iPhone X und 8: Vorsicht bei Displaytausch in unabhängigen Werkstätten

Florian Matthey

Vor einigen Tagen berichteten wir, dass das Update auf iOS 11.3 beim iPhone 8 ausgetauschte Touchscreens lahmlegt, wenn unabhängige Werkstätten den Tausch durchgeführt haben. Im „Kampf“ gegen diese Anbieter geht Apple aber sogar noch einen Schritt weiter.

iPhone X und 8: Vorsicht bei Displaytausch in unabhängigen Werkstätten
Bildquelle: GIGA.

iPhone 8 und iPhone X: Displaytausch deaktiviert Auto-Helligkeit

Wer das Display eines iPhone 8 oder iPhone X tauschen lässt, muss – auch ohne ein Update auf iOS 11.3 – damit leben, dass die automatische Anpassung der Helligkeit nicht mehr funktioniert. Mehrere Reparaturwerkstätten haben festgestellt, dass sich die Funktion zwar weiterhin über die Software ein- und ausschalten lässt, ohne dass das Betriebssystem eine Fehlermeldung anzeigt. Die tatsächliche Funktion ist aber deaktiviert.

iPhone 8 und iPhone X: Reparaturproblem auch mit Original-Displays

Nun könnte man meinen, dass Apple seine Kunden auf diesem Wege vor minderwertigen inoffiziellen Ersatzteilen „schützen“ will. Ein interessantes Detail ist aber, dass die Funktion auch dann nicht funktioniert, wenn es sich um ein Original-Apple-Ersatzteil handelt. Der Frankfurter Reparaturanbieter Smartmod zeigt in einem Video, dass das iPhone die Funktion selbst dann deaktiviert, wenn eine Werkstatt ein Display eines iPhone 8 nimmt und dieses in ein anderes iPhone 8 einsetzt.

Besonders problematisch ist die Deaktivierung beim iPhone X: Hier erfüllt die Auto-Helligkeit nicht nur die Funktion, Strom zu sparen. Sie verhindert auch ein Einbrennen von Inhalten in das OLED-Display – ein Risiko, das bei herkömmlichen LCDs nicht existiert. Hier warnt das Betriebssystem sogar ausdrücklich davor, die Funktion – die Apple in iOS 11 wohl auch aus diesem Grund in den „Bedienungshilfen“-Einstellungen versteckt hat – zu deaktivieren.

iPhone 8 und iPhone X: Display- und iPhone-Chips offenbar gekoppelt

Es dürfte ein Zusammenhang bestehen zur Deaktivierung von Touchscreens des iPhone 8 – und wohl auch des iPhone X – durch das Update auf iOS 11.3: Offenbar sind Chips in den Displays und den Logic Boards der iPhones miteinander „gekoppelt“, sodass das iPhone erkennt, wenn ein Displaytausch stattgefunden hat. Apples eigene Werkstätten dürften über Geräte verfügen, die eine Neukopplung durchführen können.

Apples „Kampf“ gegen Werkstätten: Sicherheit ist dieses Mal keine Ausrede

Anders als bei einem früheren Fall, als der „Fehler 53“ iPhones mit getauschten Homebuttons – und somit auch getauschten Fingerabdrucksensoren lahmlegte – lässt sich in diesem Fall nicht die Sicherheit als Grund für Apples Vorgehensweise ins Feld führen. Es sieht vielmehr so aus, als wolle Apple schlicht verhindern, dass unabhängige Werkstätten iPhone-Reparaturen vornehmen.

Wenn ihr noch kein iPhone 8 oder iPhone X habt – diese Bilderstrecke kann euch die Entscheidung bei einem Neukauf erleichtern.

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5 Gründe für das iPhone 8 Plus – und gegen das iPhone X.

Wer durch Unachtsamkeit ein iPhone-Display beschädigt oder einen Defekt außerhalb der Garantie erleidet, muss für eine Reparatur durch Apple tief in die Tasche greifen: Für iPhone 8 und iPhone 8 Plus verlangt Apple 181,10 beziehungsweise 201,10 Euro, fürs iPhone X stolze 321,10 Euro. In ein paar Jahren stellt ein Display-Defekt bei diesen Geräten dann wohl einfach einen Totalschaden dar. Was sagt ihr zu dem Vorgehen?

Quelle: Engadget via Heise

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