Joom: Erfahrungen und Bewertung: Wie seriös ist der Shop?

Marco Kratzenberg 12

Joom ist eine Online-Shopping-App für Android und iOS, in der ihr Schnäppchen machen und kuriose Gadgets kaufen könnt. Doch angesichts der extrem niedrigen Preise und des schlechten Rufs solcher China-Ware sind die Nutzer misstrauisch: Ist das alles seriös? Wir haben uns Joom genauer angesehen.

Unser Video zeigt euch einige der absurden Angebote, die ihr bei Joom kaufen könnt:

Kuriose Produkte, die wir auf Joom gefunden haben.

Zuerst einmal muss den Kunden klar sein, dass es sich bei Joom nicht um einen Online-Shop, sondern um einen Marktplatz handelt, auf dem  – ähnlich wie bei eBay – Händler ihre Waren anbieten können. Das ist wichtig, wenn es mal zu Reklamationen kommt. Denn in so einem Fall müsst ihr euch direkt mit dem Händler auseinandersetzen und bekommt in der Regel kaum Hilfe vom Betreiber der Plattform. Erfahrungen und Bewertungen zu Joom sind also eher Erfahrungen mit einzelnen Händlern und nicht mit der „Firma Joom“.

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Joom-Erfahrungen: Was sagen die Kunden?

Schon als wir uns vor etwa einem Jahr die App angeschaut haben, waren die Bewertungen von Joom eher durchwachsen. Damals gab es nur beispielsweise nur 61 Bewertungen bei trustpilot.de, aber die führten zur Note „Ungenügend“. Mittlerweile gibt berichten dort über 1.000 Kunden über ihre Erfahrungen mit Joom eher Negatives.

Auch in Onlineforen wird über Joom diskutiert beziehungsweise vor der Plattform gewarnt. Die Beschwerden entsprechen dem, was man auch über ähnliche China-Shops lesen kann, allerdings treten die negativen Urteile in stärkerem Maße auf. Teilweise ist sogar von Betrugsversuchen der Händler die Rede. Ein großes Problem scheint dabei zu sein, dass die App-Betreiber ihre Kunden völlig ignorieren.

Diese Probleme mit Joom schilderten die Kunden:

  • Schlechte Qualität der Ware und starke Abweichungen von den Beschreibungen und Versprechen.
  • Sehr lange Lieferzeiten bis hin zu 45 Tagen.
  • Betrugsversuche: Es wurde beispielsweise von Festplatten-Gehäusen berichtet, in denen Gewichte und USB-Sticks mit Heißklebepistolen befestigt waren.
  • Hohe Steuern und Zoll: Die Kunden werden darüber im Unklaren gelassen, dass Waren teilweise noch verzollt und versteuert werden müssen. Wie viel das ausmachen kann, seht ihr in unserem Artikel über Zoll und Steuern bei Joom.
  • Waren werden bei der Verzollung eingezogen: Weil die versendeten Artikel nicht den europäischen Sicherheitsvorschriften entsprechen (CE-Siegel), werden sie beim Zoll eingezogen.
  • Nicht erhaltene Ware.

Darüber hinaus berichten viele Kunden, dass sie vom Händler keine Rückerstattung bekamen und auch Joom sich nicht zuständig fühlte, sodass als letzte Rettung der PayPal-Käuferschutz blieb.

Unsere Bewertung von Joom

So wie es sich darstellt, ist der Einkauf bei Joom wie ein Wurf mit einer Münze: Entweder habt ihr Pech, oder es klappt ausnahmsweise einmal. Die negativen Bewertungen von Joom und die geschilderten Erfahrungen von Kunden aus aller Welt, lassen uns eher vor Joom warnen. Die angebotenen Waren sind teilweise die gleichen wie in ähnlichen Shops. Ihr könnt sie auch bei Gearbest, Wish oder AliExpress kaufen. Während man dort allerdings teilweise noch von einem funktionierenden Support sprechen kann, scheinen die Betreiber von Joom sich hauptsächlich auf die Serien-Beantwortung von Kommentaren in den App-Stores zu beschränken.

Das Warenangebot entspricht dem, das ihr auch bei anderen China-Shops findet. Generell besteht dabei immer das Risiko, dass ihr mit dem Kauf auf die Nase fallt – aber auch, dass ihr ein Schnäppchen macht. Nicht umsonst hat der Aufdruck „Made in China“ einen eher schlechten Ruf.

Ein Tipp: Wenn ihr die Waren mit PayPal bezahlt, könnt ihr die Waren ohne Kosten nach China zurücksenden. PayPal erstattet euch die Retoure, wenn ihr euch kostenlos dafür anmeldet und die Rücksendung früh genug beantragt. Diesen Service könnt ihr pro Jahr bis zu 12 Mal in Anspruch nehmen.

Reklamation bei Joom

Hinsichtlich der Reklamation bei Joom muss man wohl sagen: Ihr könnt es versuchen! Unter der E-Mail-Adresse support@joom.com könnt ihr Probleme melden. Das müsst ihr auf Englisch tun, was auch für das Online-Formular gilt.

Wenn ihr eine Kontaktadresse sucht, wird euch auf der Webseite eine Adresse in Lettland angezeigt. Was man dort von den Kunden hält, fasst ein Satz unter der Adresse zusammen:

„Wir sind weder bereit noch dazu verpflichtet, im Falle einer Streitigkeit mit einem Verbraucher an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.“ (sic!)

Habt ihr schon mal in einem China-Shop bestellt?

Habt ihr schon mal bei einem der zahlreichen neuen Online-Shops aus Fernost Sachen bestellt? Oder ist euch das zu unsicher und ihr bleibt doch lieber bei Amazon und anderen bekannten Händlern? Macht bei unserer Abstimmung mit und erfahrt, wie die anderen Nutzer abgestimmt haben!

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