Chuwi MiniBook im Test: Kleines Notebook ganz groß

Peter Hryciuk

Das Chuwi MiniBook ist ein echter Crowdfunding-Erfolg. Über 600.000 Euro hat das chinesische Unternehmen bei Indiegogo eingesammelt, um ein kleines aber leistungsstarkes Notebook zu bauen. Wir haben die Möglichkeit das Chuwi MiniBook zu testen, noch bevor es an die Unterstützer ausgeliefert wird. Im Testbericht beantwortet GIGA die wichtigsten Fragen zum Mini-Laptop.

Chuwi MiniBook im Test: Kleines Notebook ganz groß
Bildquelle: GIGA.

Chuwi MiniBook: Finanzierung per Crowdfunding

Chuwi ist ein chinesisches Unternehmen, das in Deutschland mittlerweile nicht mehr ganz unbekannt ist. Der Hersteller baut Notebooks, Tablets und Mini-PCs zum kleinen Preis. Normalerweise kann man die Produkte direkt kaufen. Mit dem Chuwi MiniBook ist man einen anderen Weg gegangen. Das Mini-Notebook mit 8-Zoll-Display wird nicht direkt verkauft, sondern per Crowdfunding finanziert. Die Kampagne endet zwar erst am 19. August – das Finanzierungsziel wurde inzwischen aber erreicht. Wer jetzt noch zuschlagen will, kann über diesen Link einen Rabatt auf das Modell mit Intel Core m3, 16 GB Arbeitsspeicher und 512-GB-SSD erhalten.

Chuwi MiniBook bei Indiegogo kaufen *

Durch das Erreichen der 600.000-Euro-Finanzierung wird nun sogar ein Digitizer mit 1.024 Druckstufen im Display verbaut. Mit dem passenden Stylus könnt ihr also sogar handschriftliche Eingaben durchführen. Damit wird das MiniBook zur Surface-Go-Alternative.

Was ist das Chuwi MiniBook überhaupt?

Könnt ihr euch noch an Netbooks erinnern? Die kleinen Notebooks mit 7-10 Zoll großen Displays von vor einigen Jahren? Bevor Tablets und 2-in-1-Geräte auf den Markt kamen? Das Chuwi MiniBook ist im Grunde so ein Netbook – nur mit mehr Leistung, Anschlüssen und einem Touchscreen. Als ob das nicht genug wäre, hat Chuwi zudem ein 360-Grad-Scharnier verbaut, mit dem sich das MiniBook in ein Tablet verwandeln lässt. Die Preise beginnen bei knapp über 380 Euro, wenn man per Crowdfunding zuschlägt. Später wirds teurer.

Design des Chuwi MiniBook: Ein kleines Moppelchen

Während der 8 Zoll in der Diagonale messende Full-HD-Touchscreen sehr dünn ausfällt, ist der Rest des Gehäuses relativ dick. Dort muss Chuwi beim MiniBook nämlich die gesamte Hardware und den Akku unterbringen. Insgesamt kommt das Mini-Notebook auf eine Dicke von 1,9 Zentimetern. Das sieht im ersten Moment recht komisch aus, man gewöhnt sich aber schnell daran. Tatsächlich hatte ich das kleine Gerät in den letzten Tagen immer öfter dabei. Ich hab es nicht einmal in einer Tasche verstaut. Durch das Gehäuse aus Aluminium ist es nämlich sehr robust gebaut. Trotz seiner minimalistischen Bauweise spürt man, dass man etwas in der Hand hat. Ich habe über 650 Gramm auf der Waage angezeigt bekommen.

Wie gut sind Tastatur und Maus des Chuwi MiniBook?

Einer der in meinen Augen größten Nachteile des Chuwi MiniBook ist die Tastatur. Ja, man hat alle nötigen Tasten untergebracht, die Größe und Anordnung sind aber sehr gewöhnungsbedürftig. Eine Version mit deutschem Tastatur-Layout gibt es nicht. Da wir ein Modell mit englischer Tastatur-Variante erhalten haben, fehlen unter anderem die Umlaute. Wählt man im Windows-10-Betriebssystem ein deutsches Tastatur-Layout, passt dadurch die Beschriftung nicht. Da die Tasten auch anders belegt sind findet man sich überhaupt nicht mehr zurecht. Wenn man das Chuwi MiniBook nutzt, sollte man also beim englischen Tastatur-Layout bleiben. Das erleichtert die Nutzung ungemein.

In der rechten oberen Ecke der Tastatur befindet sich ein Fingerabdrucksensor, der im Powerbutton verbaut ist. Der Sensor funktioniert hervorragend. Man kann ihn direkt bei der Einrichtung von Windows 10 aktivieren und Fingerabdrücke abspeichern. Die Anmeldung mit Windows Hello funktioniert damit schnell und präzise.

Für ein Touchpad ist kein Platz. Stattdessen bekommt man einen Touchpoint, der als Maus dient. Diese Lösung funktioniert überraschend gut. Der Finger wird zuverlässig erkannt und man kann präzise steuern. Noch einfacher geht es natürlich über den Touchscreen.

Welche Anschlüsse bietet das Chuwi MiniBook?

Während immer mehr Notebook-Hersteller immer weniger Anschlüsse in ihren Geräten verbauen, hat man beim Chuwi MiniBook absolut keine Probleme Peripherie anzuschließen. Neben einem USB-C-Port, über den man das Gerät auch auflädt, gibt es einen USB-3.0- und einen USB-2.0-Anschluss. Der Anschluss von Kopfhörern oder externen Lautsprechern ist durch die 3,5-mm-Klinkenbuchse ebenfalls möglich. Es gibt zudem einen Mini-HDMI-Anschluss, über den man mit einem Adapter einen Monitor oder Fernseher anschließen kann. Ich hab das Chuwi MiniBook kürzlich am 65-Zoll-OLED-TV verwendet, dabei gab es keine Probleme.

Ansonsten besitzt das Chuwi MiniBook noch zwei Lautsprecher, die akzeptablen Klang liefern. Zuviel darf man aber nicht erwarten. Es kann zudem eine microSD-Karte eingelegt werden.

Was steckt im Chuwi MiniBook drin?

Die technische Ausstattung des Chuwi MiniBook kann man individuell anpassen. Als Prozessor dient entweder ein Core m3-8100Y oder ein Celeron N4100. Die Größe des Arbeitsspeichers und internen Speichers kann frei gewählt werden. Bis zu 16 GB RAM und 512 GB sind möglich. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, eine zweite SATA-SSD einzubauen. Dazu hat Chuwi an der Unterseite des MiniBook einen Schacht verbaut. Dort passt ein Modell im Format „M.2 2242“ hinein. Diese SSDs sind etwa halb so lang wie normale M.2-SSDs und .

Wie ist die Leistung des Chuwi MiniBook?

Unser Testgerät ist mit einem Intel Celeron N4100, 8 GB RAM und 128 GB internem SSD-Speicher ausgestattet. Man darf natürlich keine Wunder erwarten, Windows 10 und alle normalen Programme laufen aber ohne Probleme auf dem Chuwi MiniBook. Selbst das Spielen von Games aus dem Windows Store oder alten Titeln wie Diablo funktioniert ohne Probleme. Nur wenn man das Notebook wirklich belastet, merkt man das Leistungslimit. Mit der Core-m3-Version hat man deutlich mehr Luft nach oben. Wer darauf angewiesen ist, sollte sich diese Variante gönnen.

Was mich stört: Der Lüfter läuft permanent. Direkt beim Einschalten fängt er leise an zu säuseln. Die Geräuschkulisse ist relativ angenehm, solange man das Gerät nicht belastet. Man nimmt sie leicht im Hintergrund wahr. Unter Last ändert sich das aber. Ich hab beispielsweise per Sky Go eine Serie geschaut, da hat der Ton schon sehr gestört. Für geräuschempfindliche Nutzer ist der Laptop also nicht zu empfehlen.

Die Nutzung als Desktop-PC ist kein Problem. Tatsächlich kann man das Chuwi MiniBook als Alternative zu einem Intel NUC sehen. Der Vorteil ist, dass man diesen Mini-PC auch als Laptop verwenden kann. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich das Mini-Notebook gut zum Reisen eignet, da man mit dem Gerät überall seine Arbeit erledigen kann. Toll wäre sicher noch ein LTE-Modem. Zur Not kann man am Smartphone einen Hotspot einrichten und mit dem MiniBook darüber surfen. Die Empfangleistung über WLAN und Bluetooth war in jedem Fall sehr gut.

Wie hoch ist die Akkulaufzeit des Chuwi MiniBook?

In normalen Betrieb, mit leichten Arbeiten im Browser, Word oder beim Schauen eines Films, habe ich eine Laufzeit von bis zu 6 Stunden erreicht, wenn ich die Helligkeit des Displays auf ca. 70 Prozent stellte. Bei höchster Helligkeit sinkt die Laufzeit auf 5 Stunden. Bei voller Belastung sind es dann nur noch etwas über 2 Stunden. Aufgeladen wird das Chuwi MiniBook per USB-C. Das funktioniert mit dem mitgelieferten Netzteil relativ zügig.

Wer soll sich das Chuwi MiniBook kaufen?

Das Chuwi MiniBook ist perfekt für alle, die ein kleines und leistungsstarkes Mini-Notebook suchen. Die technische Ausstattung ist für den verlangten Preis hervorragend. Man kann sich das eigene Modell konfigurieren und sich so die Leistung und Speicherkapazität zusammenstellen, die man benötigt. Ich muss wirklich zugeben, dass ich Spaß hatte, das Chuwi MiniBook zu benutzen. Es ist so klein und süß, da greift man gerne zu – statt zu einem MacBook Air. Ich würde aber zur Version mit Core m3 und 512 GB internem Speicher raten. Da gibt es dann mit der Leistung und dem Speicherplatz keine Probleme. Diese Version kostet 558 Euro. Unser Testgerät, das Basismodell, wird für nur 386 Euro verkauft.

Man darf aber nicht vergessen, dass es sich um ein Crowdfunding-Projekt handelt. Ihr investiert also Geld und erhaltet erst etwas später das Chuwi MiniBook. Das Gerät hat zudem eine englische Tastatur und man muss mit einer längeren Lieferzeit aus China rechnen. Ich habe über zwei Wochen auf das Testgerät gewartet. Ansonsten hat alles ohne Probleme geklappt.

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Chuwi MiniBook: Bewertung

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Display: 4/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 3/5
  • Video und Audio: 3/5
  • Konnektivität und Speicher: 4/5
  • Akku und Alltag: 4/5

Gesamtwertung: 74 Prozent

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