Snapdragon 810: Smartphones von Sony, Motorola, Oppo auf dem Weg – Samsung fehlt

Kaan Gürayer

Auch Schweigen kann manchmal eine Antwort sein: In einer Pressemitteilung hat Qualcomm Hersteller aufgelistet, die in den nächsten Wochen und Monaten Smartphones auf Basis des Snapdragon 810 auf den Markt bringen werden. Unter anderem sind Sony, Microsoft und LG mit dabei. Ein bekannter Hersteller fehlt allerdings: Samsung. Die endgültige Bestätigung, dass im Galaxy S6 kein Snapdragon 810 zum Zuge kommt? 

Die Beziehungsprobleme zwischen Samsung und Qualcomm gleichen immer mehr dem Muster einer klassischen Ehekrise: Zuerst spricht man nicht mehr miteinander, dann schläft man in getrennten Betten und schlussendlich zieht einer aus. In diesem Bild ist es Samsung, der nicht mehr im gemeinsamen Snapdragon 810-Haus leben will und offenbar eigene Weg geht.

Gerüchte, wonach Samsung beim kommenden Galaxy S6 auf den Snapdragon 810 verzichten würde, gab es in den letzten Wochen viele. Zuletzt hat dies indirekt sogar Qualcomm bei der Veröffentlichung der eigenen Quartalszahlen angedeutet:

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Samsung Galaxy S6 (edge): Hüllen, Cases, Taschen und Bumper aus Plastik, Leder und Stoff

Expectations that our Snapdragon 810 processor will not be in the upcoming design cycle of a large customer’s flagship device.

Ein Unternehmen fehlt: Samsung.

Die Pressemitteilung, die Qualcomm heute veröffentlicht hat, bestätigen diese nun abermals. In der Mittelung verkündet der kalifornische Chipentwickler stolz die Unternehmen, die in den nächsten Wochen und Monaten auf Smartphones auf Basis des Snapdragon 810 anbieten werden: LG ist an Bord, ebenso wie Xiaomi. Auch Motorola setzt bei seinen kommenden Smartphone-Modellen auf den Snapdragon 810, genauso wie Microsoft, Sony und Oppo. Insgesamt sollen 2015 stattliche 60 Smartphone-Flaggschiffe mit dem neuesten Mobilprozessor aus dem Hause Qualcomm auf den Markt kommen.

Soweit, so gewöhnlich. Typischer Werbesprech, könnte man meinen. Allerdings fehlt ein ganz bestimmtes Unternehmen: Samsung. Zugegeben, auch HTC wird nicht genannt, obwohl alle bekannten Gerüchte darauf hindeuten, dass das One (M9) einen Snapdragon 810 an Bord haben wird. Doch HTC verkauft nur ein Bruchteil der Geräte, die Samsung Tag für Tag an den Mann bringt. Dass der größte Smartphone-Hersteller der Welt explizit nicht erwähnt wird, kann kein Zufall sein.

Möchte sich Samsung von Qualcomm lösen?

Stellt sich unweigerlich die Frage, wieso Samsung recht plötzlich Abstand vom Snapdragon 810 nimmt? Angeblich sollen Hitzeprobleme beim neuen SoC schuld sein, doch diese hat nicht nur Qualcomm dementiert, auch LG scheint beim LG G Flex 2 mit dem neuen Prozessor keine Probleme zu haben und erklärte sogar unlängst, dass die Betriebstemperatur sogar niedriger als bei anderen Prozessoren sei. Andererseits gab es auch Berichte, wonach sich das OnePlus 2 aufgrund von Problemen mit dem Snapdragon 810 verspäten könne. Es ist also nicht auszuschließen, dass sich Samsung aufgrund von technischen Problemen gegen den neuen Qualcomm-Chip entschieden hat. Möglicherweise hängt Samsungs Abkehr vom Snapdragon 810 aber auch mit der Tatsache zusammen, dass der südkoreanische Hersteller sich zunehmend von Qualcomm lösen und auf die hauseigenen Exynos-Chips setzen will. Wieso auch für fremden Prozessoren bezahlen, wenn die man die eigenen Smartphones mit SoCs aus eigener Herstellung bestücken kann? Hier würde sich der Exynos 7420 anbieten – ein Achtkern-Prozessor mit 64-Bit-Architektur, der im 14-nm-Verfahren gefertigt wird. Allzu lange werden wir auf die Lüftung des Geheimnisses, welcher Prozessor nun im Galaxy S6 verbaut sein wird, aber ohnehin nicht mehr warten müssen: Heute hat Samsung Einladungen zu einem Unpacked-Event verschickt, das am 1. März im Vorfeld des MWC stattfinden soll.

Quelle: Qualcomm-Pressemitteilung

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