YouTube gibt kontroversen Themen demnächst weniger Raum auf seiner Plattform. Für das prominenteste Werbebanner auf der Startseite sind Anzeigen für Alkohol und Glücksspiel in Zukunft tabu. Kurios ist, dass auch politische Kampagnen darunter fallen – zumindest auf den ersten Blick.

 

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Werbeverbot bei YouTube: Google zieht Alkohol und Glücksspiel den Stecker

Google gibt seiner Video-Plattform YouTube ein neues Regelwerk für Werbekampagnen. Dem zufolge, dürfen bestimmte Inhalte nicht mehr für YouTubes prominenteste Werbefläche, das sogenannte Masthead-Banner, gebucht werden. Der Slot auf der Startseite direkt über den vorgeschlagenen Videos ist YouTubes teuerstes Werbebanner mit der potenziell größten Reichweite. Jetzt schließt die Videoplattform einige zahlungskräftige Kunden kategorisch aus.

Dabei geht es in erster Linie um kontroverse Themen oder Inhalte, was im Internet ein sehr weiter Begriff sein kann. Für YouTube heißt es: Keine Werbung mehr für alkoholische Getränke, für Glücksspiel ob online oder offline und auch verschreibungspflichtige Medikamente dürfen nicht mehr auf der Top-Position beworben werden. So weit, so sinnvoll, doch ein weiteres Verbot wirkt erst einmal fehl am Platz: politische Werbekampagnen.

Entsprechend geht man hier auch dezidierter vor: Werbekampagnen zum Vorteil eines Kandidaten für nicht näher genannte Ämter wird YouTube demnach nicht mehr zulassen. Wie The Verge berichtet, war die Videoplattform 2020 für eine von Donald Trump gebuchte Kampagne während des Wahlkampfs für seine angestrebte Wiederwahl kritisiert worden.

Wer nicht gerade ein aktuelles Huawei-Smartphone besitzt, hat YouTube ohnehin installiert. Welche Apps sonst noch auf euer Handy gehören, erfahrt ihr im Video:

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Politische Werbung in Deutschland: Zieht YouTube nach?

Gerade erst hat dieses Thema auch Deutschland erreicht, die politische Diskussion und der Wahlkampf sind sichtlich amerikanisiert. Das zeigte vergangene Woche eine politische Werbekampagne gegen die Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, für die seitdem die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit und die Frankfurter Allgemeine Zeitung in der Kritik stehen.

In den Anforderungen für Werbeinhalte auf der deutschen Version von YouTube finden sich die Änderungen noch nicht. Ob sie auch für den deutschen Markt gelten beziehungsweise umgesetzt werden, ist deshalb noch unklar. Allerdings gibt es Regelungen gegen Falschinformationen, die während der Pandemie eingeführt wurden. Andere Plattformen hatten ebenfalls entsprechende Vorkehrungen getroffen, Facebook lockerte sie inzwischen wieder.