Mate 20 vorgestellt: Das günstigere (und bessere?) Huawei-Handy

Kaan Gürayer

Huawei schließt das Jahr mit einem Knaller ab. In London hat der chinesische Hersteller die neue Mate-20-Serie vorgestellt. Zwar ist das Pro-Modell der unbestrittene Star der neuen Smartphone-Familie, doch auch das reguläre Huawei Mate 20 muss sich nicht verstecken. In zwei wichtigen Punkten kann das Top-Handy seinen großen Bruder sogar übertreffen. 

Mate 20 vorgestellt: Das günstigere (und bessere?) Huawei-Handy

Im vergangenen Jahr machte das Mate 10 noch einen Bogen um Deutschland. Huawei entschied sich dazu, hierzulande nur das Mate 10 Pro auf den Markt zu bringen. Beim Nachfolger besinnt sich der Konzern aber eines Besseren: Auch das reguläre Mate 20 wird in Deutschland angeboten – und könnte im Vergleich zur Pro-Version für viele potenzielle Käufer die bessere Wahl sein.

Huawei Mate 20: Glasgehäuse und subtiler Notch

Das liegt zum einen am Design: Während sich das Mate 20 Pro mit einer großen Displaylücke („Notch“) herumschlagen muss, ist die Einsparung beim regulären Mate 20 deutlich kleiner. „Drew Drop“, nennt Huawei die Form, die an einen Wassertropfen erinnert. Das hat auch zur Folge, dass das mit einer Diagonalen von 6,53 Zoll ohnehin größere Display auch besser ausgenutzt werden kann. Die Auflösung des LCD-Bildschirms liegt bei 2.244 x 1.080 Pixeln. Und: Im Vergleich zur Pro-Version besitzt das Display im Mate 20 keine abgerundeten Ränder, sondern ist flach. Notorisch Edge-Verweigerer kommen also auf ihre Kosten. Das Display im Mate 20 unterstützt außerdem HDR und als „YouTube Signature Device“ bietet sich das Gerät vor allem zum Videogucken an.

Gefertigt wird das Huawei Mate 20 aus Glas, das von einem Metallrahmen eingefasst ist. Optischer Hingucker der Glasrückseite ist das Kameramodul, das laut Huawei an die Scheinwerfer eines Sportautos erinnern soll. Die Ausschnitte für Kamera und Sensoren sind von einem polierten Metallrahmen umgeben, um einen „avangardistischen Look“ zu ermöglichen. Erhältlich sind die Farben Black, Twilight und Midnight Blue. Bei letztgenannter Farbvariante verspricht Huawei eine spezielle Strukturierung („Hyper Optical Pattern“), mit der das Gerät angenehmer in der Hand liegen soll.

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Huawei Mate 20: Leica-Triple-Kamera mit neuen Video-Features

Apropos Kamera: Huawei verbaut im Mate 20 eine Triple-Kamera, die in Zusammenarbeit mit dem deutschen Optik-Spezialisten Leica entwickelt wurde. Im Vergleich zur Pro-Ausführung lösen die einzelnen Kameramodule aber geringer auf: Der RGB-Sensor besitzt eine Auflösung von 12 MP (f/1.8), das Ultraweitwinkel-Objektiv löst mit 16 MP auf (f/2.2) und das Tele-Objektiv kommt auf eine Auflösung von 8 MP (f/2.4). In Zusammenarbeit mit dem KI-Kamera-Assistenten sollen die drei Sensoren noch bessere Bilder schießen. Zu den neuen Möglichkeiten gehören unter anderem:

  • Durch das Ultraweitwinkel-Objektiv soll mehr von einer Szenerie eingefangen werden
  • Makro-Aufnahmen sind mit einer bislang unerreichten Schärfe ab 2,5 cm möglich

Zusätzlich spricht Huawei von neuen Video-Modis, die unter anderen den Farbton und die Helligkeit der Clips automatisch anpassen. Das Feature namens „KI-Spotlight“ soll außerdem Videos analysieren und automatisch einen 10-sekündigen Highlight-Clip aus den besten Szenen schneiden. Abgerundet werden die neuen Video-Funktionen von der Möglichkeit, Videos in 21:9 aufzunehmen.

Huawei Mate 20: Ordentlich Leistung mit dem Kirin 980

Unter der Haube kommt Huaweis neuer Kirin-980-Prozessor zum Einsatz. Der Chip wird im 7-NM-Verfahren gefertigt und soll laut Huawei besonders leistungsstark und energieeffizient sein. Eine verbesserte Grafikeinheit ist ebenso an Bord. Ganz neu ist die doppelte NPU („Neural Processing Unit“), womit Foto- und Videoaufnahmen mithilfe von künstlicher Intelligenz noch einmal deutlich verbessert werden soll. Der Vorgänger-Prozessor konnte nur auf eine NPU verweisen. Unterstützt wird der Kirin 980 von 4 GB Arbeitsspeicher. Das SoC verspricht Leistung auf Spitzen-Niveau, der RAM könnte sich aber mittelfristig als Flaschenhals erweisen.

Für Nutzerdaten stehen 128 GB Speicher zur Verfügung, die sich über ein eigens von Huawei entwickeltes Speicherkartenformat erweitern lassen. Die sogenannte “Nano Memory Card“ ist kleiner als reguläre microSD-Karten und erlaubt die Erweiterung des Festspeichers um bis zu 256 GB.

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Huawei Mate 20: Aktuelles Android 9 Pie und 4.000-mAh-Akku

Erfreulich: Auf dem Huawei Mate 20 läuft Android 9 Pie. Viele Konkurrenz-Smartphones kommen noch immer mit dem älteren Android 8.x Oreo auf den Markt. Über dem Android-Betriebssystem hat Huawei seine Benutzeroberfläche EMUI in Version 9 gelegt. Im Vergleich zu früheren EMUI-Versionen verspricht Huawei eine aufgeräumteres Interface. Unter anderem sollen die Einstellungen verschlankt und die Komplexität reduziert worden sein. Apps sollen schneller starten und flotter reagieren. Zu den Highlights der Software im Mate 20 zählen:

  • Easy Projection 2.0: Damit kann das Smartphone als PC-Ersatz verwendet werden. Einen PC-Modus kennen wir bereits von aktuellen Huawei-Smartphones wie dem P20 Pro, beim Huawei Mate 20 lässt sich das Feature aber erstmals auch kabellos verwenden. Notwendig hierzu ist ein Miracast-fähiger Monitor oder Fernseher oder ein entsprechender Adapter.
  • HiVision: Die Kamera-App erkennt Objekte oder Sehenswürdigkeiten und kann zusätzliche Informationen dazu anzeigen. Das Feature erinnert an Google Lens.
  • Digital Balance-Funktion: In Android 9 Pie hat Google diese Funktion eingeführt, mit der Nutzer übersichtlich sehen können, welche Apps sie wie lange verwenden und sich bei übermäßigem Nutzen waren lassen können.

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Stolze 4.000 mAh umfasst der Akku im Huawei Mate 20. Dank SuperCharge-Technik (22,5 Watt) braucht der Akku laut Herstellerangaben nur 30 Minuten Ladezeit, um eine ganzen Tag durchzuhalten. Schade: Im Gegensatz zur Pro-Version lässt sich der Akku nicht kabellos aufladen.

Huawei Mate 20 (Pro): Technische Daten im Überblick

Huawei Mate 20 Pro Huawei Mate 20
Display 6,39 Zoll OLED mit Dual-Edge
3.120 × 1.440, 538 ppi
6,53 Zoll LCD,
2.240 × 1.080, 381 ppi
CPU HiSilicon Kirin 980 mit dediziertem Dual-KI-Prozessor (NPU)
(2x Cortex A76 mit 2,6 GHz, 2x Cortex A76 mit 1,92 GHz und 4x Cortex A55 mit 1,8 GHz)
Arbeitsspeicher 6 GB RAM 4 GB RAM
Interner Speicher 128 GB + „Nano Memory Card“-Slot für maximal 256 GB
Kamera (Rückseite) Triple-Kamera mit 40 MP (f/1.8), 20 MP (f/2.2) und 8 MP (f/2.4)
4K-Videos, Autofokus, OIS, AIS
Triple-Kamera mit 12 MP (f/1.8), 16 MP (f/2.2) und 8 MP (f/2.4)
4K-Videos, Autofokus, OIS, AIS
Kamera (Front) 24 MP
Software Android 9 Pie, EMUI 9.0
Konnektivität USB 3.1 (Typ C), Bluetooth 5.0, LTE Cat.21, NFC, GPS (A-GPS, GLONASS), Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac
Abmessungen 156,9 × 72,4 × 8,6 mm 158,18 × 77,12 × 8,26 mm
Gewicht 189 Gramm 188 Gramm
Akku 4.200 mAh, SuperCharge mit 40 Watt, Qi-Wireless-Charging mit 15 Watt 4.000 mAh, SuperCharge mit 22,5 Watt
Sonstiges Fingerabdruckscanner im Display, 3D Face Unlock, Dual-Neural-Processing-Unit, Dual-SIM-Funktion, IP68-zertifiziert, Fingerabdruckscanner (Rückseite), Gesichtsscanner über die Frontkamera, Dual-Neural-Processing-Unit, Dual-SIM-Funktion, IP53-zertifiziert
Farben Black, Midnight Blue, Twilight Emerald Green Black, Midnight Blue und Twilight

Huawei Mate 20: Preis und Verfügbarkeit

Ab Ende Oktober kommt das Huawei Mate 20 in den deutschen Handel. Je nach Anbieter ist das Smartphone als Single- oder Dual-SIM-Version erhältlich. Die UVP des Huawei Mate 20 liegt bei . Zwischen 16. und 25. Oktober gibt es außerdem einen Vorbesteller-Bonus. Vorbesteller in diesem Zeitraum erhalten einen Amazon Echo Plus (2. Generation) im Wert von 149,99 Euro gratis dazu.

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Wer die 999 Euro für das Mate 20 Pro nicht ausgeben will, kann auch zum regulären Mate 20 für 799 Euro greifen. Käufer sparen 200 Euro und erhalten ein moderneres Design mit kleinerer Notch, müssen im Gegenzug aber auf einige Features wie etwa einen OLED-Bildschirm und Wireless Charging verzichten.

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