren Befürchtungen allein gelassen. Eine Mitarbeiterin sagte Business Insider: „Die Geschäftsführung werkelt und testet an ganz vielen Ecken und Enden im Betrieb. Wir spüren das.“ Aber konkrete Informationen fehlen.

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Ikea nimmt sich Amazon zum Vorbild – nicht im Guten

Unrühmliches Vorbild für viele dieser Umstellungen – auch Automatisierungen in Lagern sind geplant – ist offenbar Branchenprimus Amazon. Man will schließlich von den Besten lernen. Dass Amazon immer wieder in die Kritik gerät wegen des Umgangs mit Angestellten, scheint dabei weniger eine Rolle zu spielen.

Neben der Belastung für viele Angestellte, bleiben Veränderungen für Kunden nicht aus, schließlich sind sie der Grund für Umstrukturierungen. Wer in Zukunft zu Ikea fährt, könnte deutlich weniger Zeit mit dem Aussuchen von Möbeln und Einrichtungsgegenständen verbringen. Stattdessen erwartet uns bei Ikea wohl bald ein Erlebnis-Shoppen, bei dem der eigentliche Einkauf nicht vor Ort stattfindet. Wer dieses Erlebnis schätzt, sollte sich hin und wieder vor Augen führen, was hinter den Kulissen abläuft.