Samsung Galaxy A5 (2015) im Test: Eleganter Einsteiger

Lukas Funk 7

Mit der Galaxy A-Reihe kommt Samsung der Forderung des Marktes nach und stellte gleich drei Smartphones vor, deren Gehäuse komplett aus Metall gefertigt sind. Da das Unternehmen offenbar davon ausgeht, dass Kunden entweder auf Aussehen oder Spezifikationen bedacht sind, fallen letztere im Gegenzug in die Kategorie der Einsteiger-Smartphones. Ob diese Rechnung aufgeht, zeigt unser Testbericht zum mittleren der drei Geräte, dem Samsung Galaxy A5.

Samsung Galaxy A5 (2015) im Test: Eleganter Einsteiger

Zum Review des Nachfolgers: Samsung Galaxy A5 (2016) im Test

Das Galaxy Alpha deutete ein Umdenken in Samsungs Smartphone-Politik an: Nach vielen Jahren und Millionen verkaufter Android-Geräte setzte das Unternehmen in der Verarbeitung erstmals auf Aluminium – wenngleich nur der Gehäuserand aus Metall gefertigt war. Mit der Galaxy A-Reihe geht Samsung einen Schritt weiter und fertigt erstmals Smartphones mit Metall-Unibody, setzt dabei aber durchweg auf Spezifikationen der Einsteiger- und Mittelklasse. Opfer dieser Design-Entscheidung ist der sonst von Samsung gewohnte Wechsel-Akku. Das Galaxy A5, dem wir uns in diesem Test widmen, stellt das mittlere Gerät dar, ist aber wie das A3 mit Qualcomms Snapdragon 410-SoC ausgestattet. Lediglich im größten Modell, dem Galaxy A7, kommt wahlweise Qualcomms Snapdragon 615 oder Samsungs eigener Exynos 5430 zum Einsatz. Als grundlegendes Unterscheidungsmerkmal kann allerdings der Bildschirm herangezogen werden, der beim Galaxy A5 mit 1.280 x 720 Pixeln auf 5 Zoll auflöst, beim A3 dagegen mit 960 x 540 Pixeln auf 4,5 Zoll und beim A7 schließlich mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf 5,5 Zoll.

Übersicht: Spezifikationen des Samsung Galaxy A5

Samsung Galaxy A5
Display 5-Zoll, HD-Auflösung (1.280 x 720)
Prozessor Snapdragon 410, 64 Bit Quad-Core, 1,2 GHz
Arbeitsspeicher 2 GB RAM
Datenspeicher 16 GB, erweiterbar per micro-SD
Kamera 13 MP (Rückseite), 5 MP (Vorderseite)
Akku 2.300 mAh
Maße, Gewicht 139,3 x 69,7 x 6,7mm, 123 Gramm
Konnektivität WiFi, LTE, NFC, Bluetooth 4.0
Betriebssystem Android 4.4 KitKat
Preis (UVP) 399 Euro
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14 Bilder
9 Tipps: So schießt du mit dem Smartphone bessere Fotos im Schnee.

Das Galaxy A5 im Video

Wir konnten uns bereits erste Eindrücke vom Galaxy A5 verschaffen und haben diese im Video festgehalten. Hier ein Rückblick:

Erstes Hands-On

Samsung Galaxy A3 & A5 Hands-On [CES 2015].

Unboxing

Samsung Galaxy A5 im Unboxing.

Optik, Haptik und Verarbeitung des Samsung Galaxy A5

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Das Samsung Galaxy A5 setzt auf ein Unibody-Gehäuse aus Aluminium. Dieses ist in den Farben Pearl White, Midnight Black, Platinum Silver, Soft Pink, Light Blue und Champagne Gold gehalten, wobei alle Elemente – also Frontglas, Rücken, Buttons und so weiter – jeweils von fein geschliffenen, auf Hochglanz polierten, silbernen Fasen eingefasst werden. Diese geben dem Gerät, das mit 6,7 Millimetern „Dicke“ ohnehin schnittig daherkommt, ein insbesondere für Samsung-Verhältnisse ungewohnt elegantes Äußeres.

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Die Anordnung der Bedienelemente ist hingegen Samsung-Standardkost: An der Front findet sich das Markenzeichen Samsungs, der physische Home-Button, anders als bei den High-End-Modellen ohne Fingerabdrucksensor, der rechts von einer kapazitiven Zurück- und Links von einem ebenfalls kapazitiven Multitasking-Button flankiert wird. Oben ist die Hörmuschel in Form eines schlichten silbernen Balkens angebracht, daneben die Frontkamera und die gängigen Sensoren, darunter der Firmenschriftzug. An der rechten Seite ist der Power-Button untergebracht, darunter je ein Schacht für micro-SD- und nano-SIM-Karte. An der linken Seite findet sich die Lautstärke-Wippe, die wie der Power-Button aus Metall gefertigt ist und ihrerseits einen knackigen Druckpunkt besitzt. Der untere Rand bietet Platz für den Micro USB-Eingang und die 3,5 Millimeter-Klinke, oben ist lediglich ein kaum sichtbares Sekundär-Mikrofon zur Rauschunterdrückung untergebracht.

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Die Rückseite beheimatet die 13 MP-Kamera, links davon einen einfarbigen Blitz und rechts einen silbernen, leicht eingelassenen Lautsprecher. Darunter erneut das Firmenlogo, ganz unten am Smartphone die üblichen Zertifikat-Aufdrucke, die aufgrund dezenter Farbwahl dankbarerweise kaum auffallen.

Die Materialwahl und die recht eckige Silhouette erfüllen ihren Zweck und verleihen dem Galaxy A5 eine schicke Anmutung. Lediglich im Detail hat Samsung gepatzt: Das Display-Glas ist leicht in den Rand des Smartphones eingelassen und wird von diesem überragt, was das Streichen von den Seiten – Bei Holo- und Material Design-konformen Apps Standard – eher unangenehm gestaltet. Wenn man dem Galaxy A5 abgesehen davon etwas vorwerfen wollte, dann höchstens seine Unscheinbarkeit: Die klaren Kanten und seine dünne Form sind so understated, dass das Design nur knapp an der Langweiligkeit vorbeischrammt.

Das Display

Trotz seines recht großen Displays mit 5 Zoll-Diagonale löst das Galaxy A5 lediglich in HD auf, also mit 1.280 x 720 Pixeln, was zu einer heutzutage eher mageren Pixeldichte von 267 ppi führt. Dennoch weiß der Bildschirm zu gefallen: Im Alltag fällt die geringe Pixeldichte kaum auf. Dank satter Farben und heller AMOLED-Technologie kann das Galaxy A5 gut über diese Schwäche hinwegtäuschen. Lediglich beim Lesen von klein gesetzten Texten wird die Unschärfe erkennbar.

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AMOLED-typisch fällt die Farbwiedergabe eher kräftig aus. Da Samsung die Technologie in den vergangenen Jahren zunehmend perfektioniert hat, ist von der viel kritisierten Übersättigung der Farben wenig zu sehen. Insgesamt wirkt die Darstellung bunt, aber ausgeglichen. Im Sonnenlicht zeigt sich unter steilen Blickwinkeln mitunter ein unschönes Regenbogenmuster, abgesehen davon kann man das Smartphone aber drehen und wenden, ohne dass die Darstellung darunter leidet.

Hardware und Performance des Samsung Galaxy A5

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Trotz ihrer hochwertigen Gestaltung bietet die Galaxy A-Serie in ihrem Inneren eher Einsteiger-Kost – mutmaßlich, um die Flaggschiff-Marke Galaxy S nicht zu kannibalisieren. Da allerdings im Jahr 2015 auch die Einsteigerklasse von vierkernigen CPUs mit ordentlicher Taktrate bedient wird, sollte dies der Nutzung im Alltag keinen Abbruch tun.

Im Detail arbeitet das Galaxy A5 mit Qualcomms Snapdragon 410, dessen vier Cortex A53-Prozessorkerne mit je maximal 1,2 GHz takten. Für grafikintensive Anwendungen steht zudem eine Adreno 306-GPU bereit, der Arbeitsspeicher bemisst sich auf 2 GB.

Und tatsächlich gibt es wenig an der Leistung des Galaxy A5 zu kritisieren. Trotz der traditionell aufgeblasenen TouchWiz-Oberfläche – dazu gleich mehr – geht die Bedienung flott von der Hand. Lediglich bei der Installation und Deinstallation von Apps kommt es zu kurzen Denkpausen, ebenso beim Öffnen des Multitasking-Menüs. Dafür stellen auch grafikintensive Spiele wie etwa das hübsche Smash Hit kein Problem dar. Obgleich die Grafikeinstellungen standardmäßig auf „mittel“ gestellt waren, zeigte sich die Performance auf „hoch“ ohne merkliche Framerate-Einbrüche.

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Ungewöhnlich mutet jedoch die Verzögerung beim Start von Apps an, die durch Antippen einer Benachrichtigung aufgerufen werden. Hier vergehen mitunter 5 und mehr Sekunden, bevor das das Smartphone reagiert – in der Zeit vermutet man als Nutzer schon gar keine Reaktion mehr und startet die App über den App Drawer. Gut möglich aber, dass sich hier Samsungs TouchWiz negativ äußerte, das für starke Eingriffe in das Android-Framework berüchtigt ist. Ein weiterer Kritikpunkt in unserem Test war das häufige Schließen (Force Close) von Apps beim Start, ohne dass ein konkreter Anlass ersichtlich gewesen wäre. Doch auch dies lässt sich mutmaßlich auf TouchWiz-Hacks zurückführen.

Im Alltag sorgt der Snapdragon 410 also in der Regel für eine flüssige Bedienung und auch 3D-Games lassen sich mit einigen Qualitätsabstrichen spielen. Dass die Adreno 306 mit detailierteren 3D-Szenarien aber überfordert ist zeigt ein Blick in unsere Benchmark-Tabelle.

Samsung Galaxy A5 im Benchmark

Benchmark Leistung
AnTuTu 19.900
CF-Bench Native 27.879
CF-Bench Java 15.362
CF-Bench Overall 20.368
GFX Bench Manhattan Onsceen 242,9 Frames (3,9 FPS)
GFX Bench 1080p Manhattan Offscreen 111,1 Frames (1,8 FPS)
GFX Bench T-Rex Onscreen 534,9 Frames (9,6 FPS)
GFX Bench 1080p T-Rex Offscreen 298,8 Frames (5,3 FPS)

Die Kameras des Samsung Galaxy A5

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Während Smartphones der Einsteiger- und Mittelklasse sich meist mit einer mäßigen Kamera begnügen müssen, verpasst Samsung seinem Galaxy A5 eine 13 MP-Knipse mit LED-Blitz sowie eine 5 MP-Frontkamera.

Letztere ist explizit auf das Fotografieren von Selfies getrimmt und wendet schon in den Standardeinstellungen einen Weichzeichner und verschiedene Retuscheeffekte auf Gesichter an, die mutmaßlich auf dem asiatischen Markt Anklang finden sollen. Wer möchte, kann zudem schon bei der Aufnahme sein Gesicht schmälern und die Augen vergrößern. Da all diese Effekte aber aus Sicht eines nüchternen Europäers zu eher unheimlichen Ergebnissen führen, empfiehlt es sich, sie beim ersten Start abzuschalten. Selbst für die seit der letzten Oscar-Nacht so berüchtigten Groufies – Gruppen-Selfies – bietet Samsung einen eigenen Modus: Ähnlich einer Panoramaaufnahme kann das Smartphone geschwenkt werden, um auch noch den letzten Freund mit aufs Bild zu bringen. Sollte sich allerdings einer der Freunde während der Aufnahme bewegen, kommt es zu teils abstrusen Verschiebungen und „Amputationen“.

Die Hauptkamera dagegen bietet neben dem Automatik- und dem Hauptkamera-Selfie-Modus (!) jede Menge weitere Voreinstellungen, die dank eines von Samsung zur Verfügung gestellten APIs sogar erweitert werden können. Teils kostenpflichtig, teils gratis stehen Kamera-Modi in den Galaxy Apps als Download bereit. Manche Effekte stehen außerdem auch bei der Videoaufnahme zur Verfügung, was zu mitunter interessanten Ergebnissen führt.

Wer lieber selbst Hand anlegt, findet in den erweiterten Einstellungen Parameter für Weißabgleich, Belichtung, ISO-Werte und dergleichen. Außerdem lassen sich hier Auslöser per Geste oder Sprachbefehl festlegen. Fotos werden in voller 13 MP-Auflösung nur im Seitenverhältnis 4:3 aufgenommen, für das Format 16:9 stehen nur 9,6 MP zur Verfügung. Videos dagegen werden wahlweise in Full HD-, HD- und VGA-Auflösung gedreht.

Im Test machten beide Kameras einen grundsätzlich soliden Eindruck. Selfies geraten trotz ihrer recht niedrigen Auflösung scharf und knackig und auch die Hauptkamera zeigt schöne Details bei ordentlichem Gesamteindruck. Insgesamt gerät die Farbwiedergabe etwas zu warm und zu blass, was allerdings erst beim Betrachten der Bilder am PC auffällt. Dies dient mutmaßlich dazu, die Darstellung auf dem eher kühlen und poppigen AMOLED-Screen des Smartphones selbst neutraler darzustellen, macht sich aber bei der Weiterverarbeitung der Bilder negativ bemerkbar.

Bei weniger optimalen Lichtverhältnissen setzt schnell grobe Körnung ein. Mangels HDR-Modus und optischem Bildstabilisator sind außerdem die Möglichkeiten begrenzt, bei wenig Licht halbwegs scharfe Fotos zu schießen. So bleibt als letzte Möglichkeit nur noch der Blitz, der abhängig von der Nähe des Motivs schnell für Überbelichtung sorgt.

Videos nimmt das Galaxy A5 in ausreichend guter Qualität auf, wobei sich auch hier der fehlende Bildstabilisator bemerkbar macht und die Ergebnisse eher wackelig daherkommen.

Samsung Galaxy A5 Beispielvideo.

Alles in allem erfüllen die Kameras ihren Zweck und machen für die Einsteiger- bis Mittelklasse sogar einen guten Eindruck. Konkurrenten wie das Moto G (2014) und gar ehemalige Flaggschiffe wie das Nexus 4 sehen im direkten Vergleich alt aus, an aktuelle Kamera-Flaggschiffe wie das Note 4 oder Sonys Xperia Z3 reicht das Galaxy A5 natürlich nicht heran.

Die Software des Samsung Galaxy A5

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Das System des Samsung Galaxy A5 beruht auf dem nicht mehr ganz frischen Android 4.4 KitKat, über dem wie gewohnt die TouchWiz UX liegt. Im Grunde entspricht die Software der des Galaxy S5 zu dessen Veröffentlichung, jedoch hat Samsung seinen Metall-Smartphones darüber hinaus eine Theme-Engine verpasst.

Doch zunächst zur Benutzeroberfläche selbst: Samsung-typisch ist das Galaxy A5 mit jeder Menge Software ab Haus ausgestattet, von der sich nur manche als nützlich erweist. Unter die Rubrik „dreiste Bloatware“ etwa fallen die Apps zu verschiedenen Springer-Publikationen, eines Schuhhändlers sowie eines Foto-Service, die sich aber glücklicherweise allesamt deinstallieren lassen.

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Daneben bietet Samsung jede Menge Utilities wie einen eigenen, AOSP-basierten Browser, eine Mail- und SMS-App, einen eigenen Taschenrechner und sogar einen Datei-Explorer, der Zugriff auf den Medienspeicher sowie die SD-Karte gewährt. Außerdem sind Apps zum Betrachten von Office- und PDF-Dateien vorinstalliert. Offenbar inspiriert vom Google Now Launcher oder HTCs Blinkfeed findet sich links vom Homescreen ganz links der Feedreader Flipboard, der sich mit einem Wisch nach rechts öffnen lässt. Da es sich hierbei mehr um einen Hack handelt denn um eine integrierte Lösung fühlt sich der Start recht behäbig an. Wer sich dadurch gestört fühlt und Flipboard ohnehin nicht benutzen möchte, sollte diese Funktion in den Einstellungen des Homescreens deaktivieren.

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Bei vielen – aber nicht allen – dieser Apps fällt auf, dass sie sich im Vollbildmodus öffnen und somit den Blick auf die Status- und Benachrichtigungsleiste verdecken. Warum? Wer möchte einen Taschenrechner im Vollbildmodus nutzen? Oder den Kalender? Andere Apps wiederum nutzen die seit Android 4.4 vorhandene und mit Android 5.0 zum Standard gewordene Möglichkeit, die Statusleiste im Ton der Action-Bar einzufärben. Die Inkonsistenz dieses Verhaltens lässt vermuten, dass hier einzelne Programmierer vor sich hingearbeitet haben, ohne einem Leitfaden zu folgen – den Mangel an Usability muss der Nutzer ausbaden, immerhin lässt sich die Statusleiste mit einer Wischbewegung von oben grundsätzlich einblenden. Abgesehen davon bedienen sich viele Apps noch einer Ästhetik, die unschöne Erinnerungen an Android 2.x wecken – hier muss das Unternehmen dringend mit Traditionen brechen und für ein halbwegs modernes und vor allem konsistentes User Interface sorgen.

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Durch die Tabs der Uhren-App kann man wischen, durch die der Telefon-App nicht. Hättet ihr’s gewusst?

Da Samsung sein Medienangebot mittlerweile stark zurückgefahren hat ist auf dem Galaxy A5 lediglich ein zusätzlicher App-Store namens Galaxy Apps vorhanden, für dessen Nutzung ein Samsung-Konto notwendig ist. Das Angebot ist allerdings stark begrenzt und kein Vergleich zum Play Store, lediglich für einige Samsung-spezifische Apps lohnt sich hier ein Blick.

TouchWiz ist aber mehr als nur eine Ansammlung von Apps, und so zeigt sich Samsungs Handschrift auch in den Schnelleinstellungen, die anpassbar sind, und in den Einstellungen, die sich nunmehr in einer vertikal scrollbaren Liste oder als wischbare Tabs präsentieren. Die Zuordnung der einzelnen Optionen zu ihren Rubriken ist allerdings nicht immer intuitiv: So findet sich die eingangs erwähnte Theme-Engine nicht etwa unter „Personalisierung“, sondern unter „Gerät“ > „Anzeige und Hintergrund“. Neben der Standard-Darstellung kann der Nutzer sich hier zwischen den Themes „Natürlich“, „Handwerk“, „Klassisch“ und „Süß“ entscheiden, die jeweils eigene Icons und Hintergründe bieten, aber überwiegend schlicht geschmacklos sind.

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Zuletzt bietet Samsung nun ein ehemals exklusives Feature der Note-Serie auch auf dem A5 an: den Multi-Window-Modus. Durch langes Drücken der Zurück-Taste öffnet sich am rechten Rand eine Leiste mit Apps, die diesen Modus unterstützen. Befindet man sich in einer solchen App und öffnet die Leiste, um eine weitere kompatible Anwendung auszuwählen, so wird der Bildschirm geteilt und beide Apps werden übereinander angezeigt. Nutzt man ein solches App-Paar häufiger, so kann man es als Voreinstellung in der Seitenleiste speichern und mit einem Tap abrufen. Ob und wann das sinnvoll ist muss jeder Nutzer für sich entscheiden, für Einsteiger gestaltet sich der Modus aber etwas kompliziert.

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Insgesamt bietet das Galaxy A5 also eine Fülle an Apps und Funktionen, von denen einige wirklich innovativ und andere zumindest interessant sind. Absolutes Unverständnis herrscht beim Tester aber für die Gestaltung: Weder die ästhetische noch die nützliche Anordnung von Bedienelementen scheint Samsung zu beherrschen. In der Benachrichtigungsleiste etwa finden sich zwei riesige Buttons für die selten bis nie genutzten Funktionen S Finder und Quick Connect, während sich der „Löschen“-Button zum entfernen aller Benachrichtigungen so unschön in eine kleine Ecke quetscht, dass man zu Beginn unwillkürlich und intuitiv die falsche Funktion auswählt. Ebenso die Verwendung von Tabs: Mal wischbar, mal nicht. Oder das Erstellen von Ordnern: Icons können nicht übereinander gezogen werden, sondern auf eine eigens dafür vorgesehene Schaltfläche, und so weiter … So funktionieren Smartphone-Betriebssysteme im Jahr 2015 einfach nicht mehr.

Konnektivität und Speicher des Samsung Galaxy A5

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Trotz seines Status als Einsteiger-Smartphone bietet das Galaxy A5 in Sachen Konnektivität fast alles, was das Herz begehrt. Neben 3G- ist auch LTE mit an Bord, das WLAN-Modul unterstützt die Standards b/g/n auf den Frequenzen 2,4 GHz und 5 GHz, Bluetooth 4.0 LE sowie NFC sind ebenfalls inbegriffen. Der mit 16 GB nicht allzu üppig bemessene interne Speicher kann per micro-SD-Karte bis 64 GB erweitert werden und sogar Freunde des klassischen Radios kommen dank FM-Radio auf ihre Kosten. Lediglich die Unterstützung für den WLAN-Standard ac fehlt, was zwar derzeit eher vernachlässigbar ist, aber etwas an der Zukunftssicherheit zweifeln lässt.

Telefonie und Audio

Kurz und schmerzlos: Die Verbindungsqualität bei der Telefonie (D2-Netz) lässt nichts zu wünschen übrig, der verbaute rückseitige Lautsprecher dagegen schon. Abgesehen von seiner ungünstigen Position klingt dieser blechern und dünn, was in Kombination mit seiner im Gegenzug ordentlichen Lautstärke für unschöne Musikwiedergabe sorgt. Für den Alltagsgebrauch, also bei der Sound-Wiedergabe von Videos und Games reicht das aber.

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Akku und Alltag

Im Alltag gestaltet sich die Benutzung des Galaxy A5 angenehm. Dank seiner schmalen Bauform ist es trotz des 5 Zoll-Displays überwiegend einhändig bedienbar und der physische Home-Button hilft bei der Orientierung, wenn man das Smartphone aus der Tasche zieht.

Gleichzeitig sorgt dieser aber eingangs auch für Verwirrung: Wer jemals ein iPad oder iPhone verwendet hat wird mindestens einmal reflexartig doppelt auf den Home-Button drücken, um zur Multitasking-Übersicht zu gelangen. Stattdessen öffnet sich auf dem Galaxy A5 die wenig nützliche Spracherkennung S Voice, für Multitasking steht ein eigener Button links zur Verfügung. Wer dagegen von einem anderen Android-Smartphone kommt wird mindestens einmal die Multitasking-Ansicht öffnen, wenn er eigentlich zurücknavigieren möchte, vertauscht Samsung doch die Anordnung der entsprechenden Buttons.

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Dank seiner genügsamen Spezifikationen kommt das Galaxy A5 mit dem nur 2.300 mAh fassenden Akku problemlos durch den Tag. Je nach Einsatz muss das Gerät möglicherweise direkt nach Feierabend an die Steckdose, aber bei gemischter Nutzung – Surfen, Musik hören, ständig aktiviertes Bluetooth und GPS – waren 12 Stunden Laufzeit bei 4 Stunden aktiviertem Bildschirm (Screen on Time) keine Seltenheit.

Auf eingefleischte Samsung-Fans könnte abschreckend wirken, dass der Akku des Galaxy A5 nicht wechselbar ist. Dieses ansonsten gerne betonte Feature der Galaxy-Smartphones musste der Unibody-Metallkonstruktion des Gehäuses weichen. Betrachtet man aber die ordentliche Laufzeit des Geräts, ist das für den Alltagsgebrauch nicht ausschlaggebend. Notfalls helfen mittlerweile günstig erhältliche externe Akkupacks, längere Reisen abseits der Steckdose zu überstehen.

Unser Fazit zum Samsung Galaxy A5

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Wie ist Samsungs Vordringen in die Welt der Metall-Unibody-Smartphones einzuordnen? Rein an den Leistungsdaten bemessen ist das Galaxy A5 mit einem Straßenpreis von aktuell rund 320 Euro deutlich zu teuer – ein ähnlich, wenn auch nicht ganz so gutes Moto G (2014) ist für etwa die Hälfte des Preises erhältlich; wir prognostizieren aber, dass bereits in wenigen Wochen der branchenübliche Preisverfall einsetzen wird. Abgesehen davon kann die Leistung fast durchweg mit flüssiger Bedienung im System und selbst in 3D-Spielen überzeugen. Abgesehen von wenigen Denkpausen und unerwarteten Abstürzen, die vermutlich dem TouchWiz UI zugeschrieben werden können, läuft das Smartphone unerwartet zufriedenstellend. Zudem zeigt Samsung in der Galaxy A-Klasse nach dem Galaxy Alpha erneut Stilbewusstsein und setzt dieses durch schicke Materialien und eine gute Verarbeitung auch überraschend gut um.

Kurzum lässt sich die Zielgruppe des Galaxy A5 in einem Satz beschreiben: Wer ein gutes Einsteiger-Smartphone sucht, sich mit dem TouchWiz UI arrangieren kann und bereit ist, für eine gute Verarbeitung einen Premium-Preis zu bezahlen, der sollte hier zuschlagen. Wer dagegen auch in der Einsteigerklasse rein nach der Leistung geht, sollte sich woanders umschauen. Den Nischenplatz des schicken Einsteiger-Smartphones jedenfalls hat sich Samsung gesichert.

Unsere Wertung zum Samsung Galaxy A5

  • Display: 4/5
  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Software: 3/5
  • Performance: 3/5
  • Telefonie und Audio: 3/5
  • Kamera: 3/5
  • Konnektivität und Speicher: 5/5
  • Akku und Alltag: 4/5

Gesamt: 73 %

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Pro

  • Hervorragende Verarbeitung
  • Gute Performance
  • Konnektivität lässt keine Wünsche offen

Kontra

  • Software inkonsistent, Bloatware
  • Akku nicht wechselbar
  • Zu teuer

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